Test
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09.01.2019

Praxis

MIDI vorne, MIDI hinten

Dass das MIDI-Interface ESI M8UeX sich neben der eigentlichen Aufgabe auch als USB-Hub einschmeichelt, ist durchaus zu begrüßen. Allerdings fände ich es nicht verkehrt, zumindest vorne einen derartigen Anschluss zu haben, um mal eben einen Stick oder dergleichen anzuhängen. Toll hingegen, dass es vorne eine derart hohe Zahl an Ports gibt. Wie oft haben User anderer Interfaces schon geflucht, weil beispielsweise der Output des Unitor 8 bereits belegt war und man doch hinter das Rack kriechen musste! In Verbindung mit dem absolut problemlos funktionierenden Auto-Sense sind die acht Buchsen ein wahrer Segen, besonders in der Zeit von Modularsystemen und kleinen Desktop-Geräuschemachern.

Anschließen, loslegen

Die „Installation“ sieht eigentlich nur vor, dass man es per USB anschließt. Das Inbetriebnehmen beschränkt sich im Wesentlichen auf das Anmelden in der DAW oder dem ansonsten verwendeten Programm, eventuell auch unter MIDI Studio in Audio MIDI Setup in Apples Utilitys. Vielleicht ein wenig ungewöhnlich ist die Doppelbelegung der Ports, hier könnte man schnell aus Versehen Doppelbelegungen setzen und auf einem als Eingang gedachten Port versenden. Das wäre etwa bei Distribution der MIDI Clock auf alle Outputs der Fall. Allerdings kann dabei meines Wissens nichts „kaputt gehen“, MIDI arbeitet mit 5 V/5 mA.

Performance top

Die Performance des ESI M8UeX ist atemberaubend. Die Durchsätze über USB 3.0 sind enorm hoch, auch wilde Controllerfahrten haben ihre Begrenzungen auf den einzelnen MIDI-Leitungen (jeweils 32125 Bit/s im Vergleich zu maximal 4 Gbit/s bei USB 3.0). Um das Timing durcheinanderzubringen, müssen schon enorme Datenmengen über den gleichen Bus laufen, also sehr, sehr viele Spuren eines DAW-MTK-Projekts und/oder Videodaten, die gezogen werden, gleichzeitig Multichannel-I/O über ein Audiointerface. Das wäre aber dem besten Interface nicht anzulasten. Wer die MIDI-Grundlagen ein wenig kennt, wird wissen, dass Übertragungen wie SysEx-Ketten zum Settings- oder gar Sample-Dump nichts für den Spielbetrieb sind, sondern in Pausen stattfinden. Besonders Letzteres macht aber dieser Tage kaum noch jemand. Alle Stand-alone-Modi sind absolut durchdacht und praxistauglich. Auch beim Weiterleiten über Thru ist dabei kein Performanceeinbruch feststellbar.  

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