Gitarre Hersteller_Friedman_Amplification
Test
1
18.01.2018

Praxis

Für die Soundfiles kamen die jeweils angegebenen Gitarrenmodelle zum Einsatz und der Amp wurde mit einem SM57 abgenommen.

Gleich zu Anfang hört ihr ein halbwegs cleanes Signal mit einer Les Paul gespielt, bei dem ich alle Stellungen des Gainschalters durchschalte, beginnend mit Mittel-, dann der Down- und schließlich der Up-Stellung. Im niedrigsten Gainsetting bleibt das Signal weitestgehend clean, allerdings kommt bereits bei Potistellung 1,5 ein leichtes Brutzeln durch, wie man es auch von alten Marshallmodellen kennt.

In der Down-Position des Schalters verstärkt sich die Zerre und spätestens in der Up-Position ist von einem cleanen Ausgangssignal nichts mehr zu merken, denn hier erhält man bereits ein ordentliches Brett. Dabei ändert der Schalter nicht nur den Zerrgrad, auch die Bässe und Tiefmitten werden kompakter und "tighter".

Freunde von glasklaren Cleansounds oder Pop- und Funkriffs werden evtl. Schwierigkeiten auf der Suche nach ihrem Klang haben, denn dafür "marshallt" es zu sehr. Wer sich jedoch mit einem leicht "angeschmutzten", britischen Cleansound anfreunden kann, ist hier bestens bedient.

Bass Middle Treble Master Gain S
5 5 5 5 1,5 M-D-U

Gehen wir nun in etwas crunchigere Gefilde, wozu eine Fender Stratocaster zum Einsatz kommt. Der Amp kann sehr gut die Nuancen der Gitarre wiedergeben und erinnert in Basswiedergabe und in den Mitten tatsächlich an JTM45 Modelle. Der 10" Speaker liefert einen sehr direkten und durchsetzungsfähigen Sound, dem es an Druck nicht mangelt, wobei der Celestion G10 Speaker das "britische" gut hervorhebt. Der EQ arbeitet relativ effizient, auch wenn keine großen Verbiegungen des Grundsounds möglich sind.

Bass Middle Treble Master Gain S
4 7 7 4 4 M-D-U

Nun wird's etwas rockiger und es findet der Steghumbucker einer Ibanez AT100 Verwendung.

Wer glaubt, dass es die schmutzige Shirley auch in der Gainausbeute ihrem Vorbild aus den 60ern gleichtut, wird hier eines besseren belehrt, denn sie besitzt ganz deutlich mehr Reserven. Classic-Rock über 80s Metal bis zu modernen Rocksounds kann der Combo mühelos abdecken. Die kleine Shirley "brüllt" regelrecht und verfügt über ein breites Spektrum, nicht zuletzt aufgrund des Gainswitches, der jedoch leider nur manuell schaltbar ist.

Bass Middle Treble Master Gain S
3 10 8 3 6 M-D-U

Gehen wir nun zur höchsten Gainvariante. Hier liefert der Amp zwar genug Zerre, verfügt aber selbst bei niedrigeren Mitten immer noch über zu viele Anteile in diesem Spektrum und neigt zur Undifferenziertheit. Ganz klar, die Dirty Shirley ist kein Metal-Amp, aber das will sie auch nicht sein. Sie hat ihren Sound, mit einer gewissen Range, und den liefert sie vorzüglich. Die höheren Gainwerte sind eher für Leadsounds angeraten und bleiben dennoch relativ nebengeräuscharm.

Bass Middle Treble Master Gain S
4 4 6 4 10 U

Da der Amp nur über einen Kanal verfügt, möchte ich hören, wie die Dirty Shirley mit Pedalen umgehen kann und schalte ein Maxon OD808 (Tubescreamer) davor.

Tatsächlich stehen dem Combo die Pedale sehr gut zu Gesicht und können dem Amp einige Soundvarianten entlocken:

Bass Middle Treble Master Gain S
4 4 6 4 2 M

Zum Abschluss hört ihr noch ein Sololick, bei dem ich verschiedene dynamische Nuancen herauskitzele. Der Amp reagiert sehr musikalisch auf mein Spiel und der Break-Up ist gut zu hören. Dynamische Abstufungen gibt er sehr deutlich wieder und die Arbeit mit dem Volume-Regler gestaltet sich mühelos.

Bass Middle Treble Master Gain S
4 6 6 4 8 D
2 / 3
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