Gitarre Hersteller_Fender
Test
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06.10.2018

Praxis

Auch die HSH-Variante der Player-Strat präsentiert sich, wie die von mir zuvor getestete Singlecoil-Ausführung, mit einer ziemlich flachen Saitenlage, die aber nicht zu sehr zum Klirren neigt und eine sehr leichte Bespielbarkeit erlaubt, wozu natürlich auch der flache Hals beiträgt. Besonders auf den drei tiefen Saiten würde ich mir eine höhere Saitenstärke wünschen, aber hier entscheidet natürlich am Ende der persönliche Geschmack. Die Player Strat ist absolut sauber verarbeitet und hängt mit ihren 3,6 kg ausgewogen am Gurt.

Wir starten unseren Test wie immer im Clean-Channel und hören uns alle fünf Tonabnehmerpositionen nacheinander an, beginnend mit dem Hals-Pickup.

Der Hals-Pickup klingt Humbucker-typisch warm und sehr voluminös. Für den "klassischen" Stratspieler stellt diese Tonabnehmerbestückung natürlich auch immer einen Kompromiss dar, da man auf den beliebten Sound des ansonsten an dieser Stelle arbeitenden Singlecoils verzichten muss. Mit mehr Gain bekommt man dafür aber auch hier Sounds geboten, die mit einer Singlecoil-Strat nicht machbar sind. Doch dazu später mehr.

Die Zwischenpositionen klingen wunderbar "stratig" und wirken dabei rund und ausgewogen. Der mittlere "echte" Singlecoil tönt dagegen typischerweise etwas schlanker und bissiger. Einen dann doch deutlich hörbareren Unterschied im Ausgangspegel zeigt der Steg-Humbucker, was aber in Solo-Situationen auch von Vorteil sein kann.
Das freischwebende Zweipunkt-Tremolo arbeitet ziemlich stimmstabil und zeigt sich ansonsten relativ empfindlich, was für das Erzeugen von "flimmernden" Tönen, wie sie beispielsweise Jeff Beck gerne kreiert, hilfreich ist. Der Nachteil ist aber auch, dass sich dieses Flimmern schon bei sehr dezenten Berührungen des Tremolos oder bei hartem Saitenanschlag bemerkbar machen kann.

Ich gehe zurück in die Steg-/Mittelpickup-Position und gebe ein klassisches Funkriff zum Besten.

Weiter gehts mit einem Fingerpicking-Beispiel, bei dem der Hals- und der mittlere Pickup aktiviert sind.

Wie die letzten beiden Beispiele noch einmal bestätigt haben, geben die Clean-Sounds in den Zwischenpositionen ein überzeugendes Bild ab.

Weiter gehts im Crunch-Channel. Wir hören noch einmal alle fünf PU-Positionen.

Durch die beginnende Kompression in diesem Crunch-Setting fällt der Unterschied im Pegel zwischen den Pickups weniger ins Gewicht, wobei die Humbucker trotz mehr Volumen und Kompression ein gutes Maß an Transparenz aufweisen.

Auch wenn der Spieler auf den beliebten Hals-Singlecoil-Sound verzichten muss, macht der mittlere im Einzelbetrieb als Alternative für typisch angezerrte Blues-Sounds ebenfalls eine sehr passable Figur. Aber hört selbst.

Ich lege noch eine Schippe drauf. Bei mehr Gain spielen die Humbucker wunderbar ihre Eigenschaften aus und sorgen für einen singenden und sustainreichen Ton. Dabei hat man, im Gegensatz zur "klassischen" Strat, auch nicht mit aufkommendem Nebengeräuschverhalten seitens der Pickups zu kämpfen.

Im folgenden Solobeispiel schalte ich zwischen den beiden Humbuckern mehrere Male hin und her. Wie ihr gleich hören werdet, ist es an dieser Stelle wirklich eine Freude, mithilfe des Tremolos die Töne ausdrucksstark zu gestalten.

Das abschließende Beispiel untermauert dann meine Annahme, dass sich diese Strat in Rock und Heavy Rock pudelwohl fühlt.

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