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11.02.2021

HK Audio SONAR 115 Sub D und HK Audio SONAR 112 Xi Test

Aktiver 12-Zoll Fullrange Lautsprecher und 15-Zoll Subwoofer

Multifunktionales Plug-and-play-System

Die Firma HK Audio aus Sankt Wendel zählt zu den größten Lautsprecherherstellern in unserem Lande. Dementsprechend umfangreich ist das Portfolio der Saarländer. Von der kleinen Sprachbeschallungsbox bis zum professionellen Line Array – HK Audio hat für jede Anwendung das passende Produkt. Mit der neuen Lautsprecherserie SONAR richtet sich das Traditionsunternehmen an den ambitionierten Musiker und kleinere Verleihbetriebe.

Die SONAR-Serie ist komplett aktiv ausgelegt und besteht aus drei unterschiedlich großen Topteilen und einem 15-Zoll-System-Subwoofer. Der Tieftöner mit Holzgehäuse ist mit einem User-DSP ausgestattet, der unter anderem unkomplizierte Cardioid-Setups erlaubt. Die SONAR-Topteile verfügen über Kunststoffgehäuse und sind zudem mit einem Dual-Bluetooth-Modul bestückt, das simultanes Musik-Streaming und eine Fernsteuerung sämtlicher Funktionen mit einer Bluetooth-App ermöglicht. Allen Boxen ist ein äußerst attraktiver Preis gemein, was man von einem Hersteller aus deutschen Landen nicht unbedingt erwartet hätte. Ein Grund mehr sich mit den Boxen auf Tauchstation zu begeben und im Praxistest die Seetauglichkeit auszuloten.

Details

Großfamilie

Vier Modelle umfasst die SONAR-Serie von HK Audio. Die Topteile unterscheiden sich durch die Gehäusegröße und Tieftönerbestückung. Die kleine SONAR 110 Xi wird mit 800 Watt befeuert, während der SONAR 112Xi und der SONAR 115Xi 1.200 Watt Endstufenleistung zur Verfügung stehen. Die Tieftönerbestückungen sind wahlweise 10, 12 oder 15 Zoll – was die meisten Anwenderwünsche abdecken dürfte. Übersichtlicher geht es in puncto Subwoofer zu. Der SONAR 115 Sub D ist Alleinherrscher über den Tieftonbereich und lässt sich mit allen drei Topteilen kombinieren.

HK Audio war immer schon für umfangreiches Zubehör bekannt. Die SONAR-Serie bildet da keine Ausnahme. So bietet der Hersteller neben passenden Schutzhüllen ein Satelliten-Add-on an, das eine Tragetasche, zwei Distanzstangen und XLR-Kabel beinhaltet. Das Speaker Stand Add-on umfasst dagegen zwei Lautsprecherstative samt Tragetasche.

SONAR 115 Sub D

Das Kommando „Hosenflattern“ übernimmt der SONAR 115 Sub D. Der kompakte 15-Zoll-Subwoofer ist mit 26.4 kg überraschend leicht. Dank seiner beiden MultiGrip-Griffe lässt er sich ohne große Mühe aus dem Karton bergen. Der SONAR 115 Sub D verfügt über ein Holzgehäuse mit schwarzem Strukturlack, ein M20-Gewindeflansch und ein vollflächiges Lautsprechergitter mit hinterlegendem Akustikflies. Vier Gummifüße auf der Unterseite sorgen für einen sicheren Stand, während Stapelfräsungen auf der Oberseite das Stacking weiterer SONAR 115 Sub D erlauben.

Interessant ist die Rückseite. Hier findet der Anwender „The Lost Art of Transportrollen-Vorbereitung“. Sprich: An den Gehäusen lassen sich ohne großen Aufwand optionale Transportrollen anbringen. Einfach die vorhandenen Schrauben herausdrehen, die Rollen aufsetzten und die Schrauben wieder anziehen. Viele Mitbewerber haben diese anwenderfreundliche Option wegrationalisiert. Schön, dass HK Audio diesem Bespiel nicht folgt.

Wie es sich für einen ambitionierten Aktiv-Subwoofer gehört, wurde der SONAR 115 Sub D mit einem 24-Bit-User-DSP samt LC-Display ausgestattet. Die analogen Bedienelemente sind schnell aufgezählt: Kaltgerätebuchse samt Netzschalter, zwei Combobuchsen-Line-Eingänge, zwei XLR-Thru-Buchsen und ein Push Encoder für den DSP. Dank der beiden Eingänge kann der Subwoofer auch als Basis für ein 2:1-Satellitensystem dienen und zwei Topteile mit einem Stereosignal versorgen.

