Software
Test
10
24.10.2018

Heavyocity Synthetic Strings Test

Kontakt-Library

Novo-Engine meets Synthesizer Strings

Nachdem die Sampleschmiede Heavyocity mit Novo Modern Strings und Forzo Modern Brass es eher auf Orchesterklänge abgesehen hat, wird die Serie dieses Mal mit synthetischen Klängen erweitert. Den Grundsound der Library liefern zehn moderne und auch Vintage-Synthesizer, darunter Streichfett, Supernova, Sub37 und Matrix Brute.

Die Library kommt mit 81 Soundquellen, 120 Rhythmic Loops und 227 Presets. Natürlich verfügen auch die Synthetic Strings über die Layering-Features und die Macro-Sektion der Novo-Serie. Was die Library sonst noch auf Lager und wie sie klingt, zeigt der Test.

Details

Inhalt der Library

Heavyocity hat eine überschaubare Auswahl an modernen und Vintage-Klangerzeugern zusammengestellt und daraus eine 13,6 GB große Library mit insgesamt 4.513 Samples entwickelt. Die folgenden zehn Synths sind Grundstein der Library:

  • Juneau 2 – Roland Juno 2
  • Boomsynt – Studio Electronics Boomstar
  • Analog Brute – Arturia Matrix Brute
  • Sub 307 – Moog Sub37
  • StringFett – Waldorf Streichfett
  • Nova – Novation Supernova
  • Performer One – Crumar Performer
  • HY-101 – Roland RS-101
  • HY-202 – Roland RS-202
  • String Ensemble – ARP Solina String Ensemble 

Die Library ist aufgeteilt in die Kontakt-Instrumente Modern Synths, Vintage Synths, Rhythmic Synths (Straight und Triplet), Synth Designer und Synth Loop Designer. Die Bedienoberflächen der jeweiligen Kontakt-Instrumente sind mit unterschiedlichen Features ausgestattet, weshalb auch der Aufbau variiert. Schauen wir uns die Instrumente im Folgenden genauer an.

Modern und Vintage Synths

In den beiden Kontakt-Instrumenten Modern und Vintage Synths sind die Sounds der Klangerzeuger in verschiedenen Settings spielbar. Pro Instanz gibt es acht Keyswitch-Slots, die sich sowohl am Interface als auch am Controller (ab F6) wechseln lassen. In den NKIs sind sogenannte Snapshots enthalten, die für jeden Synth unterschiedliche Parameter-Settings bereithalten. So hat man die Möglichkeit die Klänge mit verschiedenen Parameter-Settings der Synths zu spielen.

Die beiden Kontakt-Instrumente verfügen über zusätzliche Tools, um den Klang weiter anzupassen. Mit dabei sind Envelope, EQ, Filter, Reverb, Performance-Sektion (Arpeggio und Gate-Sequencer) und ein Mixer, bei dem sich Dry-Signal und zusätzliche Room- und Hall-Kanäle mischen lassen. Hinzu kommen zwei Parameter, mit denen sich Velocity und Dynamikverhalten regulieren lässt. Mit dem Mod Wheel wird Letzteres geregelt, was in der Mitte der Bedienoberfläche mit einem groß platzierten Dynamik-Regler animiert wird.

Rhythmic Synths

Die beiden Rhythmic-Instrumente (Straight und Triplet) bieten exakt die gleichen Features wie die Modern und Vintage Instruments. So sind ebenso Snapshots, Keyswitches und die Tools an Bord der Bedienoberfläche. Sie unterscheiden sich jedoch klanglich durch rhythmische Sounds. Leider sind diese nicht nach den Hardware-Synths unterteilt, sondern in die Kategorien „Ambient“ und „Pedal“ – wäre meiner Ansicht nach sinnvoller gewesen, um gezielter nach Sounds zu suchen. Die insgesamt 48 Rhythmic-Sounds (24 Straight und 24 Triplet) lassen sich auch hier in die acht Keyswitch-Slots laden, um beim Spielen zu wechseln.

