Gitarre Hersteller_HarleyBenton
Test
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30.07.2018

Harley Benton Custom Line CLA-15MCE Test

Westerngitarre

Handliche Bluesmaschine

Die Harley Benton Custom Line CLA-15MCE Westerngitarre richtet sich an diejenigen Spieler, die im Angebot der Thomann-Hausmarke ein Instrument suchen, das höheren Ansprüchen genügen kann. Die Instrumente der Custom-Line-Serie weisen bereits massive Decken auf, die im Falle der Harley Benton CLA-15MCE mal nicht aus Fichte, sondern aus Gabun-Mahagoni besteht. Die Gitarre sieht zudem ausgesprochen schick aus und glänzt mit Understatement - beispielsweise mit einer matten Lackierung.

Unsere Testgitarre steht deutlich erkennbar in einer jahrzehntelangen Tradition. Die hier verwendete Korpusform ist von Martin bereits im ersten Drittel des letzten Jahrhunderts entworfen worden. Auch Vollmahagonigitarren - also Instrumente, bei denen auch die Decke aus diesem relativ harten Holz besteht - gibt es bei Martin schon lange. Und zwar unter der Bezeichnung "15 Series". Mit ein wenig Hintergrundwissen können wir also bereits der Modellbezeichnung der Harley Benton CLA-15MCE entnehmen, was uns in etwa erwartet.

Details

Details

Die Harley Benton CLA-15MCE besitzt einen aus heutiger Sicht handlichen Grand-Auditorium-Korpus, der bei anderen Herstellern auch schon mal mit "000" oder "OM" bezeichnet wird. Handlich ist übrigens relativ, denn diese Gitarrengröße war vor der Erfindung der Dreadnought das Größte und Lauteste, was man bekommen konnte, und wurde entwickelt, um mit dem damals vorherrschenden Banjo in Sachen Durchschlagskraft mithalten zu können.

Was es damals jedoch noch nicht gab, ist der Cutaway. Durch ihn sieht unsere Kandidatin von vornherein moderner und cooler aus als ohne, speziell, wenn man die Gitarre umhängt. Natürlich hat man auch einen besseren Zugang zu den hohen Lagen, wenn man doch mal dort oben spielen muss. Und wem es zu viel ist mit der Coolness: Es gibt von Harley Benton auch das Modell CLA-15M ohne Cutaway - allerdings auch ohne Pickup.

Die Decke besteht aus massivem Gabun-Mahagoni. Diese Holzart nennt sich eigentlich "Okoume" und gehört nicht zu den Mahagonihölzern, obgleich es in vielerlei Hinsicht ähnliche Eigenschaften besitzt. Der größte Vorteil derzeit ist, dass Okoume nicht in den CITES-Anhängen auftaucht, Mahagoni hingegen schon. Unter der Decke befindet sich das bekannte X-Bracing, das hier "scalopped" ausgeführt wurde, was die Stabilität zwar verringert, dafür aber einen satteren Sound ermöglicht.

Ein Binding um die Korpusränder gibt es keines, ein Punkt, bei dem sich bei der Produktion eine Menge Arbeitszeit sparen lässt. Neben dem dekorativen Aspekt - es soll schick aussehen - hat das Binding auch die Aufgabe, das bei anderen Gitarren weiche und empfindliche, üblicherweise aus Fichte bestehende Deckenholz gegen Stöße und vor Rissen zu schützen. Speziell bei einer harten Mahagonidecke kann man auch mal darauf verzichten, erst recht bei dem aus gesperrtem Holz bestehenden Boden. Alles im grünen Bereich also.

Auch der Hals wurde aus Gabun-Mahagoni gefertigt. Für das Griffbrett und auch den Steg dieser CITES-freien Gitarre hat man sich bei Harley Benton für die Holzart Ovangkol entschieden. Es ist hart und dunkel und wird seinen Job ebenso gut erledigen wie eines aus Palisander. Wo wir gerade dabei sind: Die Kopfplattenauflage sieht schon sehr nach Palisander aus. Tatsächlich handelt es sich jedoch um ein Material namens Rosetek. Die Kopfplatte selbst besitzt neben einer klaren, geradlinigen und dennoch relativ eigenständigen Formensprache sechs geschlossene Mechaniken sowie ein neu gestaltetes Harley-Benton-Logo. Schick und modern - gefällt mir ausgesprochen gut.

Mit ihrem Cutaway und den handlichen Formen spricht die CLA-15MCE vor allem den Bühnenmusiker an. Dieser findet neben einem zweiten Gurtknopf am Halsfuß das Isys+Preampsystem von Fishman. Eine gute Wahl, hat es doch neben einer Klangregelung auch ein Stimmgerät an Bord. Die Ausgangsbuchse ist übrigens nicht im Endpin zu finden, sondern wurde zusammen mit dem Batteriefach in die Zarge verlegt, ungefähr da, wo sie auch bei einer Les Paul zu finden ist. Das mag nicht ganz so dezent sein, aber bei einem versehentlichen Tritt auf das Kabel sind keine katastrophalen Folgen zu befürchten, von denen ein zerstörtes Kabel die geringste wäre.

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