Test
5
09.10.2018

Praxis

Zunächst einmal muss man festhalten, dass die Fun Generation Mixer eine durchaus robuste Chassis-Konstruktion an den Tag legen. Das Metallblechgehäuse (kein Plastik) ist ordentlich lackiert. Gehäuse und Buchsen sind gut verschraubt, die Füßchen ebenso und nicht nur einfach aufgeklebt, auf dass sie schon beim zweiten Transport verschütt gehen. Die Linefader sind indes etwas wackelig verbaut und schleifen hier und da, zieht man die Kappen nicht etwas höher (besonders beim USB Mix 4), doch sitzen sie auch nicht so locker, dass man sie in kurzer Zeit in der Hand wähnen müsste. Wie sich die Probanden im Langzeittest bewähren, ist selbstverständlich eine andere Sache. 

Potis gibt es ja nicht viele, aber wenn, dann sitzen sie auf Kunststoff-Stiften. Die Tasten sind nicht sonderlich filigran, eher funktional. Für die Preisklasse ist das unterm Strich in Ordnung. Auch der Sound, der aus den Boxen tönt, muss sich, mit einer kleinen Einschränkung, auf die ich gleich zu sprechen komme, nicht verstecken. 

MP3-Player

Das Handbuch spricht hier zwar von Playback und Recording, jedoch handelt es sich um einen reinen Audioplayer, der neben Lautstärkereglung (+/-) Start/Pause und Skip lediglich noch anbietet, den EQ zu verändern. Die verantwortliche EQ-Taste schaltet durch 6 Presets, die nicht näher erläutert werden, auch nicht im Handbuch. Noch zu erwähnen wäre, dass die Skip-Tasten am MP3-Player, werden sie gedrückt gehalten, auch zum Spulen genutzt werden können. Damit lässt sich kein großer Zampano veranstalten, doch sollte euch auf der Party tatsächlich jemand fragen, ob ihr mal Musik vom USB-Stick spielen könnt, dürfte ihr dies grundsätzlich bejahen, vorausgesetzt das Format stimmt. Von meinem Test-Stick mit MP3, Wave, AIFF, Flac und OGG liefen nur die ersten beiden Dateiformate.

Wichtig zu wissen: Der Player startet automatisch einen Titel ein, wenn ihr einen Stick einschiebt, statt ihn in den Pausenmodus zu versetzen. Und wenn ihr damit irgendwo aufspielen wollt: Schreibt auf einen Zettel, welche Tracks (am besten durchnummerieren) auf dem Stick geparkt sind, denn das Display am USB Mix 2 und 3 zeigt sie nur als Nummern an. Hier ein Musikstück zu finden ist, zumindest im Bereich stoisch klopfender Trommelmaschinen, eine echte Herausforderung, sollte man den Track nicht bereits nach den ersten Taktschlägen erkennen.

Bei Querbeet, Rock, Pop und Schlager ist das sicher nicht ganz so wild. Sollte man z. B. eine Warm-Up-Datei, ein paar fertige Mixes oder eine Auswahl an Hintergrundmusik getroffen und auf den Datenträger verfrachtet haben, kann der MP3-Player ebenfalls gute Dienste leisten.

Fun Generation USB Mix 3

Kurze-Master-Kette, keine Channel-Meter, was extern reinkommt, wird ohne visuelle Hilfe nach Gehör eingeblendet oder reingemixt, zum Beispiel eine minimalistische Kombination aus integriertem MP3-Player und Smartphone. In Anbetracht fehlender Regelmöglichkeiten zur Klanganpassung, beispielsweise beim gezielten Ausblenden von Frequenzen beim „Mixen zweier beatsynchroner Tracks“, verbietet sich diese Disziplin quasi von selbst, es sei denn, man hat ein DJ-Programm nebst Interface-Ausgängen auf die Einzelkanäle geschickt und nimmt alle nötigen Änderungen in der Software vor. Wäre möglich, aber Hand aufs Herz: Ich würde dann zu einem größeren Pult greifen.

