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Test
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09.05.2018

MOTU MIDI Express 128, MIDI Express XT, micro express, micro lite und FastLane Test

MIDI Interfaces

MIDI für alle Fälle

MIDI ist trotz seines Alters immer noch allgegenwärtig und ein Update lange nicht in Sicht. Das „Music Instrument Digital Interface“ steuert somit nach wie vor den Datenverkehr zwischen elektronischen Instrumenten und anderem Studiogear, sei es nun das simple Noten-senden, umfangreiches Clocking oder gar die komplexen Datenübertragungen von Samples. 

MIDI kann vieles, ist aber wirklich nicht sonderlich schnell. Theoretisch kann man zwar viele Geräte in Reihe schalten und über die 16 MIDI-Channels pro Kabel arbeiten, aus vorgenanntem Grund ist das aber nicht gerade ratsam. Jedes Instrument sollte also seinen eigenen MIDI-Port spendiert bekommen. Je komplexer das Studio also wird, umso mehr MIDI Interfaces braucht man.

Ja, und MOTU hat große und kleine Interfaces im Angebot, vom simplen 2-Port-I/O für den Computer bis zur komplexen standalone Patchbay inklusive Routing-, Merging-, Splitting- und Muting-Optionen. Und die schauen wir uns heute alle einmal an!

Details

Ähnlich aber doch nicht gleich

MOTU hat aktuell fünf USB-MIDI-Interfaces im Angebot: Da wären das MIDI Express 128 und das MIDI Express XT; beide im 19-Zoll Gewand, eine HE hoch und ca. 18 cm tief. Sie sind außerdem beide mit jeweils acht MIDI I/Os ausgestattet und können somit insgesamt bis zu 128 Channels verwalten. Das XT verfügt außerdem über SMPTE-und Patchbay-Funktionalität inklusive 16 Presets und Konfigurationssoftware „Clockworks“. Damit ist das XT die große Deluxe-Variante.

Gleiches gilt im Prinzip auch für die Kompaktversionen namens micro express bzw. micro lite, wobei diese halb so groß sind und die Hälfte der 19-Zoll in Anspruch nehmen, dennoch auch 1 HE hoch und ca. 18 cm tief sind. Ihre Namensgebung ist allerdings etwas verwirrend: Das micro express verfügt über dieselbe Funktionalität wie das Express XT, bei reduzierter Port-Anzahl versteht sich. Das micro lite hingegen ist das kleine MIDI Express 128: Das hätte man eindeutiger benennen können.

Mehr als die Hälfte

Ganz so einfach ist es aber doch nicht, die kleinen Versionen verfügen nämlich über etwas mehr als die Hälfte an Ports. Und zwar wie im Folgenden aufgeteilt: Das micro express besitzt sechs MIDI-Ausgänge und vier MIDI-Eingänge, das micro lite hingegen fünf Eingänge und fünf Ausgänge. Ein I/O-Paar befindet sich bei beiden Interfaces dabei jeweils exklusiv an der Front – bei den beiden großen Interfaces sind die Fronteingänge hingegen Duplikate und alternativ nutzbar – wichtig beim Rack-Einbau, wo niemand Kabel vorn herausstehen haben möchte.

Last but not least gibt es auch noch das FastLane, welches zwei Ein- und zwei Ausgänge besitzt sowie eine Thru-Funktionalität bietet. Letztere ermöglicht ein Durchreichen der Signale, sollte der Rechner einmal ausgeschalten sein.

Ferner bieten alle Interfaces Status-LEDs (Rot für Eingänge und Grün für die Ausgänge), die Patchbay-Interfaces micro express und MIDI Express XT außerdem noch entsprechende Taster für die Patchbay-Zusatzfunktionen, sprich Preset-Wahltaster inklusive Panic-Taster sowie auch einen Anschluss für ein Fußpedal.

Mac und Win, aber nicht mehr ganz so fresh

Alle Interfaces – bis auf das große MIDI Express XT – sind Bus-powered sowie mit Windows und OSX kompatibel. Die Konfigurationssoftware ClockWorks ist nicht mehr die neuste und noch dazu in 32 Bit – es funktioniert trotzdem. Aufpassen muss man nur bei neueren OSX Systemen, welche den Treiber über das Sicherheitspanel gern mal bei der ersten Verwendung blockieren. Einmal erlaubt, funktioniert es aber tadellos.

Die kleinen Extras von micro express und MIDI Express XT

Die beiden XTs – manchmal führt nämlich auch das midi express die Endung XT im Namen – bieten mehr als die im Verhältnis recht einfach gehaltenen Interfaces micro lite, MIDI Express 128 und FastLane. Konkret: Patchbay, Presets, SMPTE und MMC-Support. Das macht sich auch beim Preis bemerkbar. Für die Faulen unter euch habe ich das mal in einer Tabelle umgerechnet, um besser vergleichen zu können, wo es die meisten Ports pro Euro gibt!

  • MIDI Express XT – 8 In, 8 Out – 395 Euro – 24,69 Euro pro I/O
  • MIDI Express 128 – 8 In, 8 Out – 285 Euro – 17,80 Euro pro I/O
  • micro express – 4 In, 6 Out – 339 Euro – 33,90 Euro pro I/O  
  • micro lite – 5 In 5 Out – 141 Euro – 14,10 Euro pro I/O
  • FastLane – 2 In 2 Out – 95 Euro – 23,75 Euro pro I/O

Ich habe hier mit den aktuellen Straßenpreisen gearbeitet, welche doch teils recht wahllos erscheinen. Das micro express trägt übrigens auch manchmal eine 2 im Namen, dabei handelt es sich aber nur um eine kleine Verbesserung in der Revision und die gibt es schon seit 2011. Und zwar kommt SMPTE Support für 23,976 zu 24, 25, 29,97 drop, 29,97 non-drop und 30 fps hinzu. Der LTC lässt sich ferner mit allen Rates sowohl lesen als auch ausgeben. Außerdem lässt sich dieser auch in MTC, also MIDI-Time Code, konvertieren und das auch umgekehrt. Und auch MIDI Machine Control transport messages werden unterstützt. Alle Einstellungen werden dabei über die mitgelieferte Software „Clockworks“ getroffen.

Standalone MIDI Patchbay

Am interessantesten dürfte für die Musik machende Zunft aber die Patchbay sein, welche natürlich auch standalone funktioniert. Die micro express muss dann aber mit einem USB-Netzteil versorgt werden. Es können dabei acht eigene Presets erstellt werden sowie auch acht Factory-Presets genutzt werden, deren Klarnamen auf der Front zu finden sind und mittels LED bei Aktivität visualisiert werden. Die Namen sprechen durchaus für sich, ich habe aber auch mal alle dazugehörigen Routings als Screenshot hinzugefügt.

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