Gitarre Hersteller_Engl
Test
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13.10.2016

Engl RS-10 Retro Test

Distortion-Pedal

Gediegene Vintage-Zerre

Engl RS-10 Retro nennt sich ein weiteres Pedal aus der Reihe des deutschen Herstellers, der seit seiner Gründung im Jahre 1983 zu den festen Größen im internationalen Gitarrenverstärkermarkt gehört. Nicht zuletzt durch so bekannte Endorser wie Steve Morse, Paul Stanley, Duff McKagan oder Ritchie Blackmore genießt die Firma weltweit gerade im Rocksektor einen exzellenten Ruf.

Auch wenn Engl primär mit seinen Röhrenverstärkern in Erscheinung trat, erfreut uns der Amp-Spezialist seit einiger Zeit auch mit einer Bodenpedalreihe, die bis dato ein Delay, einen Chorus, ein Kompressorpedal und drei verschiedene Verzerrer umfasst. Der Retro basiert auf dem gleichnamigen Topteil "Retro Tube", das für Classic- und Vintage-Rocksounds steht. Wir sind gespannt, ob das Pedal den Spirit dieses Amps tatsächlich einfangen kann!

Details

Gehäuse/Optik

Der zeigt sich im Bodentreterchassis aus Metall mit den Maßen 59 x 110 x 34 mm. Das Gehäuse ist schwarz lackiert, lediglich die Oberseite weist eine dunkelrot-schwarz schattierte Aluplatte mit dem Logo und der Beschriftung der Regler auf. Auf der Oberseite befindet sich der Fußschalter, der den Effekt aktiviert, was auch von einer roten LED angezeigt wird.

Des Weiteren finden wir dort fünf deutlich ablesbare schwarze Potis, die für Volume, Distortion, Low-Cut, Bass und Treble verantwortlich zeichnen. Zwischen Volume- und Distortionregler sitzt ein Kippschalter, der die Bright-Funktion aktiviert. Alles wirkt sehr hochwertig und ist tadellos verarbeitet.

Die Buchsen finden sich standardgemäß seitlich am Pedal, Eingang rechts, Ausgang links, der Eingang für das Netzteil an der Stirnseite. Die Metall-Bodenplatte wird von vier Kreuzschrauben gehalten, hinter ihr befinden sich Elektronik und ein Batteriefach. Sie selbst verfügt über vier Gummifüßchen sowie ein Loch im Zentrum, um das Pedal im Board zu befestigen. Der wirkliche Clou ist jedoch die SCS- (secret connect system) Buchse, die es erlaubt, den Retro sowie alle anderen Engl-Bodentreter via RJ-Kabel, wie man es von Telefonanschlüssen kennt, miteinander zu verbinden und mit Strom zu versorgen.

Das geschieht idealerweise mit den optional erhältlichen Floorboards PB-6 oder PB-4, die unterhalb der Pedalarretierung genug Platz für die Verkabelung bieten. Für die Stromversorgung muss dazu nur ein einziges Pedal mit einem Netzteil gespeist werden und das RJ-Kabel leitet außer dem Gitarrensignal auch den erforderlichen Strom weiter. In Ermangelung dieses Floorboards kann ich über die Vor- und Nachteile dieses Konzepts leider keine Aussagen treffen.

Die Verpackung beinhaltet ein Manual in Form eines Faltblattes. Netzteil sowie RJ-Kabel gehören nicht zum Lieferumfang.

Bedienung

Der Engl RS-10 Retro ist mit einem True Bypass ausgestattet. Die Bedienungsweise der Regler erklärt sich im Prinzip von selbst: Der Volume-Regler ist für die Lautstärke verantwortlich, der auf 9 Uhr zusammen mit dem Distortion-Regler auf 12 Uhr annähernd Unity Gain liefert. Der Distortion-Knopf regelt den Grad der Verzerrung, Bass und Treble bearbeiten die Höhen und Bässe des Pedals. Der Low-Cut-Regler beschneidet den Bassbereich, ein sinnvolles Feature, damit die Gitarre frequenztechnisch dem Bass nicht in die Quere kommt. Bei Studioproduktion ist es ohnehin gang und gäbe, unterhalb von 150 Hz etwas aufzuräumen und damit das Gesamtgefüge etwas transparenter zu halten. Die Maximalstellung entspricht dabei keinem Cut und die Minimalstellung der höchsten Bassabsenkung. Der Bright-Switch hebt die höheren Frequenzen etwas an, wobei die linke Stellung Bright-Off und die rechte Bright-On markiert.

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