Gitarre Westerngitarre Hersteller_HarleyBenton
Test
1
19.04.2020

Harley Benton StreetBox-60 Test

Akkubetriebener Mobilverstärker

Mobile Mini-PA

Mit der Harley Benton StreetBox-60 bringt die Thomann-Marke einen kompakten und vielseitigen Mobilverstärker auf den Markt, der mit gerade einmal vier Kilo Gewicht und Akkubetrieb eine spannende Lösung für Alleinunterhalter und kleine Bands darstellt. Mit insgesamt drei Kanälen, integrierten Effekten, Bluetooth-Interface und einer RMS-Leistung von 60 Watt ist das kleine Kraftpaket zudem als All-in-One-Lösung für zuhause und unterwegs eine echte Option.
So wird die StreetBox-60, hergestellt in China für das Musikhaus Thomann, in der Bedienungsanleitung auch prompt als "mobile Beschallungsanlage" und nicht etwas als reiner Akustikgitarrenverstärker bezeichnet. Neben akustischen Instrumenten und Gesang soll die kleine Kiste beispielsweise auch für E-Gitarren und allgemeine Musikbeschallung via Bluetooth geeignet sein. Ob die Mini-PA hält was sie verspricht, wird sich im folgenden Test zeigen.

Details

Gehäuse/Optik

Die StreetBox-60 kommt in einem Gehäuse mit den Maßen (B x H x T) 375 x 195 x 185 mm und wiegt knapp 4 kg. An der linken Seite ist eine große Griffschale ins Gehäuse eingelassen und sorgt für einen komfortablen Transport. An der rechten Seite befindet sich ein Ständerflansch mit 35 mm Durchmesser zum Aufsetzen auf einen handelsüblichen Boxen-Hochständer. Ohne Stativ kann man sich entscheiden, ob man die StreetBox lieber mit den Bedienelementen nach oben oder hochkant hinstellen möchte. Für beide Varianten stehen jeweils vier Gummifüße bereit. 

Zum Lieferumfang gehört ebenfalls eine Transporttasche mit Zubehörfach und zwei praktischen Rucksackriemen. Das Gehäuse wirkt robust und hochwertig und macht durch sein Holz-Finish auch optisch einen edlen Eindruck. Für die Klangformung sind zwei 5,5'' Breitbandlautsprecher zuständig, die von einem stabilen Lochgitter geschützt werden. Ebenfalls im Lieferumfang enthalten sind eine deutschsprachige Bedienungsanleitung und ein 24V-Netzteil zum Laden des Akkus, dessen Betriebszeit vom Hersteller mit 5 Stunden bei einer Ladezeit von 3 Stunden angegeben wird.

Bedienung

Die drei Kanäle unseres Probanden sind im Grunde gleich aufgebaut und unterscheiden sich nur durch ihre Anschlussmöglichkeiten und Effekte. Der erste Kanal ist laut Hersteller prädestiniert für akustische Gitarren. Von links betrachtet finden wir zunächst den Klinken-Eingang, dann einen Dreiband-Equalizer, ein Volume-Regler und schließlich ein Reverb-Poti. Rechts neben dem Eingang befindet sich zudem ein Wahlschalter für aktive oder passive Tonabnehmersysteme, mit dem die Eingangsempfindlichkeit voreingestellt werden kann. Rechts neben der Kanal-Sektion liegen zwei untereinander angeordnete Potis mit der Bezeichnung "Notch", mit denen es möglich ist, eine Feedback-Frequenz ausfindig zu machen und zu unterdrücken. Das "Freq."-Poti bestimmt dabei, um welche Frequenz es sich handeln soll, mit dem "Depth"-Regler wird festgelegt, wie breitbandig die betreffende Frequenz abgesenkt wird. Der Notch-Filter, dessen Funktion sich nur auf den ersten Kanal auswirkt, kann auch als zusätzliche Klangreglung verwendet werden, da es sich im Grunde um einen parametrischen Equalizer handelt.

Der zweite Kanal hat ebenfalls einen Klinken-Eingang und kann sowohl für Gesang als auch für Gitarren verwendet werden. Der dritte Kanal besitzt einen XLR/Klinke-Combo-Eingang und ist mit einer festgelegten Eingangsempfindlichkeit für Mikrofone vorgesehen. Die Kanäle 2 und 3 teilen sich ein gemeinsames Effekt-Poti, das dem Signal auf der ersten Hälfte des Regelwegs ein Delay und auf der zweiten Hälfte ein Reverb zumischt. Beide Effekte sind nur in ihrer Intensität regelbar und können nicht kombiniert werden.

Neben dem Master-Poti, das die Gesamtlautstärke aller angeschlossenen Signale regelt, liegt die Lautstärkeregelung für das Bluetooth-Interface und darüber zwei Anschlüsse für eine Stereo-Miniklinke mit der Bezeichnung "Amp". Hierzu steht in der Bedienungsanleitung, dass es möglich sei, ein Gerät des gleichen Typs anzuschließen, und dass in diesem Fall das zweite Gerät automatisch die Einstellungen für Lautstärke, Klang und Effekte des ersten Geräts übernimmt. Im Klartext heißt das, dass wir es hier mit einem Line-Out und einem Aux-In zu tun haben. Beim Test mit einem AER Alpha zeigt sich tatsächlich, dass es möglich ist, dass Signal der Streetbox so an einen anderen Amp zu schicken. Allerdings ist das Ausgangssignal sehr schwach, sodass das angesteuerte Ziel definitiv eine leistungsfähige Vorverstärkung benötigt. In einem Audio-Interface etwa kam über den Amp-Out kein brauchbares Signal an. Die Bezeichnung "Line-Out" hat dieser Ausgang somit nicht ganz verdient, zumal es für viele Anwendungen ungünstig wäre, dass dieser Ausgang die Lautstärkeeinstellungen des Verstärkers übernimmt. Der "Amp-In" hingegen bleibt unbeeinflusst von jeglicher Einstellung an der StreetBox und liefert interessanterweise ein deutlich stärkeres Signal als der Bluetooth-Input, was ihn zu einer echten Alternative für kabelgebundene Einspielungen macht.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare