Test
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31.08.2021

Gretsch Gergo Borlai Signature 14“ x 4,25“ Snaredrum Test

Snaredrum aus Messing

Sandsturm!

Eine Signature Snaredrum gebaut zu bekommen, darf als besondere Ehre betrachtet werden, besonders dann, wenn sie von einem legendären Hersteller wie Gretsch kommt. Neben Vinnie Colaiuta, Steve Ferrone und – ebenfalls ganz frisch – Keith Carlock darf sich jetzt auch der ungarische Superdrummer Gergo Borlai zum erlauchten Kreis der Auserwählten zählen. Der Mann ist nicht nur in seiner Heimat ein Star, dank seiner Arbeit mit Al Di Meola, Vernon Reid und Trilok Gurtu hat er auch international den Durchbruch geschafft. Auf Drumfestivals und in den sozialen Medien sorgt er mit seinen technisch versierten und präzisen Grooves und Fills regelmäßig für heruntergeklappte Kinnladen.  

Bei seiner eigenen Snaredrum hat er sich für einen eher schlanken Messingkessel entschieden, der nicht nur mit seinem „krummen“ Maß auffällt, sondern auch mit einer speziellen Oberflächenbehandlung. Klanglich soll mit der Trommel nahezu alles möglich sein. Was die Gretsch Gergo Borlai 14“ x 4,25“ Signature Snaredrum tatsächlich drauf hat, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details

Der Kessel besitzt ein spezielles, mattes Finish

Was einem beim Auspacken der Gergo Borlai Signature Snaredrum sofort ins Auge fällt, ist nicht nur, dass sie mit 4,25 Zoll flacher ist als die meisten anderen Snares, auch ihre Oberfläche hebt sich ab. Matt gülden schimmert ihr Kessel, dazu passt die leicht raue Haptik. Laut Gretsch entsteht der Effekt durch einen Sandstrahlprozess, die Behandlung wird sowohl der Außen- als auch der Innenseite mitsamt der Gratungen zuteil. Neben der Erscheinung soll sie sich auch auf den Sound auswirken und die Snaredrum etwas trockener machen. Konstruktiv haben wir es beim Kessel mit einer Standardbauweise zu tun. 1,2 Millimeter starkes Messingblech wird zu einem Zylinder gebogen und anschließend sauber verschweißt, die Naht ist nur auf der Innenseite zu erkennen. Die Gratungen besitzen eine 45-Grad-Abschrägung, das Snarebed ist gut erkennbar, sehr weit ausgelegt (dazu unten mehr), allerdings nicht sehr tief. Ein klassisches Design-Element ist die umlaufende Zierprägung, welche den meisten Gretsch USA Metallsnares schon seit Jahrzehnten ihr charakteristisches Aussehen verleiht. Apropos klassisch: Den integrierten Stimmschlüsselhalter besitzt das Gergo Borlai Modell nicht, ein Stimmschlüssel ist aber trotzdem dabei. Neben einem Gretsch-Aufkleber findet sich im Inneren der Trommel noch ein weiteres Papertag mit der Unterschrift des Namensgebers.  

Aufgrund der geringen Tiefe kommen Mini Lugs zum Einsatz

Insgesamt acht Spannböckchen besitzt das Testmodell, statt der regulären Gretsch Doppelböckchen kommen hier die verkleinerten Mini Lugs zum Einsatz. So bleibt auch für hohe Spannungen genug Platz zwischen Spannreifen und Böckchen. Bei den Spannreifen hat sich Gergo Borlai für die typischen Gretsch Gussreifen entschieden, als Abhebung kommt die nicht minder etablierte Lightning-Version zum Einsatz. Hier sind Abwurfhebel und Teppichspannungsverstellung getrennt und befinden sich jeweils auf den gegenüberliegenden Seiten. Alle Beschlagteile verfügen zum Kessel hin über Kunststoffunterlagen, für die Stimmschrauben gilt dies jedoch nicht. Eine weitere Gretsch-Spezialität stellt der überbreite Snareteppich mit 40 Spiralen dar, welcher auch der Grund für das oben beschriebene, weite Snarebed ist. Gehalten wird er von transparenten Plastikstreifen. Bei den Fellen kommt auf der Oberseite ein Gretsch Permatone White CS made by Remo zum Einsatz, auf der Resonanzseite ein dünnes Remo Snare Side, welches ebenfalls als Gretsch Permatone gelabelt ist. 

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