Bass
Test
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20.11.2018

Elrick Expat E-volution 5 Test

Fünfsaitiger E-Bass

Die neue Leichtigkeit!

Seit über 25 Jahren baut Rob Elrick schon exquisite Bässe im schönen Chicago. Da er sowohl begabter und ausgebildeter Handwerker als auch studierter Bassist ist, lag es nahe, dass er irgendwann beide Hobbys zusammenführt. 1993 debütierte er mit seinen ersten Instrumenten auf der NAMM Show und ist seitdem ein fester Bestandteil der gehobenen Bassbauer-Szene! Denkt man an Elrick, hat man eigentlich einen typischen amerikanischen Edelbass mit spektakulären Hölzern vor Augen - aber auch zu entsprechenden Preisen! So bleiben die feinen Stücke aus Robs Händen für viele Bassisten ein Traum.

Um diesen aber auch preisbewussten Kunden zu erfüllen, startete Rob vor einigen Jahren eine Kooperation mit tschechischen Instrumentenbauern, die nach seinen Standards Bässe in Handarbeit bauen, welche auf dem Namen "Elrick Expat" hören. Diese sollen sich qualitativ wenig bis gar nicht vom amerikanischen Vorbild unterscheiden, im Preis dafür aber um so mehr. Neben diesem fällt auch noch die wesentlich schlichtere Optik ins Auge; viele andere Features sind hingegen identisch mit den großen Brüdern aus den USA.

Details

Dem geneigten Kunden stehen bei der Expat-Serie zwei Holzkombinationen zur Auswahl. Beiden gemeinsam sind ein Korpus aus Sumpfesche und ein dreistreifiger Hals aus Ahorn. Als Optionen für das Griffbrett sind Ebenholz oder Wenge im Angebot. Diese unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern auch klanglich.

Die Farbe meines Testkandidaten ist ein mattes Schwarz. Das Finish wurde dünn und offenporig gehalten, was sehr schön die Maserung erkennen und erfühlen lässt. Zusammen mit dem dunklen Griffbrett ergibt sich ein sehr stimmiges Bild mit vornehmem Understatement.

Das Elrick-eigene Design des Bodies ist sehr modern. Verantwortlich dafür sind vor allem das lang gezogene, dünnes obere Korpushorn sowie das untere Cutaway. Dieses ist sehr ausladend und gewährt so komfortablen Zugriff auf alle 24 Bünde. Am Übergang von Hals zu Korpus (sechsfach verschraubt) befinden sich gerundete "Stufen", die dem Daumen Führung und angenehmen Halt in den hohen Lagen bieten. Um beim Fünfsaiter für eine entsprechend gute B-Saite zu sorgen, hat Rob Elrick sich für eine 35-Zoll-Mensur (889 mm) entschieden.

Die fast schon rechteckige Kopfplatte beheimatet die Hipshot Ultralite Tuner, die im Verhältnis 2:3 angebracht sind. Passend zum Korpus ist auch die Kopfplatte mattschwarz (matching headstock). Saitenniederhalter sucht man vergebens: durch das Anschäften der Kopfplatte entsteht ein Winkel, der groß genug ist, um für den nötigen Anpressdruck der Saiten auf den Sattel zu sorgen. Nach der Nut (Sattel) folgt löblicherweise ein Nullbund, der für bessere Saitenlage, Intonation und ein Einbetten der Leersaiten ins Klangbild sorgen soll.

Die Brücke ist eine Eigenentwicklung von Elrick und ebenso schwarz wie die Stimm-Mechaniken. Beim Thema Tonabnehmer vertraut Rob einmal mehr der Firma Bartolini. Zwei sogenannte "Jazz Single Coils" im Soapbar-Gehäuse stehen zur Verfügung. Die aktive Dreiband-Elektronik stammt ebenfalls von Bartolini. Bässe, Mitten und Höhen lassen sich anheben oder absenken, per Kippschalter lässt sich zudem für den Mittenregler zwischen drei verschiedenen Einsatzfrequenzen wählen. Welche dies genau sind, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen. Da ich allerdings mehrere Bässe mit älteren Bartolini-Elektroniken besitze, gehe ich stark davon aus, dass es sich um die üblichen 250 Hz, 500 Hz und 700 Hz handelt. Dies deckt sich auch mit meinem Höreindruck. Die übrigen beiden Regler sind für Volumen und die Balance der Pickups zuständig.

Den Expat E-volution 5 kann man aber auch passiv betreiben: Der Wechseln zwischen Aktiv- und Passiv-Modus erfolgt ebenfalls per Kippschalter. Noch zu erwähnen wäre, dass Brücke, Stimm-Mechaniken, Tonabnehmer und Elektronik identisch zu den Instrumenten aus Robs Werkstatt in Chicago sind.

Der Zugang zum Elektronik- und Batteriefach befindet sich fast unsichtbar auf der Rückseite. Die Abdeckung wurde aus dem Korpus herausgearbeitet und später nahtlos wieder eingefügt. Hier stand eindeutig die Optik und nicht nur die pure Funktion im Vordergrund. Die edle Holzoberfläche wird auf diese Weise nicht durch einen hässlichen Kunststoff-Deckel verschandelt, der im schlimmsten Fall auch noch etwas hervorsteht. Robs Lösung finde ich persönlich sehr schön und würde sie mir von so manchem anderen Edelbassbauer ebenfalls wünschen! Natürlich muss man hier sechs Schrauben lösen, bis man die Batterie wechseln kann, aber Hand aus Herz: Wie oft muss man das schon? Ich persönlich bevorzuge da definitiv eine optisch makellose Rückseite - auch wenn die andere Variante vielleicht praktischer ist.

Der Expat E-volution 5 gibt sich bis jetzt keinerlei Blöße. Sämtliche Zutaten wie auch die Verarbeitung befinden sich auf sehr hohem Niveau. Aspekte wie Shapings des Hals/Korpus-Übergangs, angeschäftete Kopfplatte, Abdeckung des Elektronikfachs etc. zeigen eine große Hingabe ans Detail.

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