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30.09.2020

Mackie Producer Bundle Test

Komplettpaket für angehende Produzenten

Homestudio aus einer Hand

Mackie setzt bei seinem Producer Bundle auf bewährte Komponenten. Neben dem Onyx Audio-Interface gibt es ein dynamisches und ein Kondensatormikrofon. Die Mackie MC-100 bilden das Abhörbesteck des Starterpakets für Einsteiger. Was taugt das Bundle und für wen ist es sinnvoll?

Details & Praxis

Was bekommt man im Bundle?

Das Mackie Producer Bundle macht nur Sinn im Zusammenspiel mit dem Computer. Schnittstelle zwischen der analogen und digitalen Welt bildet daher das bereits auf bonedo getestete Audio-Interface Mackie Onyx Producer 2.2. Das zweikanalige USB-Interface konnte im Test mit seinen guten Preamps und robuste Bauweise überzeugen. Seine Eingangssignale erhält das Interface von den beiden Mikrofonen des Bundles. Anstatt zwei mal das gleiche Mikrofon einzupacken, setzt Mackie auf die zwei häufigsten Mikrofonbauweisen. Das Mackie EM-89D ist ein klassisches dynamisches Mikrofon. Es ist annähernd unverwüstlich gebaut und kann gut mit hohen Pegeln umgehen. Das Mackie EM-91C ist ein Kleinmembran-Kondensatormikrofon im Gewand eines Großmembraners. Dieses Mikrofon ist eher für die feineren Arbeiten gedacht und glänzt bei akustischen Instrumenten und Gesangsaufnahmen. Der beiliegende Kopfhörer Mackie MC-100 ist aktuell nicht einzeln zu erwerben. Er wurde jedoch bereits als Teil des Mackie Performer Bundles getestet. Dazu gibt es noch alle benötigten Kabel um die Komponenten des Bundles sinnvoll mit dem Computer zu benutzen, sowie ein kleines Softwarepaket, das man als Einsteiger sicher gut gebrauchen kann. Das Producer Bundle richtet sich also in erster Linie an Einsteiger, die im Homestudio Aufnahmen von Einzelquellen wie Gesang, (E-) Gitarre, Bass oder Keys machen möchten.

Das Interface Onyx Producer 2.2

Mackies Interface der Wahl für das Producer Bundle ist das Onyx Producer 2.2. Das 2x2-Interface findet Platz in einem sehr stabilen Metallgehäuse, welches einen hochwertigen Eindruck macht. Die zwei Eingangskanäle auf der Vorderseite können Mikrofonsignale per XLR und Line-Signale per Klinke verarbeiten. Auf Knopfdruck kann der Preamp auch auf Hi-Z Modus umgeschaltet werden und damit Signale von E-Gitarren oder E-Bässen entgegennehmen. Die beiden Ausgänge sind zwei symmetrische 6,3mm-Klinkenbuchsen für Line-Anwendungen oder Monitorlautsprecher. Ein griffiger Regler auf der Vorderseite regelt die Lautstärke der Monitorausgänge. Daneben befindet sich der Kopfhörerausgang mit eigenem Lautstärkeregler. Abgerundet wird der Funktionsumfang des Interfaces mit einem MIDI-Interface, das über Full-Size DIN-Buchsen verfügt und eine Direct-Monitoring Schaltung die eine stufenlose Überblendung von Computer- und Inputsignalen ermöglicht. Das Interface ist komplett USB-Bus-Powered

Mikrofone: EM-89D und EM-91C

Schallwandler der Wahl sind die beiden analogen Mikrofone, die Mackie aktuell in seiner Elements-Serie auf dem Markt hat. Das dynamische EM-89D ist ein sehr solides Handheld-Mikrofon, das sich auch gut auf der Bühne macht. Mit seiner guten Verträglichkeit von hohen Pegeln macht es sich sehr gut bei lauten Quellen, wie Drums oder Gitarrenverstärkern, kann aber auch bei Gesangsaufnahmen vernünftige Resultate liefern. Das Mackie EM-91C ist dagegen ein Kondensatormikrofon. Betrachtet man es, vermutet man des Designs wegen einen Großmembraner vor sich. Tatsächlich fällt das EM-91C durch seine Membrangröße aber in die Kategorie der Kleinmembran-Mikrofone. Wie das EM-89D kommt das EM-91C in einem massiven Metallgehäuse mit kräftigem Korb. Ein Trittschallfilter oder ein Pad gibt es nicht. Einen Wahlschalter für die Richtcharakteristik sucht man ebenfalls vergeblich. Das ist in dieser Preisklasse allerdings auch wenig üblich. Das EM-91C ist also eine feste Niere. Als Kondensator-Mikrofon ist es eher das feinere Besteck als sein dynamischer Bruder. Gesangsaufnahmen, akustische Instrumente und Percussion-Tracks lassen sich mit dem EM-91C sehr gut bestreiten.

