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Test
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30.12.2019

Phil Jones Bass BG-400 Suitcase Compact TEST

Basscombo-Verstärker

Kleiner Kraftprotz!

Phil Jones Bass beschreitet in Sachen Bassverstärkung durchaus individuelle Wege - der große Erfolg gibt dem renommierten US-Hersteller aber schon seit Jahren Recht! Ein Fokus der Company liegt auf super kompakten Basscombos und -Boxen, die in der Regel mit kleinen Fünfzöllern ausgestattet sind und dabei für ihre Größe erstaunlich erwachsenen klingen. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist der inzwischen schon als "legendär" zu bezeichnende PJB Suitcase - ein ganz erstaunlicher Basscombo, der super cleane Sounds in bester Qualität sowie ein bandtaugliches Fundament liefert. Unser heutiger Testkandidat, der BG-400 Suitcase Compact, basiert auf eben diesem Konzept, fällt jedoch etwas kleiner aus und verfügt dennoch über deutlich mehr Leistung. Ob die Rechnung von Phil Jones auch dieses Mal aufgeht, wird sich in unserem Test zeigen.

Details

Wir haben uns alle längst daran gewöhnt, dass leistungsstarkes Bassequipment heutzutage nicht mehr die Ausmaße von Kühlschränken aufweisen muss, aber die kompakte Bauform des BG-400 überrascht mich dann doch etwas. Immerhin handelt es sich ja um einen bandtauglichen Basscombo, der eine kräftige Class-D-Endstufe mit satten 500 Watt Leistung an Bord hat!

Die Maße des kleinen Combos betragen gerade mal 36 x 32 x 34 cm, und der niedliche Würfel wirkt auf den ersten Blick eher wie ein Übungs-Amp für das heimische Wohnzimmer. Das Bild wandelt sich allerdings, wenn man den Combo zum ersten Mal hochhebt, denn bei einem Gewicht von 18kg kann es der BG-400 durchaus mit größeren Combos aufnehmen. Alleine aufgrund seines Gewichts wirkt der BG-400 schon ungeheuer solide, aber natürlich ist der Combo per se überaus stabil gebaut und macht daher einen sehr hochwertigen Eindruck.

Das Gehäuse wurde mit strapazierfähigem Kunstleder überzogen, an den Ecken sitzen große Metallkappen, und der Frontgrill aus Metall bietet besten Schutz für die vier Lautsprecher des BG-400. Die großen Gummifüße am Gehäuseboden und der Koffergriff auf der Oberseite wirken ebenfalls sehr stabil, sodass sie dem relativ hohen Gewicht sicherlich über Jahre gewachsen sein werden.

An der Verarbeitung des BG-400 gibt es also, so wie ich es von allen Phil-Jones-Produkten bisher kenne, absolut nichts auszusetzen, und wir können uns direkt mit den inneren Werten und den Features meines Testkandidaten befassen. Von seinem Vorgängermodell, dem in der Einleitung erwähnten Suitcase-Combo, hat der BG-400 die Lautsprecheraustattung mit vier PJB Piranha Fünfzöllern geerbt.

Befeuert werden die kleinen Speaker von einer 500 Watt starken Class-D-Endstufe, die an die internen Lautsprecher 300 Watt abgibt und erst mit einer Zusatzbox (wie beispielsweise einer Compact 4 desselben Herstellers) ihre volle Leistung entfaltet.

Die Bedieneinheit des BG-400 sitzt auf der Oberseite, sodass alle Regler leicht zugänglich und gut sichtbar sind. Durch die klare Anordnung der Elemente kann man dann auch sofort erkennen, dass der Verstärker dem User zwei getrennte Kanäle bietet, welche absolut identisch aufgebaut sind. Den linksseitigen Anfang macht jeweils eine Klinkenbuchse zur Verbindung mit dem Bass, gefolgt von einer Clip-LED und einem kleinen 3-Positionen-Schalter, mit dem die Eingangsempfindlichkeit angepasst und die Unit stumm geschaltet werden kann (Positionen active, passive und mute). Darauf folgt bei jedem der beiden Kanäle der Input-Level-Regler zum Einpegeln des Signals und ein Dreiband-Equalizer mit den entsprechenden Reglern für Bässe, Mitten und Höhen.

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Die verbleibenden Features der Verstärkereinheit sind dann für beide Kanäle gleichermaßen zuständig: Phil Jones hat dem BG-400 einen Limiter spendiert, der mit einem Schalter aktiviert und in der Wirkungsweise mit dem Level-Regler (threshold) angepasst werden kann. Es handelt sich dabei eigentlich um einen Kompressor, der laut Bedienungsanleitung mit einer Ratio von 3:1 arbeitet. Von einem Limiter spricht man für gewöhnlich erst einem Ratio-Wert von 10:1 - daher bleibt es wohl das Geheimnis von Phil Jones, warum er für das Feature trotzdem die Bezeichnung "Limiter" gewählt hat.

Aber wie auch immer, zum Üben hat der BG-400 erfreulicherweise einen Kopfhöreranschluss und einen regelbaren Aux-In in Form von Miniklinken an Bord, und die Endlautstärke wird schließlich mit dem Master-Regler eingestellt.

Wie bereits erwähnt, kann der kompakte BG-400 auch für größere Einsätze mit einer Zusatzbox erweitert werden. Der Speakon-Anschluss für diesen Zweck sitzt auf der Rückseite, wo wir außerdem einen symmetrischen XLR-Ausgang (mit Groudliftschalter) für die Live-Abnahme oder das Recording, einen Effektweg mit den üblichen Send- und Returnklinken, eine weitere Klinke zum Anschluss eines Stimmgerätes, und sogar einen Pre-Amp-Out (Klinke) zur Verbindung mit einem anderen Verstärker finden. Mehr geht nicht - der kleine PJB BG-400 bietet damit wirklich alle Anschlussmöglichkeiten, die man für den professionellen Einsatz benötigt!

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