Synth Designer

Im Synth Designer lassen sich alle Sounds, die in den normalen und rhythmischen Kontakt-Instrumenten verfügbar sind, in drei Kanälen zu komplexen Multi-Layer-Sounds schichten. Natürlich sind stattdessen auch Splittings möglich. In jedem Kanal hat man Zugriff auf einen übersichtlichen Browser, in dem die Samples nach Hardware-Synths und Kategorien (Vintage, Modern, Rhythmic usw.) sortiert sind. Um die Layer zu mischen, stehen in den Kanälen Volume, Pan, Mute, Solo und Tune bereit. Für jeden der drei Kanäle können überdies unabhängige Pitchbend-, Velocity- und Sustain-Pedal-Settings gewählt werden.

In der Mitte des Synth Designers ist der Macro-Control-Regler angebracht, der die Parameter der sechs Tools Envelope, EQ, Filter, Drive, Gate und Space gleichzeitig steuern kann. Er kann manuell per Mod Wheel geregelt oder per praktischem Macro Sequenzer automatisch moduliert werden. Letzterer ist ein patternbasierter Step-Sequenzer, mit dem sich Modulationspatterns programmieren lassen, um die Parameter der sechs Tools und Effekte zu steuern. Der Synth Designer verfügt zusätzlich über eine Sektion namens „Cycle“, in der sich pro Sample jeweils acht rhythmische Patterns mittels Step-Sequenzer erstellen lassen, um Arpeggios und Sequenzen zu programmieren. Hinzu kommt eine Master-Sektion mit sieben Effekten, um die Summe der Layer-Sounds zu bearbeiten.

Loop Designer

Mit dem Loop Designer können die Klänge nicht chromatisch gespielt werden. Vielmehr handelt es sich – wie der Name schon verrät – um Loops, die abgefeuert werden, deren Grundton sich per Keyswitch auswählen lässt. Der Loop Designer besitzt ebenfalls drei Channels zur Klangschichtung. Das Interface und die Features gleichen denen des Synth Designers. Der Unterschied: Anstelle des „Cycles“ ermöglicht ein „Designer“ die Zuweisung auf der Klaviatur sowie die Editierung mit Sample Start, Volume Pan und Tune.

Der Loop Designer besitzt drei Bänke, die über drei Oktaven aufgeteilt sind. Jede Note einer Oktave kann einen der 36 verfügbaren Loops abfeuern. Die Loops lassen sich auf der Bedienoberfläche nach Belieben einer Note zuweisen, was visuell mit drei Klaviaturen dargestellt wird. In einer vierten Klaviatur namens Designer Keys, die ab C1 gespielt wird, lassen sich Kombinationen erstellen, um mit nur einer Taste bis zu drei Loops gleichzeitig zu spielen. Die Macro-Sektion inklusive Macro Sequencer, mit dem sich die sechs Effekte und Tools automatisieren lassen, ist natürlich ebenfalls am Start. Die vorgefertigten Loops lassen sich also noch modifizieren.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

Heavyocity Forzo Modern Brass Test

Nach Modern Strings liefert Heavyocity mit „Forzo“ erstklassige Orchester-Bläser für NI Kontakt mit umfangreichen Layering- und Modulationsfeatures.

Heavyocity NOVO Modern Strings Test

Heavyocity veröffentlicht mit „NOVO: Modern Strings“ eine monströse Library für hybride Streichertexturen und -loops. Was die Library so monströs macht, was sie kann und ob das Monster beißt, wird im folgenden Test geklärt.

Heavyocity Gravity Test

Heavyocity veröffentlicht Gravity, eine Hybrid-Scoring Library mit deutlichem Sci-Fi Einschlag, geeignet für Film, TV und Games.

Best Service Emotional Violin Test

Mit der Emotional Violin wird die authentische Solo-Streicher-Library um eine virtuelle Violine mit vielen Artikulationen und Verzierungen erweitert. Wir hatten das Kontakt-Instrument im Test.

AKAI Professional iMPC Pro 2 Test

Mit der iMPC Pro 2 reicht AKAI essentielle Features wie Audio Tracks, MIDI-Support, 64-Spur-Mixer und ein zeitgemäßes Interface nach. Ist die iOS-MPC nun ein ernstzunehmendes Tool für Beat Producer?

User Kommentare