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Test
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27.05.2015

Miktek ProCast SST Test

Bundle mit Mikrofon, Audio-Interface, Mixer und Stativ

Vollwertige Podcast-Station?

Mit der ProCast SST Studio Station beschert uns Miktek ein Podcast-Bundle aus USB-Audio-Interface, Kleinmixer, Stativ und Kondensator-Mikrofon, mit dem Podcasts im Handumdrehen gelingen sollen. Dazu setzt der amerikanische Hersteller aus Nashville/Tennessee auf Funktionalität, Audioqualität und Benutzerfreundlichkeit. Auf diese Punkte werde ich für Euch im folgenden Test Augen und Ohren werfen.

Wer ein Podcast-Set kaufen möchte, steht mittlerweile vor der Qual der Wahl. Etliche Anbieter haben Bundles in ihrem Programm, deren Ausstattung vom simplen USB-Mikrofon bis zum vollständigen Ministudio reicht. Die Schwachpunkte liegen hier nicht selten entweder beim Mikrofon oder eingeschränkten Monitoring-Möglichkeiten. Nicht so beim Miktek ProCast SST: Es lässt eine Aufnahmesoftware vermissen, bietet dafür aber Kleinmischer und Stativ. Wir dürfen deshalb gespannt sein, wie flexibel die Studio Station in der Praxis ist…

Details

Mikteks Tetris

Vor den Praxistest haben Miktek jedoch ein Geduldsspiel in ihre Produktverpackung eingebaut. Hier ein Klebestreifen, dort ein Pölsterchen – als Tester stelle ich mir unweigerlich die Frage: Werde ich das Gerät jemals wieder auch nur annähernd originalgetreu verpackt zurücksenden können? Pluspunkt des Verpackungstetris ist jedoch, dass ich als Kunde zumindest beim ersten Auspacken alles unbeschadet in den Händen halten kann.

Zwei mal drei Meter

Fertig ausgepackt habe ich neben der Studio Station ein drei Meter langes USB-Kabel vor mir, das den Anschluss des Audio-Interfaces an einen Windows PC oder Mac ermöglicht. Außerdem gehört ein genauso langes XLR-Kabel zum Lieferumfang. Dieses dient dem Anschluss eines weiteren Mikrofons an das Interface und bietet auf beiden Seiten Knickschutze sowie eine Rückhaltesicherung. Eine 20-seitige englischsprachige Bedienungsanleitung rundet das Paket ab. Der erste Eindruck des Bundles ist damit schon recht ordentlich. Aber schauen wir uns doch mal die Details an und testen sie dann in der Praxis…

Mixer-Station

Das Herzstück des ProCast ist die Mixer-Station. Die Einheit aus Audio-Interface und Mini-Mixer bildet im wahrsten Sinne des Wortes das Fundament der Studio Station. Denn die zentrale Einheit des ProCast SST ist aus schwerem Druckguss-Metall und bringt einiges an Gewicht auf die Waage. Ein sicherer Stand ist somit garantiert. Vier flache Gummifüßchen mit recht großem Durchmesser sorgen zudem für Rutschfestigkeit. Auf glatten Oberflächen kann die Station tatsächlich nur mit Mühe verschoben werden. Gut so!

Am Mixer kann ich zwei von drei Eingängen gleichzeitig nutzen. Zusätzlich kann das vom PC kommende Playback-Signal hinzugemischt werden. Zum Einen stehen zwei Eingänge für Line-Level-Signale bereit. Zum Anderen ein Mini-XLR-Eingang zum Anschluss eines weiteren, externen Mikrofons. Per Taster ist für dieses eine 48V-Phantomspeisung zuschaltbar. Die Eingangssignale kann ich mit dem Mini-Mixer zusammenführen. Ich kann dabei auswählen, ob im jeweiligen Mixerkanal das Signal eines Mikrofons oder eines der Line-Eingänge (etwa für E-Gitarre, Keyboards und MP3-Player) anliegen soll. Das eingebaute Mikrofon (Input 1) ist über Kanal 1 regelbar. Wahlweise kann ich das Signal des zusätzlichen Mikrofons 2 beziehungsweise das an Input 2 anliegende Signal über Kanal 2 steuern. Auswählen lässt sich die Signalquelle mittels „MIC/LINE“-Wahlschalter am Mixer. Eine Clip-LED zeigt an, falls der Eingangspegel zu hoch sein sollte und so Verzerrungen bewirken könnte. Die Anpassung der Kanallautstärken kann ich mithilfe dreier Fader mit 60 mm-Regelweg vornehmen. Über „Mute“-Schalter lässt sich das jeweilige Eingangssignal stumm schalten. Per se sind die beiden Eingangskanäle hart links/rechts gepannt. Ein „Mono“-Schalter sorgt für das Zusammenmischen der beiden Kanäle, so dass beispielsweise zwei aufgegriffene Mikrofonsignale beim latenzfreien Direct-Monitoring addiert und in der Stereomitte wiedergegeben werden.

