Hersteller_Motu
Test
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01.04.2016

Praxis

Treiber und Performance

Die Installation der Treiber verläuft ohne Probleme. Auch die Performance des Interfaces ist gut. Erwartungsgemäß lieferte der Thunderbolt-Port kürzere Latenzen als der USB-Anschluss, wobei die Unterschiede sehr gering sind. Im Folgenden die Latenzwerte unter Ableton Live bei 44,1 kHz. 

Der USB-Anschluss hat Vorrang vor Thunderbolt, so dass man den USB-Anschluss durchaus auch als „Gästekabel“ für die Kundschaft und deren Laptop bereit halten kann. Thunderbolt funktioniert auch mit älteren Anschlüssen (TB1), sogar mit dem Mini-Display-Port meines alten MacBook Airs. Ebenfalls schön: Das Interface kann stand-alone verwendet werden. 

CueMix FX 

Zu jedem guten Interface gehört ein Software-Mischpult mit dem alle Einstellungen komfortabel am Rechner vorgenommen werden können. Die mitgelieferte Software namens CueMix FX sieht zwar nicht mehr ganz taufrisch aus, lässt sich aber einfach bedienen. Und mit bis zu acht Bussen für Stereo-Submixe steht selbst komplexesten Monitoring-Situationen nichts im Wege. 

Die umfangreichen integrierten Effekte sind fürs Künstler-Monitoring ein echter Segen. Vor allem der integrierte EQ ist extrem detailliert und klingt neutral. Trotzdem würde ich ihn nicht mit aufnehmen, um alle Optionen bis zum Schluss offen zu halten. Das Gleiche gilt für die Preamp-Funktionen Soft-Clip und V-Limit, denn die Vorverstärker sind rauscharm genug, um ausreichend konservativ pegeln zu können.

Klang

Die Preamps des MOTU klingen neutral und fangen den Charakter meiner Test-Mics färbungsfrei ein. Der Bass wurde via DI aufgenommen und klingt trocken. Im Gegensatz zum MOTU Ultralite AVB können die Mic-Preamps allerdings nicht parallel zu den Instrumenten-Eingängen genutzt werden, sodass man umstecken muss. 

Die Wandler lösen fein auf. Im Vergleich zu meinem RME UFX empfand ich die Höhen offener und dabei trotzdem gleichzeitig nicht so scharf. Die Bässe empfand ich beim MOTU subtil auch nicht ganz so tief und knackig. Die MOTU-Wandler klingen dadurch für mich immer etwas weicher und damit musikalischer. Wir reden hier über Nuancen, die nur im harten D/A-A/B-Vergleich (Mac Aggregate Device) auffallen.

Usability

Durch die zahlreichen Hardware-Bedienelemente wird die Bedienung sehr intuitiv. Im Gegensatz zu anderen Interfaces muss man sich nicht durch Menüs hangeln, sondern hat die wichtigsten Funktionen unmittelbar an der Hand, beispielsweise die Gains und Kopfhörer- bzw. Monitor-Lautstärken. Selbst als RME-Nutzer muss ich das neidlos eingestehen. 

Schade ist allerdings, dass der primäre Kopfhörer-Ausgang nur gemeinsam mit dem XLR-Main-Out regelbar ist. Toll wäre zudem, wenn man zwischen zwei Monitorpaaren umschalten könnte. 

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