Test
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21.05.2015

Fluid Audio FX8 Test

Aktiver Nahfeldmonitor

Üppiger Koax für kleines Geld?


Fluid Audio ist eine recht junge Marke am Monitor-Markt, die von Kevin Zuccaro gegründet wurde, welcher einst bei JBL arbeitete und sich später unter anderem für das Lautsprechersegment von M-Audio verantwortlich zeigte. Die Fluid Fader Serie hatten wir dabei auch schon im Test, heute soll es allerdings etwas spezieller werden, und zwar mit Koaxial-Lautsprechern. 

Das bedeute, dass alle Treiber möglichst aus einem Punkt abstrahlen, ihre Achsen also identisch sind - daher auch das Wort „koaxial“. Das kennen wir bereits von meinen Monitoren, den Geithain RL 901, sowie auch von „günstigeren“ Anbietern, wie Prodipe und ihren TDC 5, 6 und 8 sowie von Equators Q10, Q8 und D5.

Details

Allgemeines

Die Fluid Audio FX8 sind aktive 2-Wege-Nahfeldmonitore der Budget-Preisklasse und werden entsprechend im Paar gehandelt. Sie bieten einen 8- Zoll Tieftöner, in dessen Mitte ein 1,2-Zoll Silk Dome Hochtöner verbaut wurde.


Beide Treiber sitzen dabei auf einer Achse, was sich koaxial nennt, und dem Ideal eines Punktstrahlers am nächsten kommt. Damit ist der Speaker nicht nur relativ kompakt, sondern vermindert auch die negativen Aspekte der örtlich getrennten Abstrahlung konventioneller Lautsprecher. Aber immer der Reihe nach.

Die Treiber


Der Hochtöner bietet außerdem einen leichten Waveguide, um besser an das Gehäuse anzukoppeln und so Interferenzen an zu scharfen Gehäusekanten oder dem Woofer zu vermeiden. Beide Treiber werden selbstverständlich getrennt verstärkt, was sich Bi-Amping nennt, und den Vorteil hat, dass beide Wege lastfrei und vor der eigentlichen Verstärkung getrennt werden können. Als Verstärker kommen zwei Class A/B Endstufen zum Einsatz, die am Tieftöner 80 Watt und am Hochtöner 50 Watt leisten. Angaben, die sicherlich keinen RMS-Wert darstellen.

Beide Wege werden übrigens bei 2,4 kHz getrennt und sollen laut Hersteller in ihrer Gesamtheit einen Übertragungsbereich von 35 Hz bis 22 kHz abdecken. Auch hier bin ich mutig und behaupte aus Ermangelung der Angaben von dem Abfall über den Eckfrequenzen, dass dieser bei -10 dB und nicht den üblichen -3dB gemessen wurde. Ähnlich sportlich verhält sich auch die Angabe des maximalen Schalldrucks, welcher mit 102 dB beziffert wird, allerdings kann ich schon jetzt verraten: Ja, die Dinger gehen ordentlich laut.

Das Gehäuse 

Das Gehäuse ist, wie in dieser Klasse üblich, aus MDF gefertigt, welches Vinyl-foliert wurde und in der Tat einen äußerst pragmatisch-robusten Eindruck hinterlässt, zumal beide Treiber in einer Art Frontbaffel sitzen, das aufwendig mit der Front verschraubt wurde. Eine Box wiegt weiterhin in etwa 10 kg, was in Anbetracht der Größe von 340mm x 254mm x 270mm (HxWxD) immer noch relativ leicht ist. Hinzukommt eine interne, magnetische Schirmung, um Interferenzen mit nah platziertem, anderem elektronischen Equipment zu vermeiden.

Kleine Extras

Wie alle Fluid Speaker, besitzen auch die FX8 jeweils einen kleinen Fader auf der Frontseite, um sie individuell in der Lautstärke einstellen zu können. Bei dem kompakteren Modell, der Fluid F5, macht dies absolut Sinn, da hier nur ein Fader pro Paar verbaut wurde und somit beide Speaker gleichzeitig in ihrer Lautstärke geregelt werden können. Unter Umständen kann man sich so durchaus einen Monitorcontroller sparen, bei den FX8 sehe ich diesen Vorteil allerdings nicht. 

Schöner ist da doch schon die verbaute Energiesparfunktion, welcher die Speaker nach einer gewissen Zeit des Leerlaufs in einen Stand-By Mode versetzt, der kaum noch Strom benötigt. Dabei wechselt die Farbe der kleinen Front-LED von blau (aktiv) zu rot (inaktiv). Sehr schön!

Bevor wir uns nun gleich die Rückseite näher betrachten, noch ein paar letzte Worte zur Frontseite. Hier befindet sich der große Bassport-Schlitz, da es sich ja auch um ein Bassreflex-Gehäuse handelt, was den Vorteil hat, dass die Box theoretisch auch etwas näher zur Rückwand aufgestellt werden kann. Weiterhin finden wir ein schickes, gummiartiges Fluid Audio Logo sowie ein klitzekleines Löchlein über den Treibern, hinter dem relativ schick versteckt die bereits erwähnte Status-LED sitzt, die rot und blau leuchten kann.

Die Rückseite und die Anschlüsse

Die Rückseite fällt relativ spartanisch aus, nur der XLR-, Klinke- und Cinch-Eingang befinden sich hier sowie natürlich auch der Stromanschluss inklusive Sicherungsfach, Spannungswahlschalter und Hauptschalter. Der XLR- und der Klinke-Anschluss sind selbstverständlich symmetrisch und weisen einen Eingangswiederstand von 20kOhm auf, während der unsymmetrische Cinch der Quelle einen Widerstand von 10kOhm entgegensetzt.

Auffällig ist eigentlich nur die große Heatsink, die einen optimalen Wärmeabtransport von den Endstufen gewährleisten soll. Ob diese wirklich notwendig war oder nicht eher doch dem martialischen Äußeren dienen soll, sei einmal dahingestellt. 

Weitere Einstellmöglichkeiten, wie beispielsweise Filter und Raum-EQs finden sich hingegen nicht, was zugegebenermaßen doch etwas schade ist. Hier muss man dann also entsprechend über die Positionierung der Speaker klanggestalterisch tätig werden. Immerhin wurden Schutzschaltungen bedacht, zu denen nicht nur eine thermische Überlastschaltung zählt, sondern auch ein Ausgangsstrombegrenzer sowie ein Transienten- und ein Subsonic-Filter. Das wären genug Details, auf in die Praxis!

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