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Test
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16.08.2021

Flock Audio Patch 32 Test

Elektronische Patchbay & Insertier-Matrix

Modern und funktional

Vor kurzen hatte ich die XPatch-32 von CB Electronics zum Test geladen, heute widmen wir uns der Patch von Flock Audio. Bei beiden handelt es sich um durchaus vergleichbare, elektronisch geschaltete Patchbays mit digitaler Steuerung und entsprechender Bediensoftware – es gibt also keine unnötigen AD/DA-Wandlungen. 

Dieses Vorgehen ermöglicht es, alle Ein- und Ausgänge nach Belieben und faktisch analog verlustfrei miteinander zu verknüpfen – perfekt, um Mastering-/Mixing-Ketten aus Outbord-Prozessoren zu bilden und diese in ihrer Prozessreihenfolge zu variieren und sie den Inserts eines Mischpult zuzuweisen. Außerdem kann man so mit den begrenzten I/OS eines Audiointerface besser haushalten und Outboard generell komfortabel organisieren. Ja, sogar extravagante Preamp/Mic-Combos lassen sich testen.

Die XPatch32 von CB Electronics hat darüber hinaus noch ein paar Extras mehr an Board – darunter Eingänge für Instrumente sowie ein variabel anpassbarer Gain in jedem Kanal. Ganz so einfach zu durchschauen war ihre Software dabei aber nicht – umso gespannter bin ich, wie sich die Patch von dem recht jungen Audio-Startup Flock Audio schlägt!

Details

New Star Rising

Die Patch von Flock Audio machte mit ihrer Ankündigung zur NAMM 2019 bereits reichlich Furore und zog mit den nachfolgenden Produktvariationen Patch XT und LT ein Jahr später sogar noch mehr Aufmerksamkeit auf sich. Das liegt mitunter daran, dass es sich dabei um ein recht junges kanadisches Startup handelt, das bisher auch nur diese drei Produkte anbietet, von der übergreifenden Bedienungssoftware „Patch App“ einmal abgesehen.

Elektronische Patchbay in drei Größen

Bei allen drei 19-Zoll-Kästen handelt es sich um elektronische Patchbays mit analogem Signalpfad und digitaler Steuerung via Software. Im Wesentlichen unterscheiden sie sich in der Anzahl ihrer I/Os und so rufen sie auch entsprechend unterschiedliche Kosten auf. 

Los geht es mit der „Patch LT“, welche 16 Ein- und Ausgänge bietet und bei einem Straßenpreis von rund 1.900 EUR verortet ist. Unser Testkandidat „Patch“ ohne Namenszusatz bietet 32 I/Os und damit die doppelte Anzahl an Ein- und Ausgängen, was wiederum mit rund 3.000 Euro zu Buche schlägt. Die XPatch 32 von CB Electronics kostet nur etwas weniger, bietet die gleiche Anzahl I/Os und hat das ein oder andere Feature mehr an Board – doch dazu später mehr.

Ferner haben beide Hersteller – d. h. sowohl die marketingstarken Kanadier von Flock als auch die nerdigen Briten um Colin Broad – auch Varianten mit 96 Ein- und Ausgängen für Leute mit richtigem Heißhunger nach I/Os am Start. Die CB Electronics XPatch-96 und die Flock Audio Patch XT kosten dabei wieder in etwa das Gleiche und pendeln sich so um die 10 Scheine ein – aktuell sind beide aufgrund der allgemein bekannten Lieferschwierigkeiten von Bauteilen in Deutschland nicht verfügbar. Ferner gibt es die XPatch-64, welche für rund 6.000 Euro inklusive Steuern über die Theke geht und natürlich 64 Ein- und Ausgänge beherbergt.

32 Ein- und Ausgänge, simple Hardware

Das Flock Audio Patch System bringt auf einer HE und einer Tiefe von 23 cm bei einem Gewicht von 4 kg acht DB25-Buchsen für je acht symmetrische Monokanäle mit. Die obere Reihe „Drucker-Ports“ bedient dabei die 32 Eingänge und die untere Reihe entsprechend die 32 Ausgänge.  

Zusätzlich steht ein Stereo-I/O auf XLR an der Front zur Verfügung, der bei Bedarf den D-Sub Kanal 31/32 ersetzt. Frontseitig gibt es außerdem drei Status-LEDs sowie einen großen Hauptschalter plus Lämpchen zu vermelden. Alle Eingänge sind in der Lage, eine 48-Volt-Phantomspannung zur Verfügung zu stellen, sodass man sogar mit Mikrofonen experimentieren kann – der Teufel steckt aber im Detail, wie wir noch erfahren werden.

Jeder Eingang lässt sich auf jeden Ausgang routen und auch beliebig multiplizieren, ohne die jeweiligen Impedanzen zu beeinflussen. Jeder I/O ist also gepuffert und für +4dBU ausgelegt – weitere Pegel- oder gar Gain-Anpassung lassen sich im Gegensatz zur XPtach-32 hier nicht vornehmen. Persönlich finde ich das nicht weiter schlimm, doch macht es den Gebrauch von „Esoterik-Equipment“ sowie den Umgang mit Effektpedalen etwas schwieriger – aber auch nicht unmöglich.

Das externe 90-Watt-Netzteil (Marke TRUMPower) versteht sich mit 100 bis 240 Volt und verfügt über einen äußerst soliden Schraubanschluss zur Verbindung auf der Rückseite. Direkt daneben befindet sich auch der USB-2-Anschluss, welcher zur Steuerung mittels Patch App für Windows und Mac OS gedacht ist. Am Gerät selbst gibt es keine Möglichkeiten Presets, Patches oder Routings zu laden – ferner bleibt die Kiste ohne Computer tot und merkt sich auch keine „Last Settings“ oder dergleichen über das Ausschalten hinaus.

Das Gehäuse inklusive Verschraubungen macht einen stabil-pragmatischen Eindruck und vermittelt solide Wertigkeit. Der Kasten heizt sich allerdings gut auf. Zur Sicherheit gibt es an der Seite eine entsprechende Öffnung, hinter der sich ein Lüfter befindet. Dieser lässt sich in verschiedenen Modi betreiben, darunter auch Ausschalten, wobei das Handbuch explizit darauf hinweist, dass dies NICHT den Gewährleistungsanspruch beeinflusst – sehr gut.

So viel zu den schnöden Details – wie sich die Kiste nutzen lässt und welche Gimmicks es sonst noch so gibt, erfahrt ihr in der Praxis!

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