Schrottpresse
Feature
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21.09.2020

Kanye West pinkelt aus Protest auf Grammy

Der selbsternannte Messias lässt seine Wut an der knechtenden Musikindustrie aus

Bei seinen neuesten Twitter-Eskapaden rebelliert West gegen die Musikindustrie und veröffentlicht seinen Vertrag mit Universal. Um dem ganzen noch mehr Aufmerksamkeit zu verleihen, postete er ein Video, in dem er auf einen seiner Grammys pinkelt. Twitter sperrte ihn zwölf Stunden lang. 

Kanye ist bekannt dafür, auf Twitter seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Mit seiner geplanten Präsidentsschaftskandidatur 2020 und seinen ständigen Postings zur Bibel war West zuletzt häufig in den Medien. Am 16. September lies er es dann richtig laufen: dutzende Tweets über die verkommene Musikindustrie, die er als "moderne Sklaverei" bezeichnete. Dabei postete er einen seiner Verträge mit Universal Music und forderte "jeder Anwalt auf dieser Welt, soll diese Verträge zu prüfen". Geht es ihm dabei nur um einen höheren Anteil an den Einnahmen?

Was Kanye uns sagen möchte

West steht bei Universal und Sony unter Vertrag. Er machte seinen Ärger über die Verträge in der Musikindustrie schon mehrmals öffentlich. Nun drohte er, keine neue Musik mehr zu veröffentlichen, solange er an die Verträge gebunden ist. Dabei geht es ihm wohl hauptsächlich um die Verteilung der Einnahmen von seinen Liedern. Er postete Klauseln aus seinen Verträgen, die zeigten, dass die Musik nicht ihm gehöre. Stattdessen verdienen Labels und die Rechteinhaber Unsummen an Geld, welches eigentlich den Künstlern zustehen würde. Viele Labels verstecken sogenannte "distribution fees" in ihren Verträgen, die nur den Zweck der Geldmacherei haben. Am Ende forderte er andere Größen der Musikindustrie wie Kendrick Lamar, Jay-Z oder Taylor Swift auf, ihm bei seinem Protest zu unterstützen.

Kanye lässt Frust freien Lauf

Das Kanye für impulsive Aktionen gut ist und sich keinen Blatt vor den Mund nimmt, ist kein Geheimnis. Manchmal geht er allerdings zu weit, in dem er private Informationen von Personen veröffentlicht. Er beschuldigte etwa den Chefredakteur der Forbes, Randall Lane, ein Rassist zu sein und postete seine private Telefonnummer. Dafür sperrte ihn Twitter für 12 Stunden und löschte den Beitrag. Auch die Namen von wichtigen Männern im Hintergrund der Musikindustrie machte er auf Twitter öffentlich. Für die meiste Aufmerksamkeit sorgte allerdings sein Video, in dem er auf einen seiner vielen Grammy-Awards pinkelte. 

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