Die User-DSP-Funktionen bieten einen gelungenen Kompromiss aus Bedienbarkeit und Feature-Dichte. In dieser Preisklasse eher selten zu finden sind abrufbare Cardioid Presets. Kommen zwei SONAR 115 Sub D pro Seite oder als Mono-Cluster zum Einsatz, lässt sich dank des User-DSPs auf Knopfdruck eine kardioide Richtcharakteristik erzeugen. Das bedeutet, dass die Subwoofer vornehmlich nach vorne abstrahlen und gleichzeitig hinter den Bässen (zur Bühne hin) eine deutliche Bassauslöschung generiert wird. Das kann hilfreich sein, wenn sich die Musiker auf der Bühne über zu viel Bass beschweren oder Anwohner durch massive Bassdrum-Attacken ihr Geschirr im Sammelschrank festhalten müssen.

Weitere Funktionen des DSPs: Schaltbarer Bass Boost, durchstimmbare Trennfrequenz von 60 bis 150 Hz, Polaritätsumschaltung, Front-LED-Funktion und Display-Abschaltung. Nicht schlecht, ich bin gespannt was das SONAR-Topteil an Features mitbringt.

SONAR 112 Xi Topteil

Im Gegensatz zum Subwoofer ist das Topteil SONAR 112 Xi mit einem Kunststoffgehäuse ausgestattet. Das Gehäuse ist sehr gut verarbeitet, was man in dieser Preisklasse nicht häufig vorfindet. Die Gehäuseform ermöglicht es, das SONAR 112 Xi Top auch als Monitor einzusetzen. Das Gehäuse ist mit zwei Griffen ausgestattet. Einem auf der Oberseite und einem auf der Seite. Die beiden Single-Grip-Griffe sind völlig ausreichend, denn das Topteil wiegt nur 16 Kilogramm, was für eine aktive 12/1-Zoll-Box wenig ist.

Die Optik entspricht dem Zeitgeist: Mattschwarzes Gehäuse und ein vollflächiges Lautsprechergitter mit blickdichtem Akustikschaum hinterlegt. Ein seriöser Auftritt und kompatibel mit dem Dresscode der meisten Veranstaltungen. In dieser Preisklasse eher ungewöhnlich sind die M10-Montagepunkte, mit deren Hilfe sich die Box sicher fliegen lässt. Klasse umgesetzt ist auch das Dauerthema „Hochständerflansch“. HK Audio verwendet in der SONAR-Serie eine massive Tilt-Unit, mit deren Hilfe der Anwender zwischen einer geraden Ausrichtung (0°) oder einer leicht geneigten Position (-7.5°) wählen kann.

Kernstück der Box ist das Aktivmodul und dessen User-DSP. Neben der obligatorischen Kombination von Kaltgerätebuchse und Netzschalter notiere ich gleich drei Eingänge und eine Mix-Out-XLR-Buchse. Im Grunde ist das nichts anderes als ein 3-in/1-out-Minimixer, zumal sich die Combobuchsen-Eingänge 1 & 2 sowohl mit Line- als auch mit Mikrofonsignalen beschicken lassen. Das beweisen die versenkt angebrachten Mic/Line-Umschalter. Kanal 3 ist für den analogen Anschluss eines Zuspielers via Miniklinkenbuchse gedacht. Alternativ lässt sich dieser Eingang auch mit einem Bluetooth Stream beschicken.

Neben der Verwendung als Beschallungsbox kann das Topteil SONAR 112 Xi Mini-Gigs ohne zusätzliches Mischpult mit den bordeigenen Mitteln bedienen. Kanal 1 verwaltet eine Akustikgitarre, Kanal 2 ein Gesangsmikrofon und Kanal 3 Backing-Tracks oder Pausenmusik – klasse! Weitere Unterstützung bietet die DSP-Einheit, die aus einem gut ablesbaren Farb-Display plus Push Encoder besteht. Ich erspare mir eine genaue Aufzählung der DSP-Features, da diese identisch sind mit denen der SONAR Remote App, die ich mir als nächstes ansehe. Aufatmen können Anwender mit App-Phobie: Alle Einstellungen der App lassen sich auch am User-DSP über den Push Encoder vornehmen. Gut für den Fall, dass man sein Remote Device gerade nicht zur Hand hat. 