Trotzdem sind die Einsatzszenarien doch recht weit gefächert, denn der Kleinste der drei Fun Generation Mischer ist eventuell auch als preiswerter Submixer oder als kompakte Lösung abseits der DJ-Arbeit zu betrachten, beispielsweise auf dem Computer-Schreibtisch, um diverse Klangquellen an die Desktop-Boxen schicken zu können, sei es der Rechner, das Handy (Dock), die Spielkonsole oder was auch immer dort stehen mag.

No gain, no pain

Die Volume-Fader reagieren nach etwa 1,5 mm Faderweg und spätestens ab 80 % Aussteuerung landet man im roten Bereich, doch auf den Boxen ist das Signal klar und zerrfrei zu vernehmen. Bei den Lautstärkevergleichen der Zuspieler fiel auf, dass der Sound von CD in meinem Testsetup lauter war als die Platte in Phono-Stellung und das iPhone via Line, die sich ungefähr die Waage hielten, wenn das iPhone auf Vollgas steht. Mangels Gain-Regler und/oder EQs gibt es weiter keine Pegelhub-Reserven. Das ist in meinen Augen verschmerzbar, denn Non-Stop-House-Mixes werden mit diesem Pult sicher nicht angestrebt.

Talkover

Die Talkover-Schaltung agiert klassisch. Ist der Schalter betätigt, wird der Sound, unabhängig davon, ob gesprochen wird oder nicht, abgesenkt. Dazu ein Audiobeispiel nachstehend. Hier und da ein paar Durchsagen machen ist kein Problem. Allerdings sollte der Mikrofonpegel nicht zu hoch eingestellt werden, im Test waren mit Talkover etwa 13 Uhr drin und das reichte aus, um sich gegen das Playback durchzusetzen, ansonsten bietet sich sowieso auch der Kanal-Volume-Fader an.

Headphone

Der Kopfhörerausgang konnte allerdings nur bis etwa zur 13-Uhr-Stellung gefahren werden, danach fing der Sound auf dem Ohr-Nahbeschaller an zu zerren. Die Lautstärke reicht zum Musikhören und im privaten Bereich locker aus, für laute Umgebungen jedoch nicht.

Fun Generation USB Mix 2

Nun zum Fun Generation USB Mix 2 (inzwischen hat mich hier das finale Serienmodell erreicht ), der sich – Design außen vor – im Wesentlichen durch seine Zweiband-EQs und die DJ-typische Vorhörmöglichkeit durch zwei Channel-Cues unterscheidet. 

Zwei Phono-Signale ließen sich hier nicht anschließen, ihr müsstet stattdessen Line-fähige Plattenspieler verwenden, aber neben dem MP3-Player geht ja auch zweimal Line, zum Beispiel zwei via Ableton-Link gesyncte Smart-Devices. Vorgehört wird, was ausgewählt ist, auch 2 Kanäle simultan. Man orientiert sich per Gehör und Master-LED. Damit lässt sich mixen und mit den beiden EQs, die ohne rastende Nullstellung auskommen müssen und mit +/-15 dB arbeiten, kann man beim Übergang auch Frequenzen absenken.

In-the-mix sollte man beim Verstärken mit den EQs allerdings mit Bedacht zu Werk gehen, denn sie übersteuern vergleichsweise zeitig und verzerren somit das Klangbild. Hält man sich dabei vor Augen, dass beispielsweise Pioneers DJM-900NXS2 nur mit 6 dB boostet und nicht mit 15 dB, ist klar, dass der Fun Generation schon nach etwa einem Drittel hinter der Nullstellung ziemlich Pegel schiebt. Der DJM-900NXS2 hat da bereits den vollen Regelweg ausgeschöpft. Manchmal ist weniger einfach mehr. 6 bis 9 dB hätten dem USB Mix 2 besser zu Gesicht gestanden. Im Audiobeispiel hört ihr zuerst den Hi-Cut/Boost, dann folgt der Low-Q, wobei die Lautstärke beim Boost zuvor deutlich reduziert wurde, damit es nicht clipt. Wie sich das bei voll hochgezogenem Kanalfader anhört, ist am Ende der Audiodatei dargestellt.

