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Test
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07.11.2013

Native Instruments Traktor Kontrol S2 MK2 Test

2+1 Channel DJ System

Frischzellenkur für den S2

Native Instruments Traktor Kontrol S2 MK2 im bonedo.de-Test: Wenn mich jemand fragen würde, welche DJ-Controller mir in den letzten Jahren am meisten gefallen haben, dann landet der Native-Instruments Kontrol S4 klar auf einem der vorderen Plätze. Umso erfreuter bin ich, dass ich auch diesmal wieder in den Genuss eines Produkttests aus der Reihe Traktor Kontrol komme, und zwar mit dem S2 MK2. Anno Domini 2011 lieferten Native Instruments die ersten Versionen ihrer „Kassenschlager“ S4 und S2 aus. Nun sind zwei Jahre ins Land gezogen und die Software hat in dieser Zeit einige spannende Updates erhalten.  

Und als im Herbst auf einmal die Preise für die „alte Garde“ purzelten, überschlug sich die Fangemeinde mit Mutmaßungen, was wohl alles in die augenscheinlich anstehende Revision der Berliner Vorzeigeobjekte einfließen würde. Da war die Rede von Farbdisplays, USB- oder SD-Einschüben, Touch-Streifen, einer vollständigen Remix-Deck-Matrix, einem USB-Hub, WLAN, einem iPod-Dock und anderen Hausnummern. Umso verwunderlicher scheint es da, dass kein einziges der gerade aufgezählten Features in das Endprodukt Einzug gehalten hat, sondern das Controller-Layout in Bezug auf die Bedienelemente und deren Anordnung nahezu identisch ist. Lediglich die Farbgebung und einige Beschriftungen sind anders als beim Vorgängermodell und es gibt nun eine buntere LED-Beleuchtung. Selbst die Ausstattung von Front- und Backpanel wirkt wie gehabt. Warum schreiben wir also diesen Testbericht, wenn auf den ersten Blick alles gleich geblieben ist. Nun, zum einen liegt es daran, dass der Controller partiell andere Funktionen dirigiert, als dies sein Vorgänger zum Auslieferungszeitpunkt zu tun pflegte. Zum anderen, weil obendrein der neu hinzugekommenen Kompatibilität zum iOS-Device auf den Zahn gefühlt werden will.  

Nicht neu ist hingegen der Preis, denn das „2+1 Channel DJ System“ kostet nach wie vor 499 Euro im gut sortierten Fachhandel. Das sind knapp 300 Euro weniger, als der ebenfalls beim Schönheitschirurgen unterm Messer gewesene große Bruder S4 MK2 aufruft. Natürlich muss der Besitzer der Schmalspurversion dafür ein paar Einschränkungen gegenüber dem Spitzenmodell hinnehmen, die wir im Einzelnen allerdings nicht in diesem Testbericht auflisten wollen. Wieso nicht? - Nun, erstens gibt es hier ein Bonedo-Review zur Vierkanal-Variante und zweitens ist die Vergleichstabelle auf der NI-Website optimal geeignet, um die Komponenten der vier bisherigen Modelle gegeneinander abzugleichen. Ob man vom MK1 zum MK2 wechseln sollte oder nicht, wie die Performance unter iOS und auf dem Rechner ist und ob und für wen der jüngste Spross der Berliner Soft- und Hardwareschmiede eine lohnenswerte Investition sein könnte, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Details

Das Auge isst mit: Nach der Befreiung aus seiner „appetitanregenden“ Umverpackung landet der S2 mit folgendem Begleitmaterial auf dem DJ-Tisch:   Steckernetzteil

