Test
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19.03.2021

IK Multimedia iRig Pre 2 Test

Batteriegespeister Mikrofonvorverstärker

DSLR- und Smartphone-Preamp

IK Multimedia iRig Pre 2 ist eines von vielen Helferlein des in Italien ansässigen und in China fertigenden Herstellers. Das Prinzip ist einfach: Ein Mikrofonsignal kann hochverstärkt werden und liegt als Line-Level an einem 3,5mm-Klinkenstecker an. Der Nachfolger des schon 2012 vorgestellten IK Multimedia iRig Pre ist jetzt verfügbar – und bringt nun eine oftmals vermisste Funktion mit.

Details & Praxis

Aufbau und Nutzung

Das IK Multimedia iRig Pre 2 ist ein relativ einfach konzipiertes Gerät. Frontseitig gibt es einen weiblichen XLR-Input, welcher Mikrofonsignale aufnimmt. Die Phantomspeisung kann für Mikros aktiviert werden, die diese benötigen. Ausgangsseitig steht ein festes Kabel auf TRRS-Miniklinge zur Verfügung. Damit ist klar: Das IK Multimedia iRig Pre 2 bietet sich für die Nutzung an DSLRs, Mobiltelefonen und Tablets an. Einen Ausgang gibt es dementsprechend auch, schließlich ist der zusätzliche Ring eines TRRS- Steckers genau für diesen Zweck da. Am iRig Pre 2 findet sich also ein 3,5mm-Kopfhörerausgang mit zugehörigem Pegelsteller.

Neu ist in Version 2, dass das Gerät nun in der Lage ist, verzögerungsfrei Monitoring anzubieten. Durch diese zuschaltbare Funktion eignet sich der analoge Preamp nicht nur ein direktes Abhören und Kontrollieren des Eingangssignals, sondern auch zum latenzfreien Monitoring beim Einsingen oder Synchronisieren von Videos.

Auf der Unterseite befindet sich ein Batteriefach, welches AA-Batterien oder -Akkus aufnimmt. Diese sind zum Betrieb zwingend nötig: Die Nutzung eines externen Netzteils oder der Versorgungsspannung des USB ist nicht vorgesehen, selbst eine Ladebuchse für Akkus gibt es nicht. Das erscheint ein wenig aus der Zeit gefallen. Die Laufzeit mit aktivierter Phantomspeisung liegt laut Unterlagen bei etwa sieben, beim Betrieb von passiven dynamischen Mikros bei ungefähr 20 Stunden. Der Test zeigt, dass diese Werte realistisch sind.

Wenig Gain

Verstärkt wird mit maximal 48 Dezibel. Das ist sogar noch weniger als das, was viele Audio-Interfaces liefern, doch wer beim angedachten Einsatz so stark verstärken muss, solle Mikrofonwahl und Position überdenken. Für Ambient-Miking, sehr leise Quellen und sehr ausgangsschwache Mikrofone ist dieses Gerät nicht gedacht. Doch auch für typische Interviewsituationen mit einem dynamischen Mikrofon ist das Gain in Ordnung.

TRRS – gut oder schlecht? Beides.

Mit dem Anschlussformat ist man nicht von digitalen Schnittstellen abhängig, die vielleicht irgendwann nicht mehr unterstützt werden. Man denke an Parallel- und Seriell-Port an PC sowie an Firewire. Von TRRS ließe sich sogar adaptieren auf andere Formate, im Zweifel mit der Hilfe eines Lötkolbens. Allerdings stellt sich natürlich die Frage, ob ein festes Kabel eine gute oder schlechte Lösung ist. Was ist bei einem Kabeldefekt? Die Nutzerschaft von Mikros mit fest installierten Kabeln, wie sie etwa die meisten AEAs bieten, ist deutlich entzweit über dieser Frage. Bei einem einfachen und preiswerten Gerät wie dem IK Multimedia iRig Pre 2 wird aber ansonsten auch gerne mal eine Buchse von der Platine gehebelt und verliert ihre Kontakte. Zu bedenken ist allerdings, dass durchaus Geräte existieren, die auf die TRRS-Buchse verzichten.

Gehäuse

Zum Plastikgehäuse des Geräts gibt es nicht viel anzumerken – lediglich, dass für den Mobilbetrieb gerade mit DSLR-Kameras eine Schlaufe sinnvoll wäre, mit der das Gerätchen irgendwo fixiert werden kann. Eher unprofessionell ist, dass sich das XLR-Kabel nicht in der Buchse arretiert, obwohl dies technisch ein Leichtes wäre.

Klang – für die Anwendungen passend

Es wird wohl niemand erwarten, hier mit audiophiler Detailtreue, Boutique-Amp-Färbung und technischen Daten eines High-End-Vorverstärkers beglückt zu werden. Gemessen an Preis, Spannungsversorgung und Einsatzgebiet ist die Welt aber vollkommen in Ordnung. Das Signal ist durchsetzungsfähig, aber nicht bissig, die höchsten Höhen und der Tiefbass sind bei teureren Stand-alone-Verstärkern etwas feiner aufgelöst. Auch dynamisch und technisch ist der iRig Pre 2 nicht von schlechten Eltern, das Rauschen ist gering und das Signal insgesamt recht klar und transparent. In typischen Interviewsituationen mit einem dynamischen Lewitt Interviewer oder einem elektrostatischen Sennheiser e685 schlägt sich IK Multimedias kleiner Verstärker sehr gut. Auch für Gesangsaufnahmen mit Großmembranmikrofon ist man mit dem Verstärker gewappnet. In einigen preiswerten Audio-Interfaces sind durchaus ab und an etwas lascher klingende Preampsektionen verbaut.

Auch der Kophörerverstärker ist ausreichend kraftvoll. Mit ihm können auch hochohmige Studiokopfhörer in ausreichender Lautstärke betrieben werden. Frequenzgang, Dynamik und Bühnenabbildung sind ebenfalls qualitativ über dem, was die meisten eingebauten Headphone-Amps leisten.

Fazit

Mit dem Kauf eines IK Multimedia iRig Pre 2 begeht man sicher keinen Fehler, wenn das Gerätchen denn die Anforderungen an das Setup erfüllt. User von DSLRs und Smart-Devices sind, das Vorhandensein einer TRRS-Buchse vorausgesetzt, gut bedient. Schließlich lassen sich alle Mikrofone mit professionellem XLR-Anschluss damit verbinden, auch solche, die eine Phantomspeisung zum Betrieb benötigen. Positiv ist, dass nun ein Direct Monitoring möglich ist. Dass zur Batteriespeisung keine Alternative besteht, ist hingegen etwas schade. Klanglich ist der Preamp jedoch auf der Höhe der Zeit.

  • Pro
  • Direct Monitoring
  • preiswert
  • ordentlicher Klang
  • unabhängig von digitalen Schnittstellen
  • Contra
  • keine andere Spannungsquelle als Batterien möglich
  • Features & Spezifikationen
  • mobiler Mikrofonvorverstärker
  • Eingang: XLR, phantomspeisbar
  • Ausgang: fest verlötetes TRRS-Kabel (0,4 m)
  • Kopfhöreramp (3,5 mm) mit optionalem Direct Monitoring 
  • Spannungsversorgung: 2 x AA
  • Preis: € 59,– (Straßenpreis am 18.3.2021)

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