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Test
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09.06.2015

Gemini GMX Test

All-in-One DJ-System

Mobiler Standalone-Controller

Gemini GMX ist ein komplettes DJ-System mit Mischpult und MIDI-Funktionalität. Es lässt sich sowohl im Software-Verbund mit Virtual DJ einsetzen als auch standalone unter Verwendung von USB-Datenträgern und wendet sich an Discjockeys, die Wert auf Mobilität und Flexibilität legen. Zwei Displays mit Wellenformanzeige widmen sich der Übermittlung von Titelinformationen, dazu ist in jedem Deck eine Pad-Matrix verbaut, um Loops und Hotcues zu bedienen. Optische Laufwerke oder Eingänge für externe Zuspieler sind nicht vorhanden, dafür aber Mikrofon- und Kopfhöreranschlüsse sowie getrennte Signalpfade für die Master- und Booth-Beschallung. Die unverbindliche Preisempfehlung für den Gemini GMX beträgt 475 Euro - wir wollen in diesem Test beleuchten, ob die Kohle gut investiert ist.  

Details

Optischer und haptischer 360 Grad-Check

Die visuelle Erkundungstour startet mit dem Auspacken sowie der Begutachtung des Gerätes und des Lieferumfangs, in diesem Fall also einmal der Gemini GMX selbst, je ein Cinch- und USB-Kabel sowie ein Handbuch und eine Serial-Card. Der Quickstart Guide fällt sehr dürftig aus. Es gibt keine Hinweise auf unterstützte Datenträger, Dateisysteme und Audioformate. Die nähere Untersuchung der Konsole zeigt eine ordentliche Fertigungsqualität, sie steht eben und rutschfest auf vier Gummifüßen, die ausreichend Abstand zum Boden für die unterseitig angebrachten Belüftungsschlitze lassen. Mit einem halben Meter Breite und 30 Zentimetern Tiefe bei gerundeten vier Kilogramm Lebendgewicht fühlt sich der Slimline-Controller überraschend leicht an. Okay, er passt nicht in eine Laptop-Tasche, lässt sich aber ohne große Probleme in einer Gigbag durch den nächtlichen Großstadt-Dschungel tragen, ohne Kreuzschmerzen zu verursachen. Erst recht, wenn man auf einen Laptop verzichtet und „USB-pur“ spielt. Tastenmäßig gibt’s von schwarzem Hartplastik bis zum hinterleuchteten, milchtrüben Gummipad und von rund bis eckig eine breite, der Funktionalität entsprechende Auswahl.

Aufbau und Jogwheels

Das Oberflächenlayout ist teils spiegelverkehrt, teils symmetrisch aufgebaut, mit den Deck-Sektionen rechts und links sowie einem zentralen Mixer. Das ist gängiges Industriedesign. Jeder Kanalzug bietet dementsprechend einen Dreiband-EQ, Gain und Kombifilter nebst 45 Millimeter langen Channelfader. Dazu gesellt sich eine umschaltbare siebenstufige LED-Kette, die entweder den jeweiligen Kanalpegel in Mono oder die Summenlautstärke in Stereo anzeigt. Die gummierten Regler sind griffig, Channel- und Crossfader laufen weich, eine Kurvenanpassung oder sonstige Scratch-relevante Funktionen mit Ausnahme des Scratch-Buttons am Jogwheel suche ich vergeblich.

Ein Blick auf die flachen Low-Profile-Teller: Diese fassen sich gut an, verursachen aber bei schnellen Spins eigentümlicherweise ein leichtes, sirrendes Laufgeräusch und die Slipmat erweckt den Anschein, als würden die Dials ein wenig eiern. Ist aber nicht so, denn hier wurde lediglich die Auflage nicht ganz korrekt angebracht, was sich in der Praxis aber nicht negativ bemerkbar macht. Was mich aber wirklich überrascht: Es gibt an der Konsole keinen Sync-Knopf. Das ist selten, vor allem vor dem Hintergrund, dass der GMX Hotcues, Loops und eine DJ-Software im Schlepptau hat.

Nun gut, schnell noch die Verkabelung mit dem restlichen Equipment erledigen, als da wären: die HK Audio Lukas Nano 600 an den XLR-Buchsen des Masters, der wie der Booth-Out auch in Cinch zur Verfügung steht. Dann das the t.bone MB85 Beta an den Mike-In und den Sennheiser HD8 an den Kopfhörerausgang und wir gehen in den Praxisteil über und schauen uns an, was das Gerät auf der Pfanne hat.

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