Gitarre Hersteller_Gibson
Test
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03.01.2019

Gibson SG Standard 2019 Ebony Test

E-Gitarre

Traditions-Rockhobel

Die Gibson SG Standard 2019 Ebony ist die Fortführung eines absoluten Dauerbrenners im Sortiment des derzeit wirtschaftlich angeschlagenen Gibson-Konzerns - immerhin wird der Klassiker seit seinem Erscheinen im Jahr 1961 ununterbrochen gebaut.

Auch wenn die SG für viele Puristen unverbesserlich erscheint, tut man gut daran, Modellpflege zu betreiben und die Instrumente dem Zeitgeist anzupassen. Schließlich haben sich Ansprüche und Sounds in Laufe der letzten 50 Jahre ziemlich massiv verändert.

Details

Konzept und Aufbau

Als Update der Les Paul, die Anfang der 60er Jahre ein Dasein als Ladenhüter fristete, kam die SG, die bis 1963 ebenfalls den Zusatz "Les Paul" trug, als futuristische Antwort auf die spacigen Fendergitarren auf den Markt. Obwohl sich Les Paul zunächst mit der neuen Konstruktion auf Werbefotos ablichten ließ, beendete er kurze Zeit später diese Verbindung, woraufhin auch ein neuer Name hermusste. Die Bezeichnung SG bedeutet nicht etwas Small Guitar, sondern Solidbody Guitar, obwohl sie im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin, der Les Paul, eine eher fragile Erscheinung ist. Das sah Les Paul übrigens ähnlich, und so missfiel dem vermeintlichen Namensgeber das neue Topmodell nicht nur wegen der beiden Hörner. In einem Interview erklärte der Meister, dass die SG für seine Ansprüche nicht "solid" genug sei und verweist auf den flachen Hals-Korpus-Übergang und die daraus resultierenden Tuningprobleme.

Aber kommen wir zurück in die Gegenwart und zu den allgemeinen Features der SG Standard 2019. Wichtigste Grundzutat einer klassischen SG ist das gute alte Mahagoniholz, aus dem auch beim aktuellen Modell wieder Hals und Korpus gefertigt werden. Im Gegensatz zur Les Paul gibt es hier keine zusätzliche Ahorndecke, wodurch die SG nicht nur leichter, sondern auch wesentlich dünner ist. Trotz eingesparter Arbeitsschritte und Materialien wurde sie anfangs teurer gehandelt als die Les Paul und kostete in ihrem Erscheinungsjahr 290 Dollar, während die Les Paul Standard für 265 Dollar den Besitzer wechselte.

Die Testgitarre ist mit einem 490R und einem 490T Alnico II Modern Classic Humbucker ausgestattet, die klassisch über separate Volume- und Tonregler sowie einen Dreiwege-Kippschalter gesteuert werden.

Untypisch für ein Standardmodell sind die aus Aluminium gefertigten Tune-O-Matic Bridge und Stopbar.

Bei der SG sind die Hals- und Mensurmaße die gleichen wie bei den Les-Paul-Modellen. Das aufgeleimte Palisandergriffbrett hat einen 12-Zoll-Radius und ist mit 22 kältebehandelten Low-Bünden ausgestattet. Dank dieser Behandlung ändert sich die molekulare Struktur und macht die Bünde laut Hersteller besonders widerstandsfähig. Die äußerst simple Gesamtkonstruktion der SG hat seit dem Urmodell den Nachteil, den bereits der im Jahr 2009 verstorbene Les Paul monierte: Wegen des sehr flachen Hals-Korpusübergangs, der erst spät ansetzt, "eiert" das Tuning, sobald man am Hals zieht. Natürlich ist das auch bei anderen Gitarren so, nur setzt dieser Effekt bei einer SG schon bei leichtem Druck ein. Der Vorteil des hoch angesetzten und sehr flachen Übergangs zum Korpus ist die ausgezeichnete Bespielbarkeit der hohen Lagen. Die leicht abgewinkelte Kopfplatte beherbergt sechs Grover-Rotomatic-Mechaniken mit Kidney-Flügeln. Sie arbeiten wie gewohnt leichtgängig und sehr genau.

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