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Test
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08.03.2018

Mackie MP-120, MP-220, MP-240 Test

In-Ear-Kopfhörer

Mackie dreht an der Preisschraube

Ob Mischpulte, PAs oder Lautsprecher - Mackie stattet seit Jahren Bühnen und Studios mit seinen Produkten aus. Neuerdings hat der Hersteller auch Kopfhörer im Programm. Die In-Ears der MP-Serie sind sowohl für professionelle Anwendungen als auch für den privaten Musikgenuss gemacht und wir haben die In-Ear-Monitore Mackie MP-120, MP-220 und MP-240 auf ihre Allttagstauglichkeit hin überprüft.

Bereits für einen Straßenpreis von 100 Euro schickt Mackie den Single-Driver-Kopfhörer MP-120 ins Rennen und steigert sich über den 2-Wege-In-Ear MP-220 bis zum Spitzenmodell MP-240 mit Balanced-Armature-Treibern. Letzterer kostet im Laden gerade einmal 200 Euro und soll "konkurrenzlose Klangtreue" bieten. Sollte es Mackie gelingen, dieses Versprechen zu halten, hätten wir es hier mit einer neuen Preis-Leistungs-Referenz unter den In-Ears zu tun.

Details

Mackies In-Ears sehen sich alle sehr ähnlich

Äußerlich setzt man mit der MP-Serie bereits ein Zeichen - denn die aufgedruckten Mackie-Logos auf den Hörerkapseln schreien gerade zu heraus: "Ich trage Mackie!" Dezent geht also anders, aber unter Musikfreunden sollte dass zumindest für ein wohlwollendes Kopfnicken sorgen. Die geschwungenen Gehäuse sollen sich besser an die Ohrform anpassen und dabei Geräusche von außen isolieren. Beides funktioniert vom Start weg einwandfrei und sorgt dank Ohrabschluss auch für eine gute Portion Bass. Eine Kennzeichnung auf der Innenseite mit "L" und "R" sorgt für die korrekte Zuordnung der beiden Kanäle, wobei durch die geschwungene Kapselform ein Vertauschen auch gar nicht möglich ist.

Das Anschlusskabel mit gewinkeltem 3,5-mm-Klinkenstecker und 1,50- m- Länge kommt mit einer Gummiummantelung daher, um Reibungsgeräusche auf der Kleidung zu verhindern und ihm gleichzeitig mehr Stabilität zu geben. Falls es beim Dauereinsatz doch einmal zu einem Kabelbruch kommt, hat Mackie mitgedacht, denn bei allen drei In-Ears sind die Kopfhörerkabel austauschbar. Das funktioniert ganz einfach über eine standardisierte MMCX-Verbindung an den Ohrhörern. Wer will, kann so auch das Kabel durch eine andere Variante ersetzen - etwa mit geradem Klinkenstecker. Für einen sicheren Halt im Ohr sorgt nicht nur die geschwungene Gehäuseform, sondern auch die Kabelführung, die hinter dem Ohr entlang geht. Mackie empfiehlt zwei verschiedene Tragevarianten des Kabels: einmal hinter dem Nacken für maximale Freiheit auf der Bühne und einmal in Richtung Brust für den täglichen Einsatz. Für den richtigen Sitz im Gehörgang sollen verschiedene Ohrpassstücke sorgen. Insgesamt liefert der Hersteller pro Kopfhörer drei verschiedene Versionen aus Silikon, Schaumstoff und in einer Dual-Flange-Variante in den Größen "S", "M" und "L".

Im Case sicher unterwegs

Im Lieferumfang ist weiterhin eine stabile Transportbox aus Kunststoff enthalten, die den Kopfhörer auf Reisen schützt. Mit einem Karabinerhacken lässt sich das Case auch bequem an der Hose oder der Tasche befestigen und verhindert damit zugleich ein versehentliches Verlieren des Kopfhörers. In der Box ist außerdem ein Adapter von 3,5-mm-Klinke auf 6,3-mm-Klinke enthalten - für Kunden, die ihren Kopfhörer zum Beispiel mit einem Verstärker oder Audiointerface verbinden möchten.

Die Unterschiede liegen im Detail

Fragt man den Hersteller, sind die beiden Einstiegsmodelle Mackie MP-120 und MP-220 für den privaten Gebrauch gedacht. Zwar tragen alle drei Kopfhörer das Label "Professional In-Ear Monitor", doch die verbaute Technik unterscheidet sich. Der MP-120 basiert auf dem klassischen Ein-Treiber-Prinzip, bei dem eine Vollbereichsmembran pro Hörerseite den kompletten Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz abdeckt. Mit einer Impedanz von 32 Ohm ist der MP-120 für mobile Musikplayer, Smartphones und Computer optimiert und bietet mit 102 dB(SPL) Schalldruckpegel genügend Leistung für lautere Umgebungen. Der Mackie MP-220 teilt den vom Hersteller angegebenen Frequenzumfang von 20 Hz bis 20 kHz auf jeweils zwei Treiber pro Kapsel auf. Das soll für tightere Bässe und eine verbesserte Auflösung sorgen, da Höhen und Tiefen so getrennt angesprochen werden. Sein maximaler Schalldruckpegel wird von Mackie mit 104 dB(SPL) angegeben.

Mit seinen Dual-Hybrid-Treibern markiert der Mackie MP-240 das obere Ende der In-Ear-Serie. Dabei werden für den Bassbereich klassische dynamische Treiber eingesetzt, während Mitten und Hochton über einen gemeinsamen Balanced-Armature-Treiber spielen, der gerne in In-Ears der Oberklasse verwendet wird. Hier wird zur Schallerzeugung ein Metallanker bewegt, der wiederum eine kleine Metallplatte in Schwingung versetzt. Im Zusammenspiel mit den Tieftonmembranen ergibt sich ein Impedanzwert von 16 Ohm, der mit einer breiten Auswahl an Zuspielern kombinierbar ist. Den Frequenzgang des Kopfhörers gibt der Hersteller auch hier mit 20 Hz bis 20 kHz an, der maximale Schalldruckpegel liegt bei 108 dB(SPL).

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