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Test
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11.09.2015

Millenium MPS-425 E-Drum Mesh Set Test

Elektronisches Schlagzeug

Ganz schön schräg

Das Millenium MPS-425 E-Drum Mesh Set im bonedo Test. Die Thomann-Hausmarke Millenium mischt seit vielen Jahren kräftig mit im hart umkämpften Markt der erschwinglichen Anfänger-E-Drumsets und will eine günstige Alternative zu den etablierten Herstellern bieten. So unterscheidet sich das neue MPS-425 Modell optisch auch kaum von der teureren Markenkonkurrenz und beinhaltet – ungewöhnlich für ein Set, das weniger als 400 Euro kostet – sogar ein Snare Pad mit Mesh Head statt Gummispielfläche, wodurch ein realistischeres Spielgefühl erzielt werden soll. Auch ein echtes Bassdrum Pad mitsamt Fußmaschine ist mit an Bord. Damit keine Langeweile aufkommt, wurden 380 Sounds und 82 Songs integriert, wobei sich auch eigene Konfigurationen und Recordings speichern lassen.

Wer keine vierstellige Summe für ein E-Drumset ausgeben will – und das sind mit Sicherheit nicht wenige –, wird beim Durchstöbern des riesigen Angebots an der Firma Millenium nicht vorbei kommen. Qualitativ haben wir bei diesem Hersteller von „unterirdisch“ bis „für den Preis erstaunlich gut“ schon alles erlebt. Wir dürfen also gespannt sein auf das MPS-425 Set, dessen schräg designtes Sound-Modul im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Rahmen fällt. 

Details

Das Rack kommt in Schwarz und Chrom

Aus schwarzen Aluminium besteht die leichtgewichtige Vierfuß-Konstruktion des Racks, die – abgesehen vom Bassdrum Pad – sämtliche Pads sowie das Modul zu tragen hat. Verbunden werden die Elemente mittels Kunststoffschellen, die mit Flügelmuttern, ebenfalls aus Kunststoff, oder Vierkantschrauben fixiert werden. Ein entsprechender Schlüssel liegt selbstverständlich bei. Die drei verchromten Arme zur Aufnahme der Becken- und Hi-Hat Pads sind mit kurzen Galgenauslegern ausgestattet, die einen gewissen Spielraum bei der Positionierung erlauben.

Die Pads – abgesehen von der Snare muss eine Zone genügen

Alle drei Tom Pads sowie das in eine stabile Metallkonstruktion integrierte Bassdrum Pad haben einen Durchmesser von acht Zoll und verfügen über Single Zone Gummispielflächen, was bedeutet, dass sie mit nicht mehr als einem Sound belegt werden können. Die Aufhängung der Toms erfolgt mit Hilfe von L-Armen, auf die die Pads aufgesteckt und anschließend mit einer Flügelmutter fixiert werden. An einem separaten Auslegearm ist das zehn Zoll große Snare Pad angebracht, dem die Entwickler ein Mesh Head spendiert haben. Da das Fell in einem herkömmlichen Spannreifen sitzt, kann es mittels Stimmschrauben auch im Härtegrad verändert werden. Hier gibt es neben dem Fell-Trigger noch eine zweite Spielfläche auf dem gummierten Rand. 

Eine identische Konstruktion weisen das Hi-Hat- und das Crash-Becken Pad auf. Beide bieten, bei einem Durchmesser von zehn Zoll, lediglich eine Spielzone. Das Crash Pad verfügt über eine Choke-Funktion, was bedeutet, dass der Sound in der Abklingphase durch Festhalten des Beckens am Rand abgestoppt werden kann. Dieselbe Funktion gibt es natürlich auch beim Ride-Becken Pad – ebenfalls in Single Zone Ausführung –, das zwei Zoll größer ausfällt und dessen Gummispielfläche zur Verbesserung des Rebounds etwas dicker ist. An der Unterseite ist bei allen drei Pads eine Aussparung vorhanden, die – im Zusammenspiel mit dem Gegenstück, welches am oberen Ende des Beckenhalters befestigt ist – ein Verdrehen der Becken verhindert.

Mein Modul, das hat fünf Ecken...