Ein fünfstelliges LED-Meter gibt Auskunft über den Ausgangspegel. Mittels „Mix“-Poti kann ich stufenlos das latenzfreie Aufnahmesignal und das Wiedergabesignal des Computers mischen. Möchte ich das resultierende Signal abhören, kann ich einen Kopfhörer in die „Mix“-Buchse auf der Gerätefront stecken. Ein zusätzlicher Kopfhörerausgang befindet sich an der Rückseite der Studio Station. Seine Lautstärke lässt sich mittels Potentiometer separat regeln.

Mikrofon

Das Mikrofon des ProCast-Bundles soll laut Hersteller „Rundfunk-Qualität“ liefern (was immer man sich in Nashville darunter genau vorstellt…). Dies soll durch eine ultra-dünne, stoßabsorbierend gelagerte 19 mm-Membran des Kondensator-Mikrofons erreicht werden. Damit befindet sich das Miktek-Mikrofon hinsichtlich der Membrangröße zwar jenseits typischer Kleinmembran-Mikrofone, aber noch unterhalb klassischer 1-Zöller, die für gewöhnlich als Großmembraner gelten. Demnach sollten Rausch- und Impulsverhalten des Mikrofons recht ausgewogen sein. Nichtsdestotrotz handelt es sich beim Schallwandler des ProCast-Bundles um ein USB-Mikrofon, das seine Speisespannung über das USB-Kabel bezieht.

Auch wenn die Plastikhalterung des Mikrofons es zunächst nicht vermuten lässt, so gibt ein Klopfen gegen den Mikrofonschaft Gewissheit: Der Body des kleinen Mikros ist aus stabilem Druckguss-Metall und somit widerstandsfähig. Technisch bietet das Mikrofon ein High-Pass-Filter zum Herausfiltern tiefer Frequenzen, so dass beispielsweise der Nahbesprechungseffekt verringert werden kann. Es setzt bei 100 Hz ein und arbeitet mit einem nicht allzu drastischen Roll-Off von 12 dB pro Oktave. Mit einem Frequenzumfang von 20 Hz bis 16 kHz greift das Miktek-Mikrofon den gesamten Frequenzbereich auf, der insbesondere bei der menschlichen Stimme relevant ist. Die unvermeidlichen technischen Daten des Anbieters teilen einen maximalen Schalldruck von 132 dB SPL mit. Das Übertragungsmaß der Empfindlichkeit ist mit  40 dB/Pa angegeben, was einem Übertragungsfaktor von 10 mV/Pa entspricht.

Unter dem Gitter des Drahtgeflechtkorbs ist ein Schaumstoff angebracht, aber zusätzlich sorgt ein aufsteckbarer Windschutz dafür, dass kein Windzug das Aufgreifen des Stimmsignals stört. Im Manual der Studio Station wird der Windschutz als „Poppschutz“ angeführt. Für diesen Zweck ist er jedoch ein wenig nah an der Membran.

Ein höhenverstellbarer und schwenkbarer Stativarm sorgt mit drei großen Gelenken für eine optimale Höhen- und Nähenanpassung des Mikrofons. Der Schwenkbereich des Drehgelenks beträgt stolze 270°. Möchte ich eine Schallquelle im „toten Winkel“ des Drehbereichs aufgreifen, kann ich den Stativarm entweder nach hinten klappen oder ganz einfach das Mikrofon drehen. Somit ist rings um das Audio-Interface herum keine Position für das Mikrofon unerreichbar.

Audio-Interface

Maximal 24 Bit und 96 kHz Auflösungt, je zwei Monoaufnahme- und ein dazuregelbarer Stereowiedergabekanal sowie Plug & Play sollen den Einsatz des in der Studio Station eingebauten Audio-Interfaces sowohlh zu einer „Ohrenweide“ als auch zu einem Kinderspiel machen. So können theoretisch eine Stereosumme beispielsweise das Signal eines Keyboards bei einer Musikaufnahme oder auch zwei Mikrofon-Monosignale während eines Interviews aufgezeichnet werden.

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