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Test
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26.06.2018

Korg D1 Test

Stagepiano

Überall zu Hause

Wie bereits im Vorfeld der Winter-NAMM 2018 angekündigt, ergänzt Korg mit dem D1 das Produktportfolio im Digitalpiano-Bereich um ein kompaktes und portables Allround-Piano, das mit der hochwertigen RH3-Tastatur (Real Weighted Hammer Action 3) ausgestattet ist. Ein Ausstattungsmerkmal, das Korg sonst nur den teureren Pianos für den Heimgebrauch, den Workstations der Kronos-Serie sowie den Stagepianos GrandStage und SV-1 spendiert. Im Bereich der weiteren Ausstattung zeigt es Merkmale, die sonst nur echten Stagepianos eigen sind.

Dabei ist das Korg D1 mit unter 600 Euro recht preisgünstig. Fällt der Neuling nun in den Bereich der „normalen“ transportablen Digitalpianos, oder ist es eher ein Stagepiano für den professionellen Einsatz? Grund genug, das Korg D1 einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Details

Äußeres

Einmal ausgepackt, wirkt das Korg D1 mit nur 26 cm Tiefe (ohne Notenpult) sehr kompakt und beinahe zierlich. Es scheint quasi nur aus der Tastatur und dem darum herumgebauten Gehäuse zu bestehen. Die Breite mit knapp 133 cm wird schon durch die Baugröße der 88er-Tastatur sowie des darum konstruierten Gehäuses vorgegeben. Die 88er RH3-Tastatur ist aus höherpreisigen Digitalpianos von Korg sowie den Flagschiff-Synthesizern der Kronos-Serie bekannt und nun zum ersten Mal in einem so günstigen Instrument erhältlich. Da die „Real Weighted Hammer Action 3“-Tastatur kein Leichtgewicht ist, muss das Gehäuse stabil konstruiert sein, um diese zu halten und zu schützen. Der Body des Korg D1 Pianos ist aus Holz gefertigt, komplett in schwarz gehalten und zeigt sich sehr robust und verwindungssteif. Das macht das Korg D1 ein wenig schwerer als Instrumente mit reinen Kunststoffgehäusen, bringt aber auch einen angenehm soliden Eindruck mit sich. Mit seinen 16 kg ist das D1 immerhin ca. vier Kilogramm schwerer als das Yamaha-Pendant P-125, lässt sich aber dank der kompakten Maße immer noch bequem transportieren.

Links auf der Oberseite befindet sich die kompakte und aufgeräumt wirkende Bedieneinheit. Ein mitgelieferter Notenständer lässt sich auf der hinteren Gehäuseseite einstecken und bietet aufgestellten Noten ausreichend Halt. Zusätzlich befinden sich ein stabiles Sustainpedal mit Halbpedal-Unterstützung sowie ein 9-Volt-Netzteil im Lieferumfang. Eingebaute Lautsprecher sucht man im D1 vergeblich, was ein deutliches Unterscheidungsmerkmal zu den Digitalpianos ist, deren Einsatz normalerweise hauptsächlich in den heimischen vier Wänden stattfindet – und ein klares Indiz dafür, dass Korg das D1 für den Einsatz auf der Bühne konzipiert hat.

Während für viele kompakte Digitalpianos ein passender Holzunterbau angeboten wird, bietet Korg zum Aufstellen des D1, den auch für das Stagepiano SV-1 und die Keyboards der Pa4X-Serie vorgesehenen Keyboardständer ST-SV1. Für diesen muss man etwa 89 € zusätzlich auf den Tisch legen. Weiterhin hat Korg mit dem SC-D1 ein Softcase im Angebot, das den komfortablen Transport des D1 Digitalpianos ermöglichen soll. Ein Preis dafür steht allerdings noch nicht fest. 

Bedienfeld

Das Bedienfeld des Korg D1 ist klar gestaltet und bietet einen guten Überblick über das Funktionsangebot. Zu den Bedienelementen gehören der Ein-/Aus-Taster, ein Volumenregler sowie die Tasten Piano Song, Transpose, Function, Touch, Brilliance, Chorus, Bank, Sound x 10, +, - sowie der Metronom-Taster. 