Im gewagten Design kommt das Modul des MPS-425 daher. Rechteckig war den Entwicklern wohl zu langweilig, warum dann nicht einfach mal fünfeckig? Irgendwie werden bei mir sofort Assoziationen zur legendären Gibson Firebird Gitarre wach – auch so ein Design, das man nur lieben oder hassen kann. Das orangefarbene Display ist zweizeilig und, trotz der etwas kryptischen Schrift, gut ablesbar. Schräg darunter – ja, parallele Linien sucht man hier vergeblich – finden wir die drei Hauptbereiche Song, Kit und Voice sowie die Tasten zum Duchblättern der Menus. An zentraler Stelle befinden sich die Up/Down-Tasten, und links daneben die Schalter für Tempo, Click und globale Einstellungen (Utility) sowie die Taste zum Stummschalten der Drums bei den integrierten Songs. Ganz rechts liegen vier weitere Tasten für die Aufnahmefunktion, das Starten und Stoppen der Songs, die Speicherung von Kits und Songs sowie die Shift- und die Preview-Taste, mit der zu bearbeitende Sounds auch ohne Anschlagen eines Pads ausgelöst werden können. Die Anschlussmöglichkeiten beinhalten einen USB Port zur Verbindung mit einem Computer, MIDI In und Out, die beiden Hauptausgänge, einen Anschluss für ein zusätzliches Crash-Becken Pad sowie den Kopfhörerausgang und den Aux In, jeweils in Miniklinken-Ausführung, An der Oberseite sind zwei Regler für die Gesamtlautstärke und den Pegel des über den Aux In zugeführten Signals angebracht. Den Vogel schießt der dreieckige Ein/Aus-Schalter ab, für den von der linken oberen Gehäuseecke einfach ein Stück abgeschnitten wurde. Sehr praktisch ist der in die Halterung integrierte DB-25 Anschluss für alle Pads an der Unterseite des Moduls, der einiges an Verkabelung beim Aufbau erspart. So viel zum Äußeren, nun zu den – wichtigeren – inneren Werten.

Der Funktionsumfang wurde auf das Wesentliche reduziert

Die technischen Daten sehen mit 380 Sounds und 30 Preset Kits zunächst einmal nicht schlecht aus. Allerdings fällt die Anzahl der frei programmierbaren Sets mit gerade mal fünf äußerst mager aus. Die Parameter zur Bearbeitung der Sounds beschränken sich auf das Wesentliche, was ich angesichts der Überfrachtung vieler Module als positiv betrachte. Lautstärke, Panorama, Tonhöhe, Hallstärke, Ausklingzeit und die ausgegebene MIDI Note können hier bestimmt werden. Das halte ich für absolut ausreichend und auch leicht nachvollziehbar für Laien. Ähnlich übersichtlich gestaltet sich die Kit-Ebene, auf der neben der Lautstärke auch das gesamte Kit betreffende Klangeinstellungen mittels eines 3-Band-Equalizers vorgenommen werden können. Zum Mittrommeln gibt es 50 Songs aus verschiedensten musikalischen Genres sowie 32 Patterns, die – wie auch die Songs – den Pads frei zugeordnet werden können. Zur Aufnahme des eigenen Getrommels stehen fünf Song-Speicherplätze zur Verfügung. Ein externes Signal kann nicht mit aufgenommen werden, dafür aber bei Bedarf die internen Songs oder Patterns. Das eingebaute Metronom bietet sechs verschiedene Sounds, darunter auch eine menschliche Stimme und eine Vielzahl rhythmischer Patterns, auch in ungeraden Taktmaßen. Im Utility-Bereich verbergen sich die Pad-Einstellungen wie Empfindlichkeit und Schwellenwert sowie Parameter zur Unterdrückung von Doppeltriggern und Übersprechungseffekten zwischen den Pads. Weiterhin stehen hier sechs Dynamikkurven zur Anpassung an die individuelle Spielweise zur Verfügung. Auch die Feineinstellung des Hi-Hat Pedals kann auf dieser Ebene vorgenommen werden, ebenso wie rudimentäre MIDI-Einstellungen (GM Mode, Local On/Off), eine Umkehrung der Stereopanorama-Werte und die Zeiteinstellung für die automatische, bei Bedarf auch deaktivierbare Abschaltfunktion (30 oder 60 Minuten).

Auch die Füße wollen beschäftigt sein: Hi-Hat Controller und Fußmaschine

Wie in der unteren Preisklasse üblich, besteht auch beim MPS-425 die Hi-Hat aus einem  Pad und einem separaten Controller, die über das Modul in Verbindung miteinander stehen. Der Controller ist ein Pedal, unter dem ein Gummi-Trigger angebracht wurde, der – je nach Druckstärke – den Öffnungsgrad der Hi-Hat Becken zwischen geschlossen und offen simuliert. Als Maßnahme gegen unbeabsichtigtes Verrutschen des Pedals sind zwei herausschraubbare Metalldornen angebracht. Die Feder unter der Trittfläche ist in ihrer Spannung nicht variabel, allerdings kann man mittels einer Vierkantschraube den Pedalweg bis zum Ansprechen des Triggers einstellen. Wenig Aufregendes gibt es über die Fußmaschine zu berichten. Hierbei handelt es sich um ein handelsübliches simples Standardmodell mit justierbarer Federspannung und einem Schlägel mit zwei verschiedenen Schlagflächen aus Kunststoff und Filz.

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