Test
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09.11.2016

Praxis

Nahfeld

Beide Modelle sind aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts auf den Einsatz als Nahfeldmonitore ausgelegt. Sie machen als Hauptabhöre im Projekt- oder Heimstudio, aber auch als Zweitabhöre in großen Studios eine gute Figur. Gerade die kleinere Type 05 passt natürlich auch hervorragend zu einem Videoschnittplatz oder einem Arbeitsplatz für Audioediting. Beide Monitore sind zwar für den vertikalen Betrieb vorgesehen, können aber auch horizontal genutzt werden.

HEDD Air Motion Transformer

Ich muss gestehen, ich war nie ein Freund von AMT-Hochtönern. Rein subjektiv waren mir diese immer zu anstrengend und zu analytisch. Deshalb war ich sehr auf den neuentwickelten HEDD AMT gespannt und wurde tatsächlich überrascht. Beide HEDD- Monitore wirken in den hohen Frequenzen weder spitz noch anstrengend. Im direkten Vergleich mit anderen 2-Weg-Systemen wirken die HEDDs in diesem Bereich sogar etwas zahm. Der Grundcharakter bleibt aber nach wie vor eher analytisch. Der Arbeitsbereich wird vom Hersteller für beide Modelle bis 50 kHz angegeben.

Tiefmitteltöner

Die eigentliche Überraschung aber sind die neuen Tiefmitteltöner, welche bei Nullstellung der Low-Shelving-Filter akustisch sehr prominent in Erscheinung treten. Bei der Type 05 geht der Arbeitsbereich bis 45 Hz herunter. Die Type 07 liegt, durch das größere Gehäusevolumen und den größeren Tiefmitteltöner, mit 38 Hz noch etwas tiefer. Dabei gehen die neuen Tiefmitteltöner sehr straff und direkt zu Werke und tun dies auch bei höheren Lautstärken. Natürlich kommt man bei der kleineren Type 05 schneller an die Leistungsgrenze, was sie mit dem typischen, etwas kratzigen und plärrigen Sound einer gestressten Endstufe quittiert. Bis zu diesem Punkt erzeugt die kleine HEDD mit bis zu 103 dB (maximaler Schalldruckpegel mit Sinus 100 Hz – 3 kHz aus 1 m Abstand) genug Schalldruck für die meisten Anwendungen. Die Type 07 bietet mit 107 dB noch etwas mehr Reserven und klingt auch bei höherem Abhörpegel nicht so schnell angestrengt.

Wie klingen die HEDDs?

Beide Monitore übertragen schnelle Transienten sauber und mit hoher Impulstreue. Dies ist bei der Verwendung von Bändchenhochtönern in den hohen Frequenzen zu erwarten. Aber auch die neuen Tiefmitteltöner können durch Ihr schnelles Ansprechverhalten gut mithalten. Beim rein subjektiven Hörtest haben mir beide HEDDs für elektronische Musik, Rock und Pop gut gefallen. Bei der Wiedergabe von überwiegend akustischer Musik, speziell für Jazz mit Kontrabass, waren mir die Tiefen etwas zu präsent und etwas zu unaufgeräumt. Das Low-Shelving-Filter kann dies zum Teil ausgleichen.

Auffällig ist, dass die HEDDs sehr direkt und plastisch klingen mit einer guten Abbildung im Stereopanorama, aber gleichzeitig etwas trocken wirken. Räume, auch künstlich erzeugte Hallräume, werden nicht so fein aufgelöst und abgebildet wie ich das von anderen 2-Weg-Systemen kenne. Es wirkt zum Beispiel, als ob der Sänger direkt vor dem Hörer steht in einem relativ trockenen Raum steht. Man kann die Feinheiten und eventuelle Ungenauigkeiten des Sänger und der einzelnen Instrumente auch im fertigen Mix noch heraushören, fast wie mit einer akustischen Lupe. Dies macht aber das Finden der richtigen Balance zwischen Hauptsignal und Hall nicht einfacher. Die Tiefenstaffelung ist dennoch relativ gut, da die hierfür wichtigen ersten Reflexionen präzise wiedergegeben werden.

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