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Test
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27.01.2021

IK Multimedia AmpliTube 5 MAX Test

Amp Modeling Software

Höher, schneller, weiter

IK Multimedia schickt seine Amp Modeling Software AmpliTube in die fünfte Runde. AmpliTube 5 hat ein komplettes Facelifting erhalten – aber nicht nur optisch ist einiges verändert worden, auch unter der Haube haben die Entwickler an einigen Stellschrauben gedreht.

Es gibt neue Amp Modelle, Effekte, die Cab Sektion ist komplett umgekrempelt worden und die Bedienstruktur ist laut Hersteller übersichtlicher und besser gestaltet, sodass man schneller Sounds einstellen und verändern kann. Klingt gut! Wie sich die Veränderungen auf den tatsächlichen Klang ausgewirkt haben und was man alles damit anstellen kann, erfahrt ihr im folgenden Test.

Details

AmpliTube-Varianten 

Die Software kommt in vier unterschiedlichen Ausgaben, die sich in ihrer Ausstattung mit Amps, Cabs und Effekten (bei AmpliTube Module genannt) unterscheiden. 

  • AmpliTube 5 CS: Das ist die kostenlose Version, die mit 39 Modulen kommt. Das sind unter anderem fünf Amps, sechs Cabs, zehn Stomp-Effekte und sechs Rack-Effekte.
  • AmpliTube 5 SE: Die kleine Version, die aktuell für 99,99 Euro erhältlich ist und 77 Module beinhaltet, u. a. 12 Amps, 13 Cabs, 19 Stomp-Effekte und 14 Rack-Effekte.  
  • AmpliTube 5: Das ist die Standardversion, die 149,99 Euro kostet. Hier sind 177 Module im Angebot, u. a. 34 Amps, 27 Cabs, 47 Stomp-Effekte und 36 Rack-Effekte. 

AmpliTube 5 MAX

Die Vollausstattung kommt mit 416 Modulen, darunter 107 Amps, 101 Cabs, 107 Stomp Effekte und 44 Rack Effekte. Hier sind auch bestimmte Pakete, wie das Jimi Hendrix Pack, das Slash Pack oder die Fender Amp Collection integriert. Das Paket ist aktuell für 299,99 Euro erhältlich.

Darüber hinaus kann der Fuhrpark im AmpliTube Custom Shop munter erweitert werden. Upgrades von bestehenden Paketen sind auch möglich. Für diesen Test wurde uns AmpliTube 5 max vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

Grafik

Beim Öffnen von AmpliTube fällt sofort die komplett neue Bedienoberfläche auf. Diese kann in der Größe frei skaliert werden und somit an die unterschiedlichen Bildschirme und Bedürfnisse der User angepasst werden – schließlich editiert der eine lieber am Vollbildschirm, während der andere ein eher kleines Fenster präferiert, um das Arrangementfenster der DAW noch im Blick zu haben.

Außerdem wurden die Grafiken von Amps, Cabs und Effekten komplett neu gestaltet. Das führt zu einem realistischeren Look. Der beeinflusst zwar nicht den Sound, bringt aber doch ein kleines Schmankerl für die Augen mit.

Im Vergleich zu AmpliTube 4 ist außerdem auch die Struktur verändert worden: Das Bild ist in drei Bereiche aufgeteilt: Unten ist die Signalkette dargestellt, während das angewählte Modul (Amp, Cab, Effekte, etc.) im Fenster darüber angezeigt wird und entsprechend editiert werden kann. Auf der rechten Seite befindet sich das „Lager“ mit dem ganzen verfügbaren Equipment. In der oberen Hälfte kann eine Kategorie (Stomp-Effekt, Amp, Cab, Rack-Effekt, Speaker, Mic, Room) angewählt werden, woraufhin das gesamte Arsenal dargestellt wird und per Drag-and-drop in die Signalkette eingefügt werden kann.

Bedienung

Das Herzstück wird durch die Signalkette gebildet – und da wurde auch etwas geschraubt, denn es gibt nun nur noch vier verschiedene Möglichkeiten des Signalflusses. In Version 4 wurden noch acht verschiedene Konfigurationen angeboten. Jetzt hat man das Ganze auf vier reduziert, dafür ist alles frei belegbar. Man kann ein Effektmodul beliebig auf den Signalwegen platzieren, woraufhin alles übersichtlich in der Kette dargestellt wird, damit man den Überblick behält. Bei den vier Signalkonfigurationen handelt es sich um die folgenden:

  • Mono In ein Amp: Hier befindet sich alles auf einer Linie, quasi die Nachbildung eines Setups mit einem Amp und Cab und Effekten vor dem Amp und im Einschleifweg, alles in Mono.
  • Mono In zwei Amps: Hier gibt es ein Monosignal, das auf zwei Amps und zwei Cabs verteilt wird. 
  • Mono In drei Amps : Der Dreizack in der Grafik bedeutet, dass das Mono-Eingangssignal auf drei Amps und drei Cabs geroutet wird.
  • Stereo In zwei Amps: Diese Variante ist für Stereo-Eingangssignale, zum Beispiel wenn man mit einem Keyboard oder Softsynth mal einen virtuellen Gitarrenamp ansteuern möchte, oder einfach nur die Effekte aus AmpliTube 5 in Stereo nutzen möchte.  

Am Beginn des Signalweges befindet sich ein Tuner mit ruhiger und genauer Anzeige. Darauf folgt das Feld mit der Bezeichnung DI – damit ist das Direktsignal gemeint, das parallel zum Amp-Signal an den Ausgang geroutet und auf dem Weg dahin ebenfalls mit Effekten bestückt werden kann. Im Mixer am Ende der Kette können dann die ganzen Signalwege gemischt werden. Das sieht alles ziemlich übersichtlich aus und lässt sich dementsprechend auch gut bedienen. 

Amps und Cabs

AmpliTube 5 max enthält ganze 107 Amps – und da ist eigentlich alles vorhanden, was Rang und Namen hat. Vom kleinen Fender Tweed bis zum Dual und Triple Rectifier ist alles dabei, sodass eine große Bandbreite an Grundsounds abgedeckt ist. Bass-Amps und Cabs sind ebenfalls mit an Bord. Die Amps lassen sich wie die Originale bedienen, alle Regler und Schaltmöglichkeiten des Original-Amps sind im AmpliTube Model integriert.

Unter den Cabs gibt es für jeden Amp etwas Passendes. Bei der Anwahl eines neuen Amps wird automatisch das entsprechende Cab geladen, was allerdings auch verändert werden kann. Bei den Cabs hat der Hersteller nochmal ziemlich sorgfältig Hand angelegt und alle Impulsantworten in aufwendiger Art und Weise neu erstellt.

Mit einer fernsteuerbaren Mikrofonhalterung, die eine millimetergenaue Umpositionierung des Mikrofons ermöglicht, wurde einen Vielzahl von Impulsantworten erstellt. Über den neuen VIR Tech kann das Mikrofon haargenau platziert werden. Außerdem ist es möglich, den Speaker innerhalb einer Lautsprecherbox zu verändern. Zur virtuellen Mikrofonierung stehen in der AmpliTube max Version 18 verschiedene Mikrofontypen (Dynamisch, Kondensator, Bändchen) zur Verfügung.

Im Video zum Test seht und hört ihr die Klangunterschiede bei der jeweiligen Positionierung der Mikrofone. Weiter geht es dann noch mit dem Aufnahmeraum, denn neben den beiden Mikrofonen zur Direktabnahme sind noch zwei Raummikrofone verfügbar. Zudem kann das Cab in unterschiedlichen Räume platziert werden – vom Studioraum bis hin zur Garage. Bei der AmpliTube max Version sind insgesamt acht unterschiedliche Räume verfügbar. 

Effekte

Das Effektarsenal ist aufgeteilt in Stomp- und Rack-Effekte, bei den Stomps wurden beliebte Pedal-Klassiker digital nachgebaut, unter den Rack-Effekten befinden sich auch ein paar Recording Legenden, wie etwa der 1176 Limiter oder der LA-2A Compressor, aber auch ein paar Standard-Delays oder -Reverbs. Auf jeden Fall ist auch hier das Lager gut bestückt, sodass es an nichts fehlen dürfte. Da stellt sich natürlich auch die Frage, wie viele Effekte in der Signalkette platziert werden können. Die Antwort lautet: Mehr als genug! Man kann bis zu sechs Stomp-Effekte vor einen Amp schalten, vier Effekte in den Einschleifweg und zwei Effekte hinter das Cab schalten – auch bei der Nutzung von zwei oder drei Amps. Bei letzterer Variante könnten dann theoretisch 36 Effektmodule genutzt werden.  

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