Das Klangspektrum umfasst 30 Sounds, die in drei Bänken à zehn Klänge untergebracht sind. Darunter befinden sich neben Pianos und klassischen E-Pianos auch zusätzliche Klänge unterschiedlicher Couleur, die das Klangrepertoire erweitern und beispielsweise in Form von Layers mit den Pianos kombiniert werden können. Das Hauptaugenmerk liegt aber natürlich auf den Pianos und E-Pianos, wobei die Piano-Sektion und insbesondere die Konzertflügel-, Flügel- und Jazz Piano-Sounds mit Dämpferresonanzen sowie einem Tastenloslassgeräusch (Key Off) ausgestattet sind, was zusätzlichen Realismus schafft. Die klassischen E-Pianos aus dem Tine- und Reed-Bereich verfügen lediglich über das Key-Off-Geräusch.

Weiterhin können 30 Demosongs über das Bedienfeld abgerufen werden. Im Angebot befinden sich 20 Piano Demos sowie zehn weitere Sound Demos, die mit den alternativen Klängen vorbereitet wurden. Die gebotenen Effekte Brilliance, Reverb und Chorus lassen sich über das Bedienfeld jeweils in drei Stufen einstellen. Schwierige Tonarten sind mittels Transpose-Taste und Zuhilfenahme einer Klaviaturtaste (im Bereich von F#6 – F7) bequem transponierbar. Das zum Üben praktische Metronom bietet Einstellungsmöglichkeiten für Tempo, Taktart, Akzent, Klang und Lautstärke.

Tastatur

Die im Korg D1 verbaute RH3-Tastatur (Real Weighted Hammer Action 3) hat sich in höherpreisigen Instrumenten des Herstellers im Digitalpiano- und Synthesizer-/Workstationbereich seit Jahren bewährt. Es handelt sich um eine gewichtete Hammermechanik, deren Gewichtung der eines Konzertflügels nachempfunden wurde. So ist sie im Bassbereich stärker, im Diskantbereich hingegen etwas schwächer gewichtet, was ein recht authentisches Spielgefühl vermittelt. Auch sind die schwarzen Tasten etwas rauer gestaltet, was sie im Spielkontext schön griffig macht. Die Tastatur spielt sich ausgezeichnet und erscheint für mein Empfinden weder zu weich, noch zu hart in der mechanischen Ansprache.

Anschlüsse

Abgesehen von dem an der linken Frontseite platzierten Kopfhöreranschluss mit 3,5-mm-Stereoklinkenbuchse befinden sich alle weiteren Anschlüsse in einem kleinen Panel links auf der Gehäuserückseite. 

Geboten werden hier zwei LINE OUT-Buchsen (L/MONO, R) im 6,3-mm-Klinkenformat für den Anschluss des Pianos an Aktivlautsprecher, PA oder Aufnahmegeräte. Ebenfalls vorhanden ist das klassische MIDI IN/OUT DIN-Buchsenpaar, um das D1 unter Verwendung eines MIDI-Interfaces z. B. mit einem Computer zu verbinden. Wer das D1 auf der Bühne spielen möchte, kann hier auf einfache Weise noch weitere MIDI-fähige Soundmodule andocken. Das ist eine praktische Sache, verfügen doch viele Artgenossen lediglich über einen USB-MIDI Anschluss. Abschließend enthält das Panel noch die Anschlüsse für das Haltepedal und das Netzteil. Ein praktischer Kabelhaken auf der hinteren linken Gehäuseunterseite bietet dem Netzteilkabel Zugentlastung. Schöner wäre hier natürlich ein intern verbautes Netzteil mit Kaltgerätebuchse, das aber aufgrund der kompakten Abmaße des Pianos offenbar keinen Platz mehr gefunden hat.

Weitere Funktionen

Das Korg D1 bietet die Möglichkeit, zwei Klänge (Layers) übereinander zu schichten, um so z. B. ein Piano mit einem Pad simultan spielen zu können. Im Layer-Modus können das Lautstärkeverhältnis zwischen den beiden verwendeten Sounds justiert werden, die Oktavlage jedes Sounds verschoben werden, und die Funktion des Dämpferpedals für jeden Sound aktiviert oder deaktiviert werden. Einen Split-Modus zum Teilen der Tastatur, sowie dazu passende Bass-Klänge, sucht man im Korg D1 aber leider vergeblich. Schade!

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