Der MP3-Player lässt sich in 32 Schritten in der Lautstärke anpassen, kann jedoch selbst auf der lautesten Einstellung nicht mit dem Pegel meines Vestax Line-Zuspielers mithalten. Der Pegel-Unterschied ist zu groß. Auf so etwas müsst ihr beim Aussteuern gegebenenfalls achten. Einfach Fader hoch bis zum Anschlag, wie es bei vielen anderen "DJ-Mischern" nach Gain-Festlegung gemacht werden kann, ist hier dann nicht möglich.

Auf dem Kopfhörerausgang, der bei einem typischen DJ-Kopfhörer für meine Begriffe recht früh zu zerren beginnt, und den Boxen konnte ich leichte digitale Störgeräusche ausmachen, als ich meine SSD (hier nicht unterstützt) und einen fingernagelkurzen Sandisk-Stick einsetzte. Ein kleines „Betriebsgeräusch“ verursacht der MP3-Player einfach, das allerdings bei laufender Musik nicht wahrzunehmen ist. Beim „normal langen“ Toshiba-Stick trat dies nicht in Erscheinung. Fürs Protokoll: Ich vernahm allerdings ein stoisches leises Knacksen in Phono-Stellung, wenn keine Platte aufliegt und beide Fader oben waren, was aber beim Abspielen ebenso nicht zu hören ist. 

Als besonderes Bonbon gibt es beim Fun Generation USB Mix 2 noch.

Effekte

Machen wir uns nichts vor. Bei der mitgelieferten „Effektsektion“ handelt es sich nicht um „richtige“ Effekte zur Manipulation des am Kanal oder der Summe anliegenden Audiosignals, sondern es sind vorgefertigte Samples zum Reinmixen in die DJ-Performance, wobei Lautstärke und Tonhöhe angepasst werden dürfen. Kann man sicher hier und da auf der Sommer-Party im Vereinsheim gebrauchen oder beim Abend mit den Kumpels im Partykeller, aber im Grunde hat man sich an den Sounds schnell satt gehört. Summa summarum wird der USB Mix 2 wohl in den Fokus von Hobbyisten rücken, die keine dreistellige Summe ausgeben möchte, denn günstiger geht’s kaum noch. Bleibt noch der 5 Channel Professional Mixer ...

Fun Generation USB Mix 4

… der für seine knapp 100 Euro Verkaufspreis in der Tat am professionellsten auftritt. Vier Hauptkanäle, ein separater Mikrofonkanal mit Klanganpassung im Hi- und Low-Shelf sowie Talkover, vorderseitige Anschlussvorrichtungen für Mikro (Combobuchse) und Kopfhörer (Klinke), Cue-Selektion und Master-Poti, dazu der MP3-Player (mit Repeat-Funktion, aber ohne Volume-Tasten). Das Gerät wirkt auf den ersten Blick road-tauglich und man kann es einschrauben, so gewünscht. Eine Betriebs-LED, die in irgendeiner Form kenntlich macht, dass am Gerät Spannung anliegt, gibt es unverständlicherweise nicht. Naja. Auch die fehlende Möglichkeit, den Sound am Kanal oder Master via EQ anzupassen, ist suboptimal. “Hey DJ, dreh mal ein wenig die Bässe raus/rein” geht hier also nicht so ohne weiteres Equipment.

In Fun Generations USB Mix-Serie ist der Mix 4 das Gerät mit dem „höchsten Preis“ (99 Euro!) und es legt auch den professionellsten Look an den Tag. Er ist aufgrund seiner Anschlussmöglichkeiten flexibel einzusetzen und spielt einen ordentlichen Sound aus, doch auch er hat noch "Luft nach oben". Besonders das fehlende Display macht sich bemerkbar, selbst wenn es bei den anderen Modellen lediglich Titelnummer und Laufzeit angibt. Hier ist mehr oder weniger raten angesagt. Auf ein visuelles Feedback „welches EQ-Preset denn eingeschaltet ist“, muss folglich ebenso verzichtet werden, ferner auf die Volume-Tasten. Das wurde bei den anderen Modellen der Serie besser umgesetzt. Wer indes auf Gain/EQ und Mastermix-Abhöre verzichten kann, findet hier ein preiswertes DJ-Pult, mitunter auch als Zweit- oder Ersatzgerät. Nachstehend ein Klangeindruck aus der Mikrofonabteilung.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare