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24.06.2020

LD Systems U308 IEM HP Test

Drahtlose In-Ear-Anlage inklusive Kopfhörer

Einsteiger-Set mit hoher Sprachverständlichkeit und super einfacher Bedienung

Das LD Systems U308 IEM HP-Bundle möchte Einsteigern in das drahtlose In-Ear-Monitoring ein Rundum-Sorglos-Paket bescheren, das dem Geldbeutel nicht allzu weh tut. Diesen Versuch haben schon andere Hersteller gewagt und hier und da mit Feature-Streichungen oder gar Klangeinbußen bezahlen müssen. Kann das U308 IEM HP also in der Praxis überzeugen? Lest selbst!

Details

Zum LD Systems U308 IEM HP gehören neben dem Taschenempfänger LDU308IEMR und einem Satz Batterien auch der stationäre Sender LDU308IEMT mitsamt Netzteil und verschraubbarer Antenne sowie ein vollständiges Rack-Kit. Das Kit besteht aus zwei Rack-Ohren, allen benötigten Schrauben, einem BNC-Verlängerungskabel, einer BNC-Kupplung und Zierstopfen für die Löcher der Antennenbefestigung. Wer die Sendestation des U308 IEM HP in einem 19-Zoll-Rack unterbringen möchte, hat hier also wirklich alles am Start, was dafür erforderlich ist.

Der „HP“-Part in der Artikelbezeichnung steht übrigens für „Headphone“. Denn ein Paar In-Ear-Kopfhörer liegt dieser Set-Variante ebenfalls bei. Wer bereits Knopfkopfhörer sein Eigen nennt, kann sich deshalb auch nach der Produktversion LD Systems U308 IEM umschauen, die ohne In-Ears ausgeliefert wird.

Stationärer Sender LDU 308 IEM T

Der LD Systems-Sender ist 1 HE hoch und misst in der Horizontalen eine halbe Rack-Breite. Seine Optik ist mit Schwarz und Silber zeitgemäß und schick. Wie ich persönlich finde, weder zu schlicht noch zu aufgesetzt. Das Chassis besteht aus Metall mit Plastikfront. Auf der Vorderseite befindet sich neben einem Ein/Aus-Schalter ein Display mit nur zwei Digits. Daneben sind zwei Kanalwahltaster untergebracht. Zur Gerätemitte hin geben LED-Reihen Auskunft über den Spitzenpegel der beiden Stereokanäle des Senders.

Auf der rechten Seite befinden sich zwei stufenlos regelbare Potis. Sie steuern die Eingangspegel von linkem und rechtem Kanal. Zwischen ihnen befindet sich ein Wahlschalter, mit dem sich zwischen Stereo- und Monobetrieb wechseln lässt. Im Monobetrieb werden die beiden Signale des Senders zu einer Monosumme addiert. Auf der Rückseite sind außer einem Strom- und einem BNC-Antennenanschluss zwei Combo-Buchsen untergebracht. Sie können Line-Signale sowohl per XLR- (symmetrisch) als auch per Klinkenstecker (unsymmetrisch) aufgreifen. Geklebte Gummifüßchen sollen an der Unterseite das Verrutschen auf glatten Oberflächen verhindern.

Die Technik des Transmitters setzt auf Frequenzmodulation (FM), die im Funk-Frequenzbereich von 823 bis 832 MHz und 863 bis 865 MHz arbeitet. In beiden Bereichen, sowohl in der Duplex-Lücke als auch im für Funkmikrofone reservierten Bereich, lässt sich das Wireless-System europaweit ohne Anmeldung und weitere Kosten betreiben. Das auch, weil die Ausgangsleistung des Senders nur 10 mW beträgt. 12 Kanäle stehen zur Auswahl. Das sollte bei kleinen Funk-Setups für Einsteiger und Gelegenheitsnutzer locker reichen.

Wie die einzelne Antenne schon anzeigt, muss man beim U308 IEM auf Full-Duplex-Funktionalität verzichten. Auch eine Rauschunterdrückung per Squelch ist nicht mit an Bord. Daher kann es unter ungünstigen Bedingungen zum Aufrauschen des Audiosignals kommen. Der gebotene Geräuschspannungsabstand von nur 90 dB ist knapp bemessen und macht mich gespannt auf das Signal, das letztlich vom Bodypack-Receiver ausgegeben wird. Wenngleich der Audio-Übertragungsbereich von 50 Hz bis 16 kHz eingeschränkt ist, eignet er sich dennoch für die Signale eigentlich aller gängigen Instrumente.

Taschenempfänger LDU 308 IEM R

Anders als beim „großen Bruder“, dem LD Systems U508, besteht das Gehäuse des Bodypacks nicht aus Metall, sondern aus Kunststoff. Zumindest mit geöffnetem Batteriefach sollte der Taschenempfänger deshalb besser nicht auf den Bühnenboden fallen. Ein Display samt zweier Kanalwahltaster ziert die Vorderseite. Auf der Rückseite des Bodypacks dient ein schwarz lackierter Drahtbügel zur Befestigung an Gürtel, Hosenbund oder Gitarrengurt.

Die Oberseite des Empfängers bietet neben einer fest verbauten flexiblen Stummelantenne eine Stereo-Miniklinkenbuchse für Kopfhörer und zwei Kontroll-LEDs. Sie geben Hinweis über die Aktivierung des Stereomodus sowie über eine bestehende Funkverbindung. Ein stufenlos agierender Volume-Schalter mit Ein/Aus-Funktion bildet auf der Oberseite des Empfängers die markanteste Erhebung.

Technisch gesehen handelt es sich um einen UHF-Empfänger, der mit zwei Mignonzellen (1,5 V, Typ AA) bis zu zehn Stunden lang betrieben werden kann. Damit es sofort nach dem Auspacken losgehen kann, liegen zwei passende Batterien gleich bei. Mit seinen Maßen von 6,4 x 10,3 cm und einer Tiefe von gerade einmal 2,4 cm hat sein Gehäuse (ohne Knopf und Antenne) gerade einmal die Größe einer Zigarettenschachtel. Wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass das kleine Gerät ohne Batterien nur 85 g wiegt, darf man gespannt sein, ob es sich im Praxis-Check beim Tragen überhaupt bemerkbar macht.

In-Ear-Kopfhörer IEHP

Zu den im Lieferumfang des „HP“-Sets gehörenden schwarzen In-Ear-Kopfhörern gehören drei Paar weiße Silikon-Earpads in verschiedenen Größen. Die Zuleitung der Knopfkopfhörer ist 1,5 m lang, ihr Miniklinkenstecker ist zum Korrosionsschutz vergoldet. Knickschutze sollen Kabelbruch verhindern helfen. Die vom Hersteller bereitgestellten technischen Daten der kleinen Hörer können sich auf dem Papier durchaus sehen lassen. Ihr breit aufgestellter Frequenzganz reicht von 30 bis 20.000 Hz und ihre Impedanz ist mit 16 Ohm so gering, dass sie auch an Headphone-Amps ohne große Leistung ausreichend laut sein sollten.

Mit einem Gewicht von nur 88 g inklusive Kabel dürften auch sie beim Tragen eigentlich kaum zu bemerken sein. Ob das tatsächlich der Fall ist, klärt der nun anstehende Praxis-Check …

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