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10.07.2015

Fredenstein HD Mic Pre Test

Mikrofon-Vorverstärker für API Series 500

Der Ein-Megahertz-Amp

Fredenstein HD Mic Pre im Test bei bonedo – Fredenstein-Geräte haben sich innerhalb kurzer Zeit einen beachtlichen Ruf erarbeitet. Sie kochen mit scheinbar einfachem Rezept: Klanglich so gut wie für den Preis möglich, ohne dabei die Verarbeitungsqualität zu vernachlässigen. Was beim V.A.S.-Preamp und dem F609 schon sehr gut funktioniert hat, sollte beim HD auch gehen, oder?

„HD“ steht wohl weniger für „Hard Disk“, „Heidelberg“ oder „Hans Dampf“, sondern mutmaßlich für „High Definition“. Wie mir die tatsächlich existenten Personen „Fredenstein“ und „Mühlenstein“ – natürlich Spitznamen – auf der Musikmesse am Biertisch ins Ohr geflüstert haben, besitzt der HD-Mikrofon-Vorverstärker nämlich über ein nahezu ungehöriges Spektrum: Der obere -3dB-Punkt soll bei knapp einem Megahertz liegen!

Details

Schaltfunktionen und Formfaktor: bekannt

Unscheinbar wirkt der kleine Modul-Einschub für APIs beliebte Series 500. Der Preamp für das Kassettenformat ist entgegen der Vorserienmodelle nicht in Schwarz, sondern im Fredenstein-typischen Rotgold gehalten, was ihn deutlich wertiger aussehen lässt. Die Frontplatte der Vorverstärker-Kassette ist aufgeräumt, klar strukturiert und bietet die mittlerweile üblichen Funktionen: Ganz unten kann ein Instrument-Signal via Klinkeneingang in den Genuss der Vorverstärkung kommen, darüber siedeln mit innenbeleuchteten Schaltern ein Low-Cut, welches unter 60 Hz abriegelt, die Aktivierung der Phantomspeisung, das Pad von 20 dB Dämpfung, eine Verringerung der Eingangsimpedanz von 1,5 Kiloohm auf 300 Ohm und eine Invertierung der Signalpolarität. 

7 Hz - 917 kHz

Den Frequenzgang möchte ich genüsslich ausschreiben, die so oft verwendete kurze Nennung wäre hier nicht demütig genug. Also: Der untere Minus-Drei-Dezibel-Punkt des Preamps liegt bei sieben Hertz, der obere bei neuhundertsiebzehn Kilohertz – fast einem Megahertz! Und weil das natürlich nicht viel über den Verlauf dazwischen aussagt, gibt es auch noch die Angabe über den Toleranzschlauch von insgesamt zwei Dezibel Breite, einem Dezibel nach oben, einem nach unten. Hier liegen die Eckpunkte bei nicht minder imposanten zwölf Hertz und siebenhundert Kilohertz. Ok? Jetzt bitte weiteratmen… Wir wissen natürlich: Zahlen sagen klanglich zunächst nichts aus, doch wird es für den Amp ganz offensichtlich nicht das größte Problem darstellen, Transienten von der Steilheit der Eigernordwand weiterzureichen.

Zweimal Gain?

Etwas verblüffend wird für den einen oder anderen User die Struktur des Gains sein. Es handelt sich bei den beiden Reglern nicht um ein Gain und einen Output-Attenuator: Der oberste Regler setzt Verstärkungen von 22 bis 40 dB in 3dB-Schritten, erst beim letzten Rasterpunkt, „Link“ genannt, aktiviert man den Drehregler für die höheren Verstärkungen. Auch hier geht es in 3dB-Schritten bis 64 dB. Auf der Platine sind ganze 58 Transistoren verbaut, die für die Stromverstärkung sorgen, die ohne das sonst übliche (oder regelbare) negative Feedback verfügen. Dennoch beträgt der Anteil an Verzerrungsprodukten bei einem Gain von 31 dB nur 0,0082 %, auch das Rauschen bewegt sich auf einem ebenfalls geringen Level. Üblicherweise „beruhigt“ man Schaltungen mit dem Feedback. Der enorme Frequenzgang ist musikalisch gesehen natürlich unerheblich, auch 384kHz- oder sonstige (zukünftige) Samplingformate machen nicht den Vorteil eines derart breitbandigen Systems aus. Sondern: Der Amp ist in der Lage, Anstiege im Signal ohne nennenswerte Signalverrundung zu übertragen. Die Slew Rate des Fredenstein HD beträgt winzige 400 Nanosekunden für ein 12-Volt-Signal (Spitze-Spitze) – das entspricht einem Anstieg von 30 Volt pro Mikrosekunde! 

PPM

Das maximale Ausgangslevel ist mit +26 dBu beziffert, was einen durchaus ordentlichen Wert darstellt. Die Kontrolle über das Level besorgt ein Peak-Program-Meter links oben, welches mit insgesamt acht LEDs Auskunft gibt. 0 dB auf der Anzeige entsprechen +4 dBu, der angezeigte Mini- und Maximalwert liegt bei -30 und +20 dB.  

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