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12.09.2020

LD Systems U505 CS 4 Test

4-kanaliges kabelloses Konferenzsystem

Grenzenlose Freiheit für Sprecher

Das LD Systems U505 CS 4 schlägt in eine Kerbe, die eine regelrechte Marktlücke ist. Der in Deutschland entwickelte stationäre Vierfach-Empfänger kommt mit parallel betreibbaren Sendern mitsamt passenden Schwanenhals-Mikrofonen daher. Wer bislang bei Konferenzen und Interviewsituationen mit verschiedenen Geräten gearbeitet hat, die aufwändig einzurichten sind, könnte bei diesem Konferenzsystem hellhörig werden. Platzsparende Komponenten, die optimal aufeinander abgestimmt sind, könnten da eine echte Arbeitserleichterung sein. Wir testen für euch, inwieweit das der Fall ist.

Details

Lieferumfang

LD System wollen mit dem U505 CS 4 ein Rundum-Sorglos-Paket bieten. Auf der Website des Herstellers heißt es selbstbewusst, dass man mit dieser Anlage alle Anforderungen eines drahtlosen Konferenzsystems erfüllen möchte. Ein erster Blick in den Lieferumfang zeigt zunächst, dass LD Systems hier ein vielteiliges Set anbieten, das viele Bedarfe berücksichtigt.

Neben dem mit Rackohren versehenen stationären Empfänger des Systems sind zwei passende Antennen ebenso mit dabei wie zwei BNC-Verlängerungskabel für die Frontmontage der Antennen. Außerdem befinden sich im Karton vier Tischstationen und vier Schwanenhalsmikrofone.

Die Mikrofone sind vom Fleck weg mit Poppschutzen ausgestattet. Zur Kaskadierung der Funkanlage liegt ein Audio-Link-Kabel bei. Um den Receiver über eine externe Steuerung zu bedienen, ist ein RJ45-Kabel dabei. Netzteil und mehrsprachige Bedienungsanleitung gehören ebenso dazu.

Ein kleines Manko des Lieferumfangs ist aber, dass dem Set keine Batterien beiliegen. Denn immerhin werden gleich acht AA-Batterien benötigt, um alle enthaltenen Tischstative parallel zu betreiben. Hier muss der Anwender also vor dem ersten Betrieb des Konferenzsystems vierfach nachkaufen. Was aber schwerer wiegt ist, dass ein Transportkoffer fehlt. Möchte ein Hersteller wirklich zumindest die wichtigsten Anforderungen erfüllen, die ein Kunde heute an ein drahtloses Konferenzsystem stellt, wäre ein passendes Case aus meiner Sicht definitiv wünschenswert. Denn auch bei einer Festinstallation der Anlage wäre eine sichere Aufbewahrungsmöglichkeit definitiv ein hilfreiches Extra.

Receiver

Der stationäre UHF-Empfänger des Konferenzsystems arbeitet mit FM-Modulation und bietet True Diversity-Empfang. Dadurch eignet sich dieses Drahtlossystem auch für Hallen, Säle und Konferenzräume. Je nachdem in welchem Funkbereich die Anlage arbeitet, bietet sie eine unterschiedliche Anzahl von Funkkanälen und Funkgruppen. Neben dem hier getesteten Setup, das im Bereich zwischen 554 und 586 MHz funkt, sind auch Varianten erhältlich, die in den Übertragungsfrequenzen 662 bis 694 MHz beziehungsweise 823 bis 832 MHz und 863 bis 865 MHz agieren. Die hier getestete Ausführung bietet 15 Kanäle in 10 Gruppen und kommt damit auf eine stattliche Anzahl von 150 nutzbaren Kanälen. Dagegen bietet die 823 MHz-Variante nur 60 Kanäle, die 662 MHz-Variante aber sogar 180 Kanäle.

Das gesamte Chassis des 1 HE hohen und 19 Zoll breiten Receivers besteht aus Metall und ist damit herrlich widerstandsfähig. In dieses Bild passen auch seine fest verbauten Rackohren mitsamt Frontschutzbügeln. Sie sind aus einem Stück gefertigt, so dass nichts wackelt oder instabil wirkt. Das ist auch wichtig, weil der Receiver stolze 6 kg auf die Waage bringt.

Auf der Vorderseite des Gerätes befindet sich ein gummierter Multifunktions-Drehregler, der zur Menü-Navigation dient. Eine Kleinigkeit, die mir gut gefällt ist, dass der Ein/Aus-Schalter des Receivers auf der Front angebracht ist. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass der Schalter von einem Schutzrahmen umgeben ist. Dadurch ist er vor versehentlichem Betätigen geschützt. Links neben dem OLED-Display verschaffen vier beleuchtete Taster Direktzugriff auf die Parameter der vier Mikrofonstationen.

Auf der Rückseite befinden sich vier symmetrische XLR-Ausgänge, mit deren Hilfe sich das Signal eines jeden Mikrofonkanals separat abgreifen lässt. Darüber hinaus ist ein Master-Ausgang vorhanden, der die Mixsumme des Geräts ebenfalls über einen symmetrischen XLR-Ausgang ausgibt. Zwei Antennen-Eingänge mit BNC-Anschlüssen sind ebenso vorhanden wie eine Buchse für die Stromzufuhr mittels externem Netzteil.

Wer die Funkanlage in ein bestehendes Kontrollsystem integrieren möchte, kann dafür den seriellen RS-232-Anschluss nutzen. Auf zwei verschiedenen Wegen kann auch eine Kaskadierung von bis zu fünf U 505-Receivern ermöglicht werden. Zum einen stehen dafür zwei RJ45-Buchsen bereit, zum anderen zwei Mini-DIN-Anschlüsse. Da jedes Konferenzsystem inklusive einem RJ45-Kabel und einem Mini-DIN-Kabel ausgeliefert wird, können Käufer mehrerer Geräte mit dem Kaskadieren starten, ohne erst Kabel kaufen zu müssen. So können dann bis zu 20 Mikrofone parallel betrieben werden.

Die Empfangssicherheit des Drahtlossystems soll durch die Übertragung eines Pilottons gewährleistet werden. Um Umgebungsgeräusche weiter zu eliminieren, kann wahlweise ein regelbares oder ein automatisches Gate im Empfänger hinzugeschaltet werden. Als Rauschunterdrückung fungiert ein variabler, in zehn Stufen regelbarer Squelch. Mit der NOM-Funktion (NOM = Number of Open Microphones), kann die Anzahl gleichzeitig offener Mikrofone begrenzt werden. Außerdem verfügt der Receiver über eine MicPriority-Schaltung, die bestimmte Mikrofone dauerhaft aktiv lassen kann.

Die technischen Werte der Funkstrecke sind solide. Das System verarbeitet Audio im Frequenzbereich  zwischen 60 und 16.000 Hz und kommt auf einen Signal-Rausch-Abstand, der 100 dB nicht unterschreitet.

Mikrofon LDU505CST

Die eleganten Sendeeinheiten der Anlage bezeichnen LD Systems als „Terminals“. Sie sind etwa 730 g schwer und mit ihrer Grundfläche von 11,5 cm x 13,5 cm sowohl groß genug, um die hohen Schwanenhalsmikrofone sicher zu halten, als auch kompakt genug, um auf einem Konferenztisch nicht zu stören. Da ihre Funkleistung lediglich 10 mW beträgt, lässt sich die Anlage auch professionell anmeldefrei betreiben. In die schweren Tischstandfüße werden die mitgelieferten Schwanenhalsmikrofone per XLR-Anschluss eingesteckt und von ihnen mit 28 V Phantomspannung versehen. Die Mikrofone arbeiten mit einer Hypernierencharakteristik, die besonders wenig seitlich auftreffenden Schall verarbeitet.

Die Mikrofon-Terminals sind auf der Oberseite mit einem Ein/Aus-Schalter versehen, der auch zur Stummschaltung dient. Auf der Geräteunterseite befinden sich ein Gain-Regler und ein Schalter zur Aktivierung eines Hochpassfilters, das bei 130 Hz greift. Dieser LowCut soll tieffrequente Körperschallübertragung herausfiltern und den Nahbesprechungseffekt verringern. Die OLED-Displays der Mikrofonstationen stellen neben Übertragungsfrequenz, Funkkanal und Funkgruppe auch den Batteriestatus dar. Und sogar eine Identifikationsnummer für jede Tischstation wird angezeigt. Die Spannungsversorgung der Terminals erfolgt übrigens über je zwei AA-Batterien und soll für eine Betriebsdauer von bis zu 8 Stunden sorgen.

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