Gitarre Ukulele Hersteller_HarleyBenton
Test
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26.08.2019

Harley Benton Hawaii Cedar Ukulele Test

Concert- und Tenor-Ukulele

Ukulele-Stars zum Sparpreis

Mit der Harley Benton Hawaii Cedar Ukulele-Serie will Thomann nun die Erfolgsstory der UK-10S Serie fortsetzen, die in unserem Test bereits voll überzeugen konnte. Und weil die Hersteller vor allem im Preisbereich unter 100 Euro mit harten Bandagen kämpfen und versuchen, sich stetig in Design und Verarbeitung zu über- und im Preis zu unterbieten, eröffnet sich auch für Einsteiger die Gelegenheit, in den Genuss qualitativ recht hochwertiger Instrumente zu kommen.

Auch die Hawaii Cedar Serie spielt in diesem Konzert mit und die Eckdaten klingen vielversprechend: eine massive Zederndecke, Ebenholzfurnier für Boden und Zargen, ein aufwendiges Binding für die Optik und Echtknochensattel - das Ganze für deutlich unter 100 Euro, sodass man mit Tasche und Stimmgerät nur knapp im zweistelligen Eurobereich landet. Jetzt müssen nur noch Sound und Verarbeitung passen - wir haben uns Konzert- und Tenor-Ukulele aus der Serie zum Test kommen lassen.

Details

Erster Eindruck

Neben der geschmackvoll selektierten Holzzusammenstellung trumpfen diese Modelle mit einer äußerst sauberen Verarbeitung auf. Das matte Finish, das coole Kopfplattendesign und die Abstinenz jeglicher Verarbeitungsrückstände lassen die Harley Benton Hawaii Cedar Ukulelen als professionelle Instrumente erscheinen. Die ersten Akkorde gehen geschwind von der Hand und ich fühle mich sofort wohl, zumal beide auch klanglich mit einem vollen, weichen und eher dunklen Klangcharakter aufwarten. Eigentlich genau so, wie ich es aufgrund der Holzzusammenstellung erwartet habe.

So weit, so gut, aber die Konkurrenz auf dem Markt ist riesengroß, genauso wie die Erwartungen an Verarbeitung und Sound auch in diesem niedrigen Preissegment. Deshalb lohnt sich auch hier ein genauerer Blick.

Material & Verarbeitung

Die vorliegenden Testmodelle haben eine massive Zederndecke mit einer schönen Rosette aus Abalone. Boden und Zargen sind aus Ebenholz in Schichtbauweise und sowohl am Übergang zur Decke wie auch zum gewölbten Boden ist ein Riegelahorn-Binding aufgetragen. Die Holzzusammenstellung macht einen hochwertigen Eindruck und sieht einfach super aus. Durch das matte Finish entfalten die Hölzer ihren optischen Charakter noch stärker. Es sind bei beiden Instrumenten absolut keinerlei Verarbeitungsrückstände vorhanden und auch ein Blick in das Innere bestätigt die saubere Arbeit.

Die Brücke besteht ebenso wie das Griffbrett aus Reconstituted Wood. Dieser Begriff lässt etwas Spielraum. Die Anfrage beim Hersteller hat ergeben, dass es sich ganz einfach um gepresste und entsprechend behandelte Hartholzreste handelt. Feine Sache, da hier der Holzverschnitt einer sinnvollen Bestimmung zugeführt wird.

Der Hals ist aus Okume und der Kopfplatte mit ihrem geschwungenen neuen Harley-Benton-Symbol hat man ein schönes Furnier spendiert. Die geschlossenen Mechaniken haben schwarze Plastikflügel und drehen geschmeidig und nahtlos. Steg und Sattel sind aus Knochen und wie üblich finden sich Bundmarkierungen auf dem Griffbrett und der Griffbrettseite. Besonders ist an diesen Modellen aber, dass hier die Markierungen schon ab dem dritten Bund vorhanden sind. Sonst fangen diese nämlich erst am fünften Bund an.

Was mich aber noch mehr freut: Harley Benton ist einen Schritt weitergekommen, was die Verarbeitung angeht. Bei dem letzten Modell, der Harley Benton UK-10S, wurden noch die leicht scharfkantigen Bundkantenenden bemängelt. Unsere Kandidatinnen hingegen überzeugen mit hochwertigem Bunddraht und einer hervorragenden Abrichtung. Dies gilt auch für die Bundkantenenden. Auch in Sachen Materialzusammenstellung und Verarbeitung zeigt sich die Harley Benton Hawaii Cedar Serie von ihrer Schokoladenseite.

Bespielbarkeit

Dank der guten Mechaniken und des hochwertigen Knochensattels lassen sich beide Instrumente einwandfrei stimmen und sind auch stimmstabil. Die Hälse sind gerade und die Saitenlage ist auf einem guten Niveau, d.h., es schnarrt nichts und die Saiten sind mit 2 mm am 12. Bund nah genug am Griffbrett, um bequem Akkorde greifen zu können. Das sorgt für ein nebengeräuschfreies Spiel auch bei härterem Anschlag. Knochensattel und Steg lassen sich bei Bedarf auch hervorragend bearbeiten. Wenn man also eine tiefere Saitenlage haben will, könnte man sich die vom Fachmann entsprechend nachjustieren lassen. Aber an der Werkseinstellung gibt es definitiv nichts zu bemängeln.

Bilderstrecke Tenor Ukulele

Besonders interessant ist das etwas breitere Griffbrett, das bei beiden Ukulelen mit 38 mm etwa 3 mm über dem sonst gängigen Maß liegt. Immer mehr Hersteller bieten in ihrem Sortiment Modelle mit breiterem Hals an, was vor allem bei Einsteigern sehr gut ankommt. Das String-Spacing wird dadurch minimal größer und die Finger haben etwas mehr Platz, um die Saiten am Bund sauber zu greifen. Bei unserem Modell ist die Intonation überdurchschnittlich gut. Es gibt keine Ukulele, die eine hundertprozentige Intonation über das gesamte Griffbrett erreicht, denn das ist physikalisch gar nicht möglich. Hier gibt es immer wieder Abweichungen, was schließlich auch der kurzen Mensur geschuldet ist. Bei der Harley Benton Hawaii Cedar sind diese allerdings verschwindend gering und kleiner als bei vielen anderen Modellen in dieser Preisklasse. Jetzt müssen die beiden nur noch cool klingen und wir haben heiße Kandidaten für unsere Kaufempfehlungen.

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