Test
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18.04.2019

Praxis

Das komplette Test-Set inklusive Hardware und Becken ist in zwei Kartons verpackt. Das bedeutet, dass viel Aufbauarbeit vonnöten ist, denn alle Trommeln außer der komplett montierten Snare Drum müssen noch mit Fellen bestückt werden. Beim Aufziehen der Felle fallen mir zwei Dinge auf: Erstens werden für die Schlag- und Resonanzfelle verschiedene Folienstärken verwendet, wobei die Resonanzfelle außergewöhnlich dünn ausfallen, und zweitens erweisen sich einige der Stimmschrauben – vor allem an der Bass Drum – als äußerst schwergängig, was auf mangelhaft geschnittene Gewinde hinweist. Auch der Klapphebel des Snare Strainers ist alles andere als leichtgängig, allerdings wird dadurch auch einem selbsttätigen Lösen desselben vorgebeugt. Bassdrum-Pedal und Hi-Hat-Maschine bieten zufriedenstellende Laufeigenschaften und erfüllen – abgesehen von der fehlenden Kontermutter an der Hi-Hat Clutch ihren Zweck. Dasselbe gilt auch für Becken- und Snare-Ständer.  

Die dünnen Resonanzfelle begrenzen den Stimmumfang

Für die Soundfiles versuche ich zunächst, die optimale Stimmung für die Toms zu ermitteln und taste mich dafür durch verschiedene Stimmbereiche. Schnell zeigt sich, dass die ultradünnen Resonanzfelle sich eigentlich nur in einem mittleren Tuning wohlfühlen. Tiefer gestimmt, fangen sie schnell an zu flattern, in deutlich höheren Tunings wird der Klang sehr dünn. Den Resonanzfellen der Toms verpasse ich ein kleines Stückchen Gaffa Tape, die Bass Drum dämpfe ich mit einem leichten Kissen – kein Problem dank des gelochten Resonanzfells – , das Schlagfell stimme ich recht locker. Auf der Snare, die ich relativ hoch stimme, klebe ich – außer im Solo Soundfile – ein kleines Stück aus einem Fellring auf. Und so klingt das Ganze:

Die Toms gefallen mir – trotz der nicht optimalen Fellkombination – gut, und auch die Bass Drum produziert einen annehmbaren Sound. Ein Schwachpunkt ist in meinen Augen die Snare Drum, die immer etwas matt klingt und keinen wirklichen Druck erzeugt. Einen Unterschied zu Snares mit reinen Pappelholz-Kesseln kann ich hier nicht erkennen. Auch die Becken können mit den Einsteigermodellen der Markenhersteller nicht mithalten, sind aber zumindest so stabil, dass sie eine Weile halten und für die ersten Erfahrungen am Drumset ausreichen. Das 16“ Crash ist, wie man leicht hören kann, in der vorliegenden Materialstärke quasi unbrauchbar, wird aber hier aus oben genannten Gründen nicht bewertet. 

Mit Markenfellen geht noch etwas mehr

Um zu überprüfen, wie sehr sich ein Umstieg auf Markenfelle bei den Toms auswirkt, ziehe ich nun klare, doppellagige Remo Emperor als Schlagfelle auf die Toms. Das Schlagfell des 16“ Floor Tom dämpfe ich ganz leicht. In einem ähnlichen Tuning wie mit den Werksfellen produzieren die Toms einen etwas Attack-betonteren und gleichzeitig volleren Sound. Die dünnen Resonanzfelle definieren allerdings auch hier die Grenzen des Tuning-Bereichs. Wer hier mehr Optionen haben möchte, sollte am besten gleich nach dem Erwerb des Sets die Resonanzfelle entsorgen, die Millenium Schlagfelle als Resos verwenden und für die Schlagfelle auf Markenprodukte zurückgreifen. Die Investition von rund 40 Euro würde sich auf jeden Fall lohnen. Für die folgenden Soundfiles habe ich die Snare ein wenig tiefer gestimmt.

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