Test
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03.11.2015

Native Instruments Traktor Kontrol S5 Test

DJ Controller

Track-, Stem- und Remix-Decks kompakt

Native Instruments Traktor Kontrol S5 ist die kompakte Ausgabe des Kontrol S8. Wie der große Bruder verzichtet auch diese Konsole auf Jogwheels zugunsten von Touchstrips und bringt Performance-Pads zur Kontrolle diverser Live-Remix-Tools mit. Vier Kanalzüge bieten euch die Möglichkeit, mit Track-, Stem und Remix-Decks simultan zu arbeiten. Dabei ist es nicht nötig, während der Session zum Laptop zu schauen, denn alle relevanten Daten lassen sich auf den integrierten Bildschirmen ablesen. Entscheidende Fragen neben Güte, Sound und Performance sind sicherlich, wie sich die Einschnitte gegenüber dem Flaggschiff auf den Workflow auswirken und welchen Controller man sich für seine persönlichen Zwecke zulegen sollte, immerhin lassen sich beim Erwerb gut 400 Euro sparen. Doch das sind nur zwei Aspekte. 

Details

Der S5 und seine Dreingaben werden gut geschützt in einem schicken Karton angeliefert - wie immer mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Die Serienkarte und die Aufkleber ruhen in einer schwarzen Pappschatulle, ebenso das Netzteil mit seinen vier Adaptern. Wer viel unterwegs ist, wird dies zu schätzen wissen. Zudem ist ein Poster im Lieferumfang enthalten, das euch beim Einstieg in die Materie hilft und die Funktionen der Kommandozentrale anschaulich auf drei Seiten erklärt. Man könnte fast auf die Idee kommen, es für den Anfang an die Wand zu hängen, so man mit dem Gerät noch nicht vertraut ist.

Erster Eindruck

An der Fertigungsqualität gibt es nichts auszusetzen. Das schwarze Gehäuse mit der gebürsteten Frontplatte ist reisetauglich robust. Mit einer Tiefe von 32 und einer Länge von 50 Zentimetern nimmt der S5 bei 3,7 Kilo Gewicht rund 15 Prozent weniger Stellfläche ein als das Spitzenmodell und ist 1,5 Kilo leichter – ein weiterer Vorteil auf der Piste. Sechs wirklich große Gummipads sorgen für einen sicheren Stand auf glatten Unterlagen. Gut so, denn manch einer geht beim Fader-Schubsen und Tastenhämmern bekanntlich beherzter zur Sache.

Ein erstes Befingern zeigt sanft gleitende Flachbahnregler und auch der Crossfader flutscht. Wobei zu erwähnen wäre, dass sich im Gegensatz zum S8 weder Kurve noch Kanalzuweisungen anpassen lassen. Dies erscheint auch  logisch, denn der Fünfer verfügt nicht über Plattenspieler-Inputs für Scratcher. Dementsprechend finden sich an der Vorderseite lediglich die beiden Kopfhörerausgänge ein, die Sektion der Schalter fällt weg. Was allerdings beim Direktvergleich auffällt: Die Drehregler, vor allem in der Effektsektion, bringen einem mehr Widerstand entgegen, zumindest ist dies bei meinem Testmodell so. Könnte sein, dass sich dies im Laufe der Zeit etwas legt, aber ich finde es gar nicht so schlecht.

Backpanel

Die Rückseite, wo auch Netzteilanschluss, Einschaltknopf, USB-Buchse und Kensington-Aussparung logieren, zeigt links zwei 6,3-Millimeter-Klinkenausgänge für die Monitoranlage, dazu symmetrische XLR-Masters für Profi-PAs und einen Stereo-Cinch-Ausgang für beispielsweise einen Hi-Fi-Verstärker. Eingangsseitig stehen einmal Mikrofon (Standardklinke) und einmal Aux zur Verfügung.

Ein besonderer Clou hier: Ist der S5 ohne Computeranbindung besaftet und eingeschaltet und ich betätige den Aux-Button im Zentrum, stellt der Loop-Encoder rechter Hand den Mikrofonpegel ein, der linke hingegen regelt die Line-Lautstärke, abzulesen an den 25 LEDs des Touchstrips. Ihr könnt das Signal natürlich auch als Live-Input in Traktor routen.

Beim Audiointerface (24 Bit, 48 kHz, 4 in, 4 out) setzt Native Instruments nach wie vor auf die gut klingenden Wandler von Cirrus Logic und der Kopfhörerverstärker sorgt für ordentlich Schub auf dem angeschlossenen Sennheiser HD8 – kristallklar und ohne zu zerren.

Layout

Zweifelsohne ist der S5 ein echter NI, ergo wartet jeder Mixer-Kanal mit 45-Millimeter-Fadern, Cues sowie einem Dreibänder nebst Filter auf und ist, abgesehen von den Schaltern für das Eingangsrouting (Mic/Player), identisch zum S8. Dementsprechend finden sich die Pegelsteller für die Ausgänge und den Kopfhörer in der Mitte ein und nicht wie bei einem Clubmixer an der Flanke.

In der FX-Sektion hat „FX Select“ das Zeitliche gesegnet, stattdessen bemüht man sich der Shift-Taste, die auch Gruppen- und Single-Modus aktiviert sowie Insert, Send und Post-Fader festlegt. Die Transportsektion mit dem Touchstrip zum Phasenangleich, Suchen und Scratchen ist 1:1 beibehalten worden, ebenso die sehr gut aufgelösten, kontraststarken Vollfarbbildschirme mit den umgebenden acht Funktionstasten. Sie zeigen euch Titel-, Zeit-, Key- und Tempoinformationen, Cover-Art, zoombare Wellenformen, Grids und Cues. Die Größe von 10 x 6 Zentimetern ist gut dimensioniert. Je nach Umgebungssituation lassen sich Helligkeit und RGB-Werte anpassen.

Die Performance-Sektion beginnt wie beim S4 mit zwei Encodern, nämlich Browser und Loop, zwischen denen es sich die Deck- und Back-Tasten gemütlich gemacht haben. Die äußere Vertikale des S8 wurde an beiden Flügeln abgetrennt. Die Funktionstasten für Hotcue, Freeze, Remix und Flux wurden von der Seite ins Zentrum verlagert. Weitere Tasten und Regler, die dem Rotstift in dieser Sektion zum Opfer gefallen sind, wären Capture und Edit. So wirkt der S5 weniger „busy“ auf der Bedienoberfläche und entsprechend einsteigerfreundlich. Zeit herauszufinden, wie sich das Handling in der Praxis darstellt.

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