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Test
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15.08.2013

Fender Classic Series 50s Precision Bass Lacquer Test

E-Bass

Nitrobass

Der Fender Classic Series 50s Precision Bass Lacquer im bonedo-Test  -   Vintage-Instrumente üben nach wie vor eine große Faszination auf uns aus und viele Musiker, die sich ein kostspieliges Original nicht leisten können oder wollen, entscheiden sich für ein Instrument mit der Optik, Haptik und im besten Fall auch dem Sound der begehrten alten Schätzchen. Einen relativ günstigen Einstieg in die Vintage-Welt bietet Fender mit seiner in Mexiko produzierten Classic Serie. Die beinhaltet die klassischen Standardmodelle mit einigen Spezifikationen der alten Originale und wirbt damit um die Gunst der preisbewussten Vintage-Fans. Für uns Basser wurde die Classic Serie Anfang 2013 um zwei weitere, etwas teurere Modelle mit dem Namenszusatz „Lacquer“ erweitert. Letzteres bezieht sich darauf, dass die Urenkel wie die Originale mit einer dünnen Nitrolackierung versehen sind und damit noch einen Schritt näher an das Original rücken.

Brandneu im mexikanischen Programm ist der 60s Jazzbass Lacquer mit Palisandergriffbrett in 3-Tone-Sunburst und unser Testkandidat, der Classic Series 50s Precision Bass in schickem Schwarz mit One-Piece-Maple-Neck und goldeloxiertem Aluminium-Pickguard.

Details

Ein weiterer signifikanter Unterschied zu den anderen Modellen der Classic Serie wird schnell klar, nachdem ich den 50s Preci aus dem Karton geschält habe: Der neue Lacquer kommt nämlich in einem schicken braunen Fender Tweedkoffer mit Samt-Innenfutter, und das erklärt, neben der aufwändigeren Nitrolackierung, auch die Preisdifferenz von etwa 180 Euro. Das ist nämlich ziemlich genau der Preis, den man im Laden für einen solchen Fender-Koffer mit Vintageoptik bezahlt.

Auf rotes Plüsch gebettet ruht im Koffer der schwarze, dezent nach Nitro riechende Preci zusammen mit den üblichen Fender-Zugaben in Form einer Bedienungsanleitung, diversen Aufklebern und den nötigsten Einstellwerkzeugen. Kabel und Fender-Umhängegurt sind nicht mit an Bord. Der Bass sieht wirklich klasse aus, obwohl ich zugeben muss, dass Schwarz eigentlich nicht meine Lieblingsfarbe ist. In diesem Fall aber verleiht die Kombination mit dem honigfarbenen Hals und dem schicken, goldenen Alupickguard dem eigentlich langweiligen Schwarz eine edle Eleganz. Darüber hinaus ist der hochglänzende Nitrolack absolut tadellos verarbeitet, nicht nur auf dem Korpus, sondern auch in transparenter Form auf dem Hals.

Unter dem Lack verbirgt sich eine klassisch bewährte Holzkombination mit einem Korpus aus Erle und dem kräftigen Preci-Hals aus einem Stück Ahorn - das Griffbrett wurde also nicht aufgeleimt, wie das bei moderneren Fender-Modellen der Fall ist. Daraus resultiert auch der sogenannte „Skunk Stripe“ auf der Halsrückseite: Bei einteiligen Hälsen ohne Griffbrett wird der Einstellstab von hinten eingelegt, der Kanal danach mit einem dunklen Holzstreifen verschlossen. Bedient wird der Halsstab auf der Korpusseite. Allerdings ist die Schraube dafür - auch das entspricht der Tradition - wie bei vielen alten Fender-Modellen halb verdeckt und nur nach Abschrauben des Pickguards ungehinderten zugänglich - eine etwas lästige Prozedur.

Der Hals selbst verfügt über die in der Classic-Serie üblichen Vintagemaße mit einer Breite von 44,45 mm am Sattel, einen Griffbrettradius von 184,1 mm und das etwas kräftigere C-Profil. Der Draht für die 20 Bünde ist dementsprechend auch eher dünn und flach, wie man es von den Originalen eben kennt.

In Sachen Hardware ist das neue Lacquer-Modell identisch mit dem „normalen“ 50s Precision aus der Classic Serie. Auf der Kopfplatte sitzen demnach vier „American Vintage Reverse Tuner“, also offene Stimmmechaniken, die spiegelverkehrt funktionieren. Als Brücke kommt ein Vintage-Blechwinkel ohne Führungsrillen für die Saitenreiter zum Einsatz, und für den verstärkten Sound sorgt der „Vintage Split Single-Coil Precision Bass“-Tonabnehmer aus dem Hause Fender. Ebenfalls precisiontypisch spartanisch präsentiert sich das Cockpit des passiven 50s Lacquer Models: Lediglich mit einem Lautstärkeregler für den Tonabnehmer und einem weiteren Regler zum Absenken der Höhen, dem klassischen Tone-Regler, kann es aufwarten.

Nach der ersten Begutachtung des Basses muss ich sagen, dass ich ein weiteres Mal von der hohen Qualitätsanmutung eines Instrumentes aus mexikanischer Fertigung angetan bin. Klar, die Lacquer-Modelle sind auf den ersten Blick keine Schnäppchen und manch einer wird sich scheuen, den Straßenpreis von knapp tausend Euro für ein Instrument aus Lateinamerika auf den Tisch des Hauses zu legen. Aber immerhin ist ein nobler Tweedkoffer mit an Bord und in Sachen Verarbeitung muss sich der neue Preci keinesfalls hinter deutlich teureren Modellen von Fender oder den Instrumenten anderer renommierter Hersteller verstecken.

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