Test
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07.10.2020

Pearl Eliminator Solo Black und Solo Red Fußmaschinen Test

Single- und Doppelfußmaschinen

„Einmal mit ohne zuviel Schnickschnack!“

Für das Modelljahr 2020 hat die japanische Firma Pearl eine neue Fußmaschinenreihe namens Eliminator Solo präsentiert. Das Konzept ist schnell erklärt: Anders als die regulären Eliminator Redline ohne Zusatzbezeichnung, besitzen die neuen Pedale einen reduzierten Ausstattungsumfang. Dazu muss man wissen, dass es sich bei den bekannten Versionen vermutlich um die bestausgestatteten Fußmaschinen ihrer Klasse handelt, was insbesondere von Drummern geschätzt wird, die das Optimum an Geschwindigkeit und individualisiertem Spielgefühl aus ihren Arbeitsgeräten herausholen möchten. 

Spezialitäten wie austauschbare Umlenkrollen und einzeln herausnehmbare Grip-Noppen in den Trittplatten versprechen tatsächlich ein perfekt eingestelltes Pedal, allerdings ist diese Art des „fußmaschinistischen Forschergeists“ nicht jedermanns Sache. Viele möchten einfach ein gut laufendes Profipedal aus dem Karton, es soll sogar Drummer geben, die nicht einmal die Federspannung verstellen. Eine Wahl muss allerdings getroffen werden, denn Pearl bietet zwei Versionen seiner neuen Pedale an, beide jeweils als Single- und Doppelpedal. Ob Pearl mit den Eliminator Solo Red und Eliminator Solo Black Maschinen am richtigen Ende gespart hat, erfahrt ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details & Praxis

Red steht für beschleunigte Laufeigenschaften, Black für mehr Power

Eliminator Solo P-1030 und P-1032 heißen die beiden Maschinen mit der schwarzen (runden) Cam, P-1030R und P-1032R nennt Pearl jene mit der roten Umlenkrolle. Aus ihren Kartons befreit, präsentieren sich alle Teile optisch sehr sauber und aufgeräumt. Gleichzeitig sind sie sofort als Eliminator Pedale erkennbar, denn sie besitzen die gleiche Anatomie wie die teureren Geschwister. Wir haben es mit zweisäuligen Pedalen mit Doppelkettenantrieb zu tun, eine Bandzugvariante (wie bei den großen Elis) ist aktuell nicht verfügbar. Sehen wir uns zunächst an, worin sich unsere Testkandidaten eigentlich unterscheiden. Die Black-Modelle verfügen über eine linear laufende, runde Umlenk-Cam, welche laut Pearl für ausgewogene Laufeigenschaften mit viel Power sorgen soll. Hingegen sind die Red-Modelle mit einer roten Cam ausgerüstet, hier liegt der Fokus auf einem Beschleunigungseffekt, der speziell Schnellspielern zugute kommen soll. Der zweite Unterschied zwischen Red und Black ist bei den Beatern zu finden. Während die roten Maschinen über „Control Core Quad Beater“ mit vierfacher, gefederter Spielfläche ausgestattet sind, müssen sich die Black-Modelle mit „nur“ zwei Schlagoberflächen aus Filz und Kunststoff begnügen. Offenbar geht Pearl davon aus, dass Freunde der beschleunigten (Red) Performance auch die Vorzüge des aufwendigeren Beaters zu schätzen wissen und dafür einen doch merklichen Aufpreis zu zahlen bereit sind. 