Kopfhörer und Zubehör

Mit dem Mackie MC-100 beinhaltet das Mackie Producer Bundle einen geschlossenen Studiokopfhörer. Der MC-100 ist ohrumschließend und schirmt recht gut von Geräuschen aus der Umgebung ab. Die Ohrmuscheln sind gepolstert und mit einem Lederimitat bezogen. Sie passen sich durch ihre drehbare Aufhängung gut dem Kopf an. Die Aufhängung ist zwar aus Kunststoff, macht aber einen einigermaßen robusten Eindruck. Der Kopfbügel ist ebenfalls gepolstert und auf die individuelle Kopfgröße einstellbar. Das Kabel ist nicht abnehmbar und verlässt den Kopfhörer an der rechten Ohrmuschel. Es mündet in einen 3,5mm-Klinkenstecker mit Gewinde für den 6,3mm-Adapter der ebenfalls mitgeliefert wird. Zusätzlich bringt das Bundle natürlich noch alle Kabel mit, die es so braucht, um es zu betreiben sowie ein Tischstativ für die Mikrofone, eine Klemme für das EM-89D und eine Spinne, die das EM-91C während der Aufnahme vor Nebengeräuschen durch Erschütterung schützt.

Anschließen und loslegen

Der Aufbau des Producer Bundles sollte auch den frischesten Anfängern gelingen. Das Onyx USB-Interface wird per Standard-USB-Kabel mit dem Computer verbunden. Unter Windows muss noch der Treiber von der Mackie-Website installiert werden. Hat man keine andere Audio-Workstation zur Hand, sollte man auch die mitgelieferte Mackie-Software installieren. Dann werden die Mikrofone mittels der mitgelieferten XLR-Kabel mit dem Interface verbunden und die Kopfhörer eingesteckt.

Klang und Benutzung

Das Mackie Onyx Producer 2.2 Interface ist in der Benutzung sehr übersichtlich. Lediglich die Potis für Gain und Monitoring-Mix verlangen nach etwas Fingerspitzengefühl, wie im ausführlichen Test beschrieben wird. Dafür klingen die Onyx-Preamps ordentlich und liefern mit einer maximalen Verstärkung von 60 dB einen guten Wert für die Preisklasse. Wie schon im Performer Bundle fallen die Kopfhörer durch ihren überbetonten Bass auf. Sie machen ordentlich Spaß beim Musikhören, aber scheinen wenig geeignet für die objektive Beurteilung von Musikmaterial bei Mix und Produktion. Vor allem wenn die Kopfhörer zunächst die einzige Monitoring-Option in einem ersten Setup sein sollten, lohnt es sich vielleicht, in einen besseren Kopfhörer zu investieren. Das EM-91C-Mikrofon wirkt klanglich etwas bedeckt in den Höhen. Dafür ist es recht unempfindlich gegenüber Poplauten, was praktisch ist, da ein Popschutz nicht mitgeliefert wird. Das EM-89D überzeugt dagegen auf ganzer Linie. Es steht teureren dynamischen Hand-Helds kaum nach.

Fazit

Das Mackie Producer Bundle ist ein vernünftiges und preiswertes Komplettpaket, um den Computer daheim in ein minimales Homestudio-Setup zu verwandeln. Wer keine Monitore braucht und sich nicht mit den Einzelheiten und Vergleichen von Gear auseinandersetzen möchte, findet im Producer Bundle ein bequemes Komplettpaket aus einer Hand.

  • Pro
  • All-in-one-Lösung
  • unterschiedliche Mikrofone
  • robustes Interface
  • gute Preamps
  • Preis-Leistungsverhältnis
  • Contra
  • Kopfhörer nicht besonders linear
  • Features & Spezifikationen
  • Komplettpaket aus Audio-Interface, Mikrofonen, Kopfhörer und Zubehör
  • 2-Kanal USB-Interface
  • 2 ONYX-Mikrofonpreamps
  • 60 dB-Mikrofonverstärkung
  • 48V Phantompower
  • 1x Mackie EM-89D Mikrofon
  • 1x Mackie EM-91C Mikrofon
  • Mackie MC-100 Kopfhörer
  • 2x Mikrofonkabel
  • 1x Mikrofontasche
  • 1x Mikrofonklemme
  • 1x Mikrofonspinne
  • Softwarebundle
  • Preis: € 291,–(Straßenpreise am 30.09.2020)

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