Bass Hersteller_Kemper
Test
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07.05.2015

Kemper Profiling Amplifier Powerhead Test

600 Watt Profiling-Verstärker

Der Amp der unbegrenzten Möglichkeiten!

Hinter dem Kemper Profiling Amplifier Powerhead verbirgt sich ein softwaregesteuertes Verstärkerkonzept, das in der Lage sein soll, jeden beliebigen Verstärker mitsamt Box auf eine so detaillierte Weise nachzubilden, dass man kaum noch einen Unterschied zum Original feststellen kann. Der sogenannte "Profiling Process" ist dabei sehr anwenderfreundlich, so dass der Besitzer sein komplettes Soundarsenal selber profilen und anschließend live und im Studio immer dabei hat.

Zusätzlich ist der Kemper vollgestopft mit mannigfaltigen Effekten, die alleine für sich schon hörenswert sind. Waren in der Anfangsphase ausschließlich Profile von Gitarrenverstärkern und -boxen im Kemper vorinstalliert und im Kemper-Userforum zum Download verfügbar, so hat man mittlerweile auch Bass-Profile am Start. Das weckt natürlich die Neugier der bonedo-Bassredaktion: Soll das etwa heißen, man kann fortan seinen 40kg-Amp mitsamt der 70kg schweren Box zuhause lassen, ohne dabei auf die beliebten Vorteile des gewohnten Sounds zu verzichten? In Zeiten, in denen InEar-Monitoring immer weitere Kreise zieht, scheinen überdimensionale Backlines ja ohnehin langsam obsolet zu werden, aber "seinen" persönlichen Sound hätte man dann doch gerne immer noch im Ohr, oder? Und für den Fall, dass zufälligerweise gerade eine Bassbox auf der Bühne herumsteht, kommt der Kemper Power Head mit einer 600 Watt starken Class-D Onboard-Endstufe daher, wiegt dabei aber nicht viel mehr als ein Toaster - nach den er optisch ohnehin ein bisschen erinnert! Gegnern dieses "Toaster-Designs" sei gesagt, dass es das Modell auch in einer 19"-Rackversion gibt.

Bewegt sich die Menschheit somit nun also endgültig auf das Zeitalter "Bass 2.0" zu? Wir forschen nach...

Details

Der Kemper Profiling Amplifier (Kurz: "KPA") wurde bereits ausgiebig im bonedo-Gitarrenbereich getestet. Wer sich für die Details der Desktop- sowie der Rackversion interessiert, kann sie hier nachlesen:

http://www.bonedo.de/artikel/einzelansicht/kemper-profiling-amplifier-1.html

http://www.bonedo.de/artikel/einzelansicht/kemper-profiling-amplifier-powerrack-test.html

Der einzige Unterschied des hier getesteten KPA Power Head zum herkömmlichen KPA liegt darin, dass der KPA Power Head zusätzlich über eine integrierte Endstufe mit einem 6,3mm-Boxenausgang verfügt (und nur in der Farbe Schwarz/Grün erhältlich ist). Die Endstufe liefert 600 Watt an 8 Ohm und 300 Watt an 16 Ohm. Auch der 4-Ohm-Betrieb ist möglich, wird aber bei 600 Watt abgeriegelt.

Der KPA Power Head kann jedoch problemlos auch ohne Endstufe betrieben werden, denn eine Schutzschaltung verhindert, dass die Endstufe bei fehlender Box beschädigt wird. Um Strom zu sparen, kann man im Output-Menü die Endstufe unter dem Punkt "Power Amp" generell ausschalten und erst dann wieder zuschalten, wenn man sie wirklich benötigt.

Da die Stack-Profile im Kemper auch Boxenprofile mit einrechnen, kann man im Output-Menü außerdem die Funktion "Monitor Cab Off" anwählen. Hier werden die Boxenprofile ausschließlich für die an den Kemper angeschlossene Bassbox weggelassen - ich weiß, das klingt etwas nach Voodoo, macht aber in der Praxis durchaus Sinn!

In demselben Menü kann man zusätzlich ausschließlich für die angeschlossene Box separat einen Vierband-EQ regeln, der keinerlei Einfluss auf die Signale hat, welche beispielsweise an das Mischpult über die XLR Main Outs gesendet werden. Stellt man also fest, dass die Bassbox auf der Bühne generell etwas zu wenig oder zu viel eines bestimmten Frequenzbereiches liefert, kann man problemlos nachjustieren, ohne die Signale zum FOH-Pult zu verändern. Das nenne ich praxisorientiert! Will man aber tatsächlich zeitgleich auch noch das Ausgangssignal an das Mischpult generell in der Frequenz korrigieren, hält der Kemper auch hierfür noch einen separaten Vierband-EQ im Outputmenü unter "Main Output EQ" bereit.

Weiterhin ist speziell für die Verwendung mit dem Bass interessant, dass der Kemper quasi eine interne Splitbox beinhaltet. Während man zum Beispiel den Profiler-Sound über die Main Out-Ausgänge routet (auch das ist frei konfigurierbar!), kann man über die Direkt Out-Buchse das trockene Basssignal an das Mischpult weiterleiten, so wie es beispielsweise im Studio gerne gehandhabt wird, wenn DI-Box und Verstärker- oder Effektsignale kombiniert werden.

Weiterhin können alle Rig-Profile und Effekte mit einem Parallelpfad betrieben werden. Das ist insbesondere für Sounds interessant, die mit starker Verzerrung arbeiten, wodurch ja bekanntlich gerne mal Druck und Definition in den tiefen Frequenzen verloren gehen können. Ist der Parallel Path aktiviert, so sind die ersten beiden von vier aktivierbaren Stompbox-Effekten auf den Bänken A und B dann dem Parallelpfad zugeordnet, so dass auch zusätzlich das "trockene" Signal noch bearbeitet werden kann - zum Beispiel mit einem EQ und/oder Kompressor.

Alle anderen Eigenschaften des KPA Power Head sind wie erwähnt identisch mit dem KPA ohne integrierte Endstufe und lassen sich (wie bereits erwähnt) unter diesem Link weiterverfolgen:

http://www.bonedo.de/artikel/einzelansicht/kemper-profiling-amplifier-1.html

Ich gehe deshalb hier nun direkt in den Praxisteil über.

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