Die Unterschiede zu den „großen“ Eliminators

Sehen wir uns nun die weitere Ausstattung der Testmodelle an und klären, wo die Unterschiede zu den bekannten „Elis“ liegen. Es beginnt mit den Transporttaschen, welche den Redlines beiliegen, während der Solo-Käufer ohne schützende Behältnisse auskommen muss. Optisch fallen bei den Solos die silbernen, weitgehend glatten Trittplatten ins Auge. Sie verfügen über die sogenannte Powershifter-Funktion, bei der sich über eine unter dem Fersenteil befindliche Vierkantschraube die Trittplatte dreistufig verschieben lässt. Verzichten müssen Solo-Spieler hingegen auf die in die Trittplatten eingelassen, individuell platzierbaren Gumminoppen der großen Modelle, auch die aufwendigere Lagerung der Fersenteilscharniere sowie der Antriebsachsen sucht man vergebens. Weitgehend Gleichstand herrscht jedoch bei den Bodenplatten sowie dem gesamten Rahmenaufbau. Auch die seitliche Fixierung der Spannreifenklemmung ist identisch. Unterschiede gibt es hingegen bei der Federaufhängung, welche bei den großen Geschwistern jeweils oben und unten gelagert ausgeführt ist, um Reibungsverluste zu vermindern. Bei der Inspektion der oberen Federaufhängung wird eine weitere Abspeckmaßnahme offenbar: Die Solos ermöglichen keine unabhängig einstellbaren Trittplatten- und Beaterwinkel. Bei den hochwertigen Verbindungswellen der Doppelfußmaschinen gibt es hingegen wiederum kein Downgrade gegenüber den großen Geschwistern. Der größte Unterschied zwischen Eliminator Solo und Eliminator Redline liegt in der Tatsache begründet, dass man sich mit den Solos für eine feste Antriebscharakteristik entscheiden muss. Die Möglichkeit, zwischen bis zu sechs austauschbaren Cams zu wählen, besteht nur bei den Topmodellen. Für sich betrachtet, wirken die Eliminator Solos trotzdem nicht wie Sparversionen, sondern eher wie gut verarbeitete Standard-Profipedale. Mal sehen, wie sich die Maschinen im Einsatz bewähren. 

Das Konzept geht auf

Der Vergleich zwischen den Testkandidaten und der regulären Eli fällt mir leicht, denn ich spiele selbst ein Bandzugmodell der neuen Redline-Generation. An meiner Bassdrum macht es sich zunächst die Solo Black mit runder Umlenkrolle bequem. Sie weiß sofort mit geräuschloser, schneller Übertragung der Fußbefehle zu überzeugen, fühlt sich vielleicht sogar minimal direkter an als meine Redline mit schwarzer Cam. Ein Grund dafür dürfte der etwas kleinere Cam-Radius der Black sein. Die Redline wiederum liefert ein geringfügig kompakteres Abrollgefühl, was vermutlich an den besseren Lagern liegt. Die beiden Doppelpedale zeigen die gleichen Eigenschaften wie die Single-Versionen, dank der sehr guten Welle vermittelt auch das Slavepedal ein nahezu identisches Spielgefühl.

Deutlich zackiger geht es mit dem Solo Red Modell zur Sache. Ihr aggressiveres „Nicken“ ist eher auf die kurze Distanz zwischen Beater und Fell ausgelegt, so, wie es viele Schnellspieler eben mögen. Der spezielle Beater sorgt für ein leicht abweichendes Gefühl beim Auftreffen, ich selber favorisiere das einfachere Modell an der Solo Black. Beide Parameter – Cam-Form und Beater –  fallen jedoch ganz klar in die Rubrik Geschmackssache. Daher gibt es auch keinen Gewinner zwischen den Solos. Die große Frage ist aber natürlich, ob es die Redline sein muss oder man sich den Aufpreis sparen kann. Dazu solltet ihr euch beispielsweise die Frage stellen, ob ihr eine Transportmöglichkeit braucht. Falls ja, werden dafür gute 30 Euro zusätzlich fällig. Solltet ihr mit dem Black-Modell liebäugeln, aber unbedingt die Pearl Quad Beater haben wollen, müsstet ihr im Falle des Doppelpedals nochmals knappe 60 Euro veranschlagen. Bis zum Redline-Modell sind es dann nur noch wenige Euro Differenz. 

Ansonsten ist es eine Glaubensfrage, denn wer Fußmaschinen einfach aus dem Karton spielen möchte und wenig Neigungen hat, daran herum zu schrauben, dürfte mit den Solos das bessere Gefühl haben. Alle anderen bekommen mit den Redlines für einen relativ moderaten Aufpreis natürlich deutlich mehr Features sowie eine bessere Qualität bei den Lagern geboten. 

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