Bass Hersteller_Fender
Test
7
09.12.2011

PRAXIS

Sound / Praxis  

Kopflastigkeit ist bei Fender-artig konstruierten Instrumenten eher die Regel als die Ausnahme und auch der ’70 Jazz leidet etwas unter dieser Unannehmlichkeit. Auch bezüglich des Gewichts ist der Classic Jazz Bass nicht auf der superkomfortablen Seite, knapp 4,3kg sind für einen Viersaiter schon ordentlich. Um das Instrument in einer angenehmen Position zu halten, empfiehlt sich also ein breiter und gepolsterter Gurt. Der Hals ist allerdings sehr sportlich. Jazz Bass-typisch schlank und vielleicht eine Spur dicker als so mancher 60er Jazz Bass-Hals, aber wirklich toll zu bespielen, wenn man schmale Hälse bevorzugt. Apropos Bespielbarkeit: Ich muss erwähnen, dass der Bass sehr gut eingestellt bei mir ankam. Zwar habe ich den Hals etwas angezogen, damit er gerader wird. Dann allerdings war die Saitenlage perfekt und sogar der Sattel war so tief gefeilt, dass die ersten paar Bünde mit wenig Druck mühelos zu spielen sind. Ich bin wirklich positiv überrascht! Längst nicht alle Hersteller liefern ihre Instrumente mit einem derart guten Setup aus.

Kommen wir zum Sound des ‘70s Jazz Bass. Mit seiner gesunden und nicht zu leichtgewichtigen Holzkonstruktion sollte er einen ausgewogenen und fundamentstarken Ton produzieren. Und das tut er! Deadspots gibt es keine. Das Sustain ist, wie bei fast allen Bässen mit verschraubten Hälsen, auf der G-Saite im Bereich um den fünften Bund etwas kürzer. Alle anderen Töne klingen nach einem starken Attack lang und gleichmäßig aus. Die Pickups übertragen einen warmen, punchigen Klang mit relativ dezenten Höhen - ganz so, wie man es von einem Vintage-Bass in dieser Konfiguration hören will!

Der Bridge-Pickup alleine klingt durch die nach hinten versetzte 70er-Position sehr bissig und aggressiv, ideal für virtuose Fusionbasslines oder Akkorde. Sollte der Sound zu scharf werden, kann man den oberen Bereich mit der Tonblende zusätzlich leicht abrunden. Aber auch der Fullrange-Sound mit beiden Pickups voll aufgedreht ist absolut überzeugend. Die Töne haben Gewicht und setzen sich bestens durch, ein amtlicher Allround-Sound für sämtliche Stilrichtungen.

Viele Bassisten verbinden mit dem typischen 70er-Jahre-Jazz Bass ja eine Holzkonfiguration mit Esche-Korpus und Ahorn-Griffbrett für den super-crispen und leicht ausgehöhlten, perkussiven Slapsound a la Marcus Miller. Der ‘70s Classic klingt durch die Erle/Palisander-Kombination zwar etwas milder und runder, liefert aber (wie ihr im letzten Audio hören konntet) dennoch einen erstklassigen Slapsound mit ausreichend Punch und Transparenz.

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