30-Pin-Kabel

USB-Kabel

Traktor Aufkleber-Bogen

Faltblatt Sicherheitshinweise

Keyboard Shortcuts

Serial Card

Farbposter  

Wie ihr der vorausgegangenen Auflistung entnehmen könnt, ist ein gedrucktes Handbuch nicht an Bord. Dafür aber ein zweiseitiges A2-Farbposter, das sämtliche Funktionen des Controllers sehr (!) anschaulich erklärt. Find´ ich gut. Nicht gut finde ich hingegen, dass kein Lightning Adapterkabel für die letzten beiden Generationen der iOS-Portables beiliegt. Dies umfasst das iPad4, iPad Air, iPad Mini 1 und 2 sowie das iPhone 5, 5C und 5S. Besitzer eines dieser Geräte müssen somit weitere knapp 20 Euro für die Verbindungsstrippe oder einen Adapter drauflegen. Mal ehrlich: Ein kompletter Kabelsatz (30-Pin, USB, Lightning, Audio ...) liegt selbst bei einem Numark iDJ-Live für 99 Euro bei. Das hätte doch auch hier drin sein dürfen. Ferner finde ich, dass das 30-pin-Kabel mit rund 70 Zentimetern „Länge“ etwas kurz geraten ist. Was die Investition von 17,99 Euro für die Traktor DJ iPad-App (4,49 Euro iPhone-App) angeht, denke ich, dass manch einer, der das Programm bereits zum Release gekauft oder kostenlos während der Promo-Aktion bekommen hat, auf eine zusätzliche Lizenz lieber verzichten wird. Womöglich würde diese ja den Preis in die Höhe treiben, zumal es obendrein auch noch zwei unterschiedliche Fassungen gibt. Warum dann aber nicht für Sparfüchse und Newbies eine abgespeckte Version „servieren“, wie es beispielsweise Algoriddim mit DJAY LE for iPad tun?

Der MK2 fällt mit 6,7 Zentimetern nun etwas höher als der MK1 aus, misst jedoch in der Breite und Tiefe weniger als zuvor (43,8 x 30,8 Zentimeter) und ist zudem mit 2,6 Kilogramm Gewicht fast 800 Gramm leichter. Da freut sich der Wander-DJ. Zum Vergleich: Der Hauptkonkurrent aus dem Serato Lager - Pioneer DDJ-SR1 - wiegt bei 553,6 x 319,1 x 65,3Millimetern
satte zwei Kilo (gerundet) mehr. Ein Gewicht, das sich im Backpack sicherlich bemerkbar machen würde, wenngleich ich prognostizieren möchte, dass Rückenschmerzen hier wohl nicht aufgrund von Gewicht, sondern eher von der Größe her bedingt sein dürften. Und das mit dem Rücken wäre dann auch nochmal abzuklären: Ich jedenfalls habe keinen passenden Rucksack vor Ort (selbst das Namba Remix-Backpack ist zu klein). Die Hersteller werden aber wohl nicht lang auf sich warten lassen, um dem Mix-Apparat was passendes auf den Leib zu schneidern.  

Ein erfreutes Schmunzeln huscht mir ob der hohen Qualität der Bedienelemente, der allgemeinen Verarbeitung und des „ergonomischen“ Layouts über die Lippen. Dies beinhaltet die handlichen, gut eingestellten Jogwheels mit der neuen Alu-Faceplate im oberen Arbeitsbereich, die frei zugänglichen Pads unten, die im Regelverhalten passend eingestellten Fader und nun erfreulicherweise etwas schwergängigeren Potis. Im Übrigen können diese gegen DJTechtools Chroma Caps ausgetauscht werden, um dem Gerät eine individuelle Note zu verpassen. Auch die versenkbaren Regler am Frontpanel zeigen einen gewissen Grad an Detailverliebtheit. Die nun halbtransparenten und bunt leuchtenden Pads unterstützen den visuellen Workflow noch besser als die kleinen Aussparungen beim Vorgänger. Der dezent frische Wind beim Finish gefällt mir ebenfalls, obschon die Mixer-Platte natürlich Fingerabdrücke in einer Detailstufe einfängt, bei denen sogar die Tatort-Spusi ins Schwärmen geraten dürfte. Wen es stört, der greift zum Poliertuch.

Schaue ich mir Front- und Backpanel an, bleiben eigentlich keine Wünsche offen, denn dank Cinch- und Klinkenausgängen ist das Gerät in der Lage, die Profi-PA und Monitoranlage gleichermaßen zu beschallen, wobei ich mir für den Cinch-Output aussuchen kann, ob dieser als separat regelbarer Kabinenausgang fungiert oder ein Parallelabgriff des Masters wird. Rechts sind der Power-Schalter und daneben die Strombuchse untergebracht. Die Versorgung über das Netzteil ist Pflicht, möchte man den S2 mit „i“-Peripherie bespielen. Eine Kensington-Schlossvorrichtung schützt das Gerät vor ungewollten Abhandenkommen auf Parties oder Messen, wo der DJ zwischendurch mal seinen Platz verlassen muss. Moderatoren dürfen hinten ein Mikrofon anschließen. Der Einschaltknopf befindet sich praktischerweise vorn neben dem Kopfhörerausgang mit seinen Begleitern „Cuemix und Level“.

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