Test
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03.06.2021

Praxis

Spielgefühl fast wie auf einem akustischen Drumkit

Die Durchmesser von Drumpads und Cymbals und der gesamte Aufbau des Kits sorgen für einen Hauch von Akustikdrum-Feeling, was ich als sehr angenehm empfinde. Dank der doppellagigen Meshheads ist das Spielgefühl auf Snare und Toms nicht zu weich und nicht zu hart, und auch das Bassdrum Pad bietet dank der nachgiebigen Füllung im Inneren ein authentisches Feeling. Über Cymbalpads, deren Triggerzonen sich während des Spielens aus dem Sweet Spot heraus drehen, braucