Bass Hersteller_Fender
Test
7
23.05.2016

Praxis

Sound

Als ich den handgefertigten Jazz Bass aus dem Fender Custom Shop zum ersten Mal in den Händen hielt, fiel mir sofort das für meinen Geschmack ideale Gewicht des Instruments auf. Der Bass bringt etwas mehr als 4 kg auf die Waage und ist somit also schwer genug für eine gesunde Tonentwicklung, aber auch leicht genug, um nicht an der Schulter zu zerren. Eine geringe Neigung zur Kopflastigkeit ist bei Fender-mäßig konstruierten Bässen normal. Mit einem vernünftigen Gurt hängt mein Testexemplar jedoch absolut komfortabel und gut ausbalanciert am Körper. Genauso komfortabel und angenehm lässt sich der "falsche 64er" auch spielen - man hat tatsäclich das Gefühl, ein bereits vertrautes Instrument in der Hand zu halten! Jazz-Bässe sind sicher nicht zuletzt aufgrund ihrer bequemen Handhabung so beliebt. Die Masterbuilt-Version von Dennis Galuszka ist dank des hervorragenden Setups mit perfekt gefeiltem Sattel und einer angenehm niedrigen Saitenlage sogar noch eine Spur müheloser zu spielen, als ein Jazz Bass von der Stange!

Darüber hinaus spürt man schon bei den ersten Tönen ohne Verstärker die hohe Qualität der handselektierten Hölzer: das Instrument spricht blitzschnell an und schwingt gleichmäßig stark, egal in welcher Lage oder auf welcher Saite man sich gerade befindet. Diese akustische Qualität der Hölzer und der Gesamtkonstruktion trägt natürlich einen entscheidenden Teil zum hohen Spielkomfort des Instrumentes bei und ist in dieser Form bei industriell gefertigten Fender-Serienmodellen eher selten anzutreffen. Erwartungsgemäß liefert das handgefertigte Instrument dann am Verstärker auch die vertrauten und typischen Jazz-Bass-Sounds in bester Qualität.

Im ersten Audio-Clip sind beide Tonabnehmer voll aufgedreht, die Höhen habe ich mit der Blende eine Spur abgemildert. Der Bass liefert mit dieser Einstellung einen ungeheuer vollen und warmen Sound. Die Bässe werden gut definiert übertragen, kräftige Tiefmitten sorgen für Wärme und Punch, und die typischen glasigen und offenen Höhen von Vintage Singlecoil-Tonabnehmern bewirken einen schönen Schimmer im Sound. Positiv fiel mir außerdem auf, dass die Tonblende auf ihrem gesamten Reglerweg einen Einfluss auf den Sound hat - das obere Klangspektrum lässt sich damit wirklich ausgesprochen feinfühlig steuern!

Direkt im Anschluss hört ihr den 64er Relic Jazz Bass im Slap-Style und in einem Rock/Pop-Playback. Beide Tonabnehmer und die Tonblende habe ich hierfür voll aufgedreht. Mein Testkandidat schiebt im Playback einen unheimlich fetten und soliden Bassteppich unter die Band, trotzdem ist jeder Ton immer klar und deutlich zu erkennen. Dieser 64er-Jazz Bass setzt sich ohne Probleme durch!

Viele Bassisten weltweit schätzen ja die große Klangflexibität der Jazz-Bässe, die eben nur ein Instrument mit zwei Tonabnehmern liefern kann. Wenn beispielsweise ein prägnanter mittenbetonter Sound für virtuoses Spiel gefragt ist, so verwendet man einfach den Bridge-Pickup im Solomodus. Der vordere Tonabnehmer liefert hingegen wuchtige, Precision Bass ähnliche Sounds und eignet sich bestens für Soulmusik oder fette Reggae-Basslinien.

Bei vielen Jazz-Bässen klingt der hintere Tonabnehmer im Solobetrieb trotz des 60er-Spacings etwas zu dünn und braucht Unterstützung im Bassbereich durch den EQ am Verstärker. Bei diesem 64er-Nachbau aus dem Fender Custom Shop ist das jedoch überhaupt nicht nötig, denn der Bridge-Tonabnehmer präsentiert sich erstaunlich rund, knurrig und druckvoll. Ein Fest für jeden Jaco-Fan! Auch die Varianten mit dem Halstonabnehmer überzeugen mich auf ganzer Linie: der kompakte Sound ist im Bassbereich sehr definiert, und das warm-butterige Tiefmitten-Timbre sorgt auch hier für ein wunderschönes Vintage-Flair!

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