Test
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25.01.2017

Praxis

Die etwas problematischen Multipin-Anschlüsse der ursprünglichen Maui 28 für die Stäbchen wurden grundlegend überarbeitet. Wo man seinerzeit zwei Leute benötigte, hantiert es sich mit der Maui 28 G2 bequem alleine. Im Handumdrehen ist die Anlage auf- und abgebaut.

Das System wirkt edel und elegant, bei montierten Stäbchen präsentiert sich die Maui 28 G2 mit einer Höhe von zwei Metern. Und obschon sich im eigentlich klobigen Subwoofer-Gehäuse eine Monsterendstufe verbirgt, beträgt der Platzverbauch auf dem Boden gerade 0,18 Quadratmeter.

Klang

Es scheint, dass die Produktentwickler die Testberichte zu ihren älteren Geräten genau studiert haben, denn in der Maui 28 G2 vereinen sich alle positiven Merkmale der Maui-Familie. Außerdem wurde ordentlich an den Kritikpunkten gearbeitet. So ist die Rauschfahne bei Inbetriebnahme nahezu unmerklich. Der Rauschabstand des DSPs ist mit 100 dB angegeben, das reicht ebenfalls aus.

Der Frequenzgang wirkt homogen, keine Mittenschwäche reißt ein Loch in die Übertragung. Damit die Höhen weit in den Raum tragen, wurden die Hochtonhörner ganz oben montiert, so dass sie über den Köpfen abstrahlen. Auch bei vollen Tanzflächen ist so brillanter Sound garantiert. In unmittelbarer Nähe überzeugt der Klangebenfalls, sodass auch der Einsatz in kleinen Räumlichkeiten möglich ist. Der Abstrahlwinkel von 120° in der Horizontalen ist gut nachzuvollziehen, sogar neben der Box ist ein homogener Sound zu verbuchen ist. Wie bei teuren Stäbchen-PAs kann daher auf zusätzliches Monitoring oft verzichtet werden. Übrigens: Schon bei minimalem Sub-Level klingt die G2 edler und kräftiger als so manch andere Kompakt-PA. Falls die Bassleistung auch bei maximalem Sub-Pegel nicht ausreichen sollte, bietet LD Systems einen aktiven Subwoofer an.

Mixer

Zunächst teste ich den Bluetooth-Eingang. Nach ein paar Sekunden der Tasterbetätigung schaltet sich der Eingang aktiv und kann mit einer Quelle gekoppelt werden. Parallel lässt sich eine Miniklinke einstöpseln. Erfreut stelle ich fest: Kein Raspeln oder Brummen stört den Musikgenuss, das Volume kann präzise geregelt werden.

Den Hi-Z-Instrumenteneingang bediene ich mit einem E-Bass, der ohne Knacken, Brummen, Britzeln oder übermäßiges Rauschen erklingt. Zwar wünsche ich mir für den Spielspaß ein wenig mehr Tiefgang des Systems, doch davon abgesehen gibt es keine Klagen.

Der Line-Input nimmt stereophone Signale entweder symmetrisch über XLR, Klinke oder unsymmetrisch über einen Stereo-Cinch auf. Als Manko zeigen sich spätestens hier die fehlenden Input bzw. Volume-Anzeigen. Beim Summieren muss also mit Disziplin vorgegangen werden, da der Mixer eventuelle Overloads nicht anzeigt. Grün-rote LEDs in den Ein- und Ausgängen wären eine einfache Lösung.

Den Mikrofoneingang teste ich mit einem Shure SM58. Das Mikro klingt erstaunlich frisch, die Stimme kommt sehr natürlich über die Anlage. Die Stimme setzt sich gut gegen das Playback durch und verfügt über hinreichende Gain-Reserven. Der sonst von mir immer geforderte EQ im Mikrokanal wird so beinahe überflüssig. Trotzdem wäre natürlich ein One-Knob-EQ das Tüpfelchen auf dem i.

Für alle Mixerkanäle gilt, dass diese selbst voll aufgedreht nur unmerklich rauschen. Es bietet sich ein sehr harmonisches Verhältnis zwischen Kraft und ausgewogenem Klang. Effekte stellt die G2 allerdings nicht bereit, diese müssen extern zugeführt werden.

Die G2 als Monitor

Da die Maui 28 G2 auch als Monitorsystem herhalten soll, teste ich die Feedback-Festigkeit. Sowohl mit dem Bass als auch mit offenem Mikrofon kann ich bei großer Lautstärke unmittelbar vor der Box stehen, ohne dass sich etwas rührt. Erst bei voll aufgedrehten Kanälen und dem Master auf brachial laut melden sich die Hochtöner ein wenig, wenn ich das Mikrofon direkt vor das Gitter halte. So lässt sich arbeiten, zumal bei leisem Sub ein sehr natürliches, akustisches Bild entsteht. 

Anwenderkreis

Immer wieder denke ich: Universeller geht es nicht mehr. Und dann kommt ein System wie die Maui 28 G2. Bereits eines dieser Stäbchen dient als Basisausstattung für Einsteiger, kleine Bandprojekte, Alleinunterhalter, mobile Disko, Singer & Songwriter. Mit dem Update auf zwei Systeme steht euch die Welt offen. Bei musikalischen Darbietungen reicht die Leistung von 170 (Monosystem) bis zu 340 Personen (Stereosystem). Bei rein vokalen Acts könnt ihr getrost 30 % mehr rechnen. Reisende Musiker, mobile DJs, FOHler, Schausteller sowie Betreiber mittlerer Clubs und Bars und kleineren Sälen werden an diesem System ihre Freude haben.

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