Test
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17.02.2017

Marantz MPM-1000 Test

Kondensatormikrofon

Günstig, nicht billig

Marantz schickt das MPM-1000 ins Rennen um die günstigsten Großmembran-Mikrofone, die der Mikrofonmarkt zu bieten hat. Das verwundert vielleicht den ein oder anderen von Euch, dem der Name Marantz aus dem Hi-Fi-Bereich ein Begriff ist. Für mich ist die Firma ebenfalls als Hersteller exzellenter Hi-Fi-Verstärker und Plattenspieler im Hinterkopf abgespeichert. Aber Marantz Professional bieten heutzutage weit mehr als das. Vom Studio- über Broadcast- bis hin zum Live-Equipment reicht das Programm. Da kommt eine Menge Erfahrung zusammen, die im Bereich der Studiomikrofone nun mit dem MPM-1000 ihre günstige Ausführung findet.

Wer sich den Straßenpreis des MPM-1000 anschaut, wird wirklich kaum glauben, dass es sich hier tatsächlich um einen Großmembraner samt Tischstativ und Spinne handelt. Im Test wollen wir deshalb für Euch schauen, ob günstig in diesem Fall auch billig bedeutet oder Marantz mit dem MPM-1000 doch eher ein Schnäppchen anbieten…

Details

Auftritt des MPM-1000 mit reichlich Zubehör

Schauen wir uns als erstes einmal an, was das MPM-1000 zu bieten hat. Einfach gesagt, ist das Marantz-Mikrofon ein seitlich zu besprechendes Kondensatormikrofon mit Nierencharakteristik, wie es Dutzende gibt. Der Hersteller verspricht uns aber, dass der Schallwandler uns eine hohe Empfindlichkeit bietet und das Mikrofon mit ebenem Frequenzgang daherkommt. Das klingt für diesen Kaufpreis beinahe zu schön, um wahr zu sein und muss daher dringend von uns getestet werden. Ganz nebenbei hat das MPM-1000 ein Tripod-Tischstativ mit an Bord und kommt außerdem samt Windschutz, Spinne und XLR-Kabel zum Käufer. Das ist für ein Budget-Mikrofon eine Menge Zubehör und mir deshalb einen Eintrag in die Pro-Liste des Mikrofons wert.

Netter Look

Werfen wir einen Blick auf das Mikrofon selbst. Es hat einen mattschwarz lackierten Metallkorpus, dessen goldene Bedruckung schick anzusehen ist. Auch der silberfarbene Kopf des Kondensator-Mikrofons trägt seinen Teil zum netten Look des Mikrofons bei. Finish und Bedruckung sind gut und abriebfest ausgeführt. Der Drahtgeflechtkorb des MPM-1000 wird von einem umlaufendem Metallbügel in Form gehalten. Darunter befindet sich die Mikrofonkapsel mit 18mm-Membran – die meisten würden also eher von Mittelmembran als von Großmembran sprechen. Ganz nebenbei sind Body und Drahtgeflechtkorb service-freundlich verschraubt. Der gesamte Auftritt des Mikrofons wirkt solide und ansprechend. Einzig beim Blick auf die Rückseite des Mikrofons zeigt sich ein kleiner Wermutstropfen. Hier prangt ein nicht besonders ansehnlicher Aufkleber des Europa-Vertriebs von Marantz. Aber steckt das Mikrofon erst in seiner Halterung und wird von vorn besprochen, sieht der Künstler den – ja, nennen wir den Aufkleber ruhig so – kleinen „Schandfleck“ nicht mehr.

Werte des Marantz MPM-1000

Bevor wir das MPM-1000 in der Praxis checken, sei auch noch eine kurze Einordnung der vom Hersteller bereitgestellten Daten erfolgt. Seine Impedanz von 200 Ohm lässt es optimal mit Preamps arbeiten, die mindestens eine Eingangsimpedanz von 1000 kOhm haben – was wohl auf den Großteil der heute erhältlichen Vorverstärker zutrifft. Sein Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz ist standardmäßig und umfasst den typischerweise für Menschen hörbaren Bereich. Der Grenzschalldruckpegel ist mit 136 dB ordentlich und dürfte daher in der Aufnahmepraxis kaum zu Einschränkungen führen – auch nicht bei lauten Instrumenten. Seine Empfindlichkeit von -38 dB +/-2dB (0 dB = 1 V/Pa @ 1kHz) deutet darauf hin, dass es sich hier um kein allzu „lautes“ Mikrofon handelt, andererseits aber auch keine Signalpower auf der Strecke gelassen wird… um es mal salopp zu formulieren. Das Eigenrauschen von 17 dB ist ein guter Wert, der sicher nicht von jedem Budget-Mikrofon in der Praxis geliefert wird. Der Signal-Rausch-Abstand beträgt laut Hersteller dementsprechend 77 dB. Das ist ein solider Wert, auf den wir bei unseren Testaufnahmen nochmal achten werden.

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