SONAR Remote App

Die SONAR-Serie setzt voll und ganz auf die Vorzüge der Bluetooth-Schnittstelle. Für die Fernsteuerung der SONAR-Topteile steht die SONAR Remote App als Download bei Google Play oder in Apples App Store kostenlos bereit. Die App erlaubt die Fernsteuerung von ein oder zwei SONAR-Topteilen. Der SONAR 115 Sub D verfügt allerdings nicht über eine Bluetooth-Fernsteuerung. Wer aber etwas kreativ in der Verkabelung ist, kann den Tieftöner zumindest passiv mit einbeziehen, indem man vom Mixer zunächst in die SONAR-Topteile geht und die Subwoofer über die Mix-Out-Buchsen der Topteile anfährt. Regelt man die Lautstärke der Topteile über die App, wirkt sich das auch auf den Subwoofer aus. Derart verkabelt kann die SONAR-App die Verwaltung über zwei Topteile samt Subwoofer übernehmen. Der Fernsteuerung einer klassischen Satelliten PA (Bass – Distanzstange – Topteil) steht nichts im Wege.

Passendes Stichwort: Bluetooth hat je nach verwendetem Standard und Umsetzung eine eingeschränkte Reichweite. Manche Bluetooth-Hardware schafft mit Mühe gerade einmal zehn Meter, weiterentwickelte Systeme dagegen mehr. Im Praxistest steht der Reichweitentest noch aus. Ich bin gespannt, wie performant die SONAR-Schnittstelle in diesem Punkt ist. Zunächst lade ich die App für mein iPhone X herunter und schaue mich um. Gute Sache: Wer gerade kein SONAR-Topteil zur Hand hat, kann die App auch im Demomodus betrieben und sich alle Funktionen „offline“ ansehen.

Ich verbinde die App mit dem Topteil SONAR 112 Xi, indem ich den Pairing-Modus im User-DSP am Aktivmodul aktiviere. Und das gleich zweimal, denn die SONAR-Topteile verfügen über zwei separate Bluetooth-Einheiten! Ein BT-Modul dient für das Audiostreaming, das zweite Modul ermöglicht die App Control. Dabei hat der Anwender die Wahl, ob er beide Funktionen von einem Device ausführen möchte oder beispielsweise sein Smartphone für einen Musik-Stream nutzen möchte, während er über ein Tablet die SONAR-Topteile via App fernsteuert. Easy – genau wie die Bedienung der App, die sich als sehr intuitiv erweist.

Steht die Verbindung, erscheint zunächst die Mixer Page, die den direkten Zugriff auf die drei Eingänge und das Master Volume erlaubt. Dieser Mini-Mixer erlaubt es, einzelne Eingänge oder die ganze Box stummzuschalten. Über die Edit-Taster gelangt man in die Kanalklangregelung. Kanal 1 & 2 verfügen über einen Dreiband-EQ und einen zusätzlichen, durchstimmbaren Low Cut Filter. Ideal, wenn man für einen Mini-Gig oder eine Moderation Gesangsmikrofone direkt andocken möchte. Kanal 3 ist ebenfalls mit dem Dreiband-EQ ausgestattet, muss aber auf den Low Cut verzichten. Daher bietet sich Kanal 3 für Line-Signale, Zuspieler oder Bluetooth Streams an. In der Setup Page lässt sich aus drei Klangvoreinstellungen (Live, DJ, Monitor) wählen und die Box über ein Time Aligment Delay bis zu zehn Meter verzögern.

Die Menu Page erlaubt es, der Front-LED verschiedene Funktionen zu zuweisen. Die Front-LED lässt sich ausschalten, aktivieren oder als Limiter-Anzeige konfigurieren. Ebenfalls in der Menu Page untergebracht sind ein Offline-Manual und die Auto-Pair-Funktion, die, wenn aktiviert, eine automatische Verbindung zwischen Box und Remote Device herstellt, ohne dass man den Umweg über die Bluetooth-Einstellungen nehmen muss 

Es geht um Inhalte

Bevor wir in den Praxistest einsteigen, habe ich eine Obduktion der SONAR 112 Xi durchgeführt. Das Lautsprechergitter ist schnell demontiert und gibt den Blick auf den 12-Zoll-Treiber und auf das in die Schallwand integrierte Horn (90° x 60°) frei. Beide Treiber sind mit Ferrit-Magneten ausgestattet, der 12-Zoll-Tieftöner ist ein einfaches Presschassis, was bei dem Preisgefüge zu erwarten war. Angetan bin ich von dem Aktivmodul. Dieses sitzt zum einen in einem geschlossenen Gehäuse und ist zudem sehr gut verarbeitet. Schrauben mit Sicherungslack, wichtige Bauteile doppelt gesichert und mit Silikon gegen Vibrationen und den harten Road-Betrieb gewappnet. Der schwarze Draht oberhalb der Endstufensektion ist die Bluetooth-Antenne. Somit ist diese weit oben in der Box platziert, was Vorteile beim Empfang bieten sollte. Die Konstruktion als Ganzes hinterlässt einen guten Eindruck, ich bin auf den Sound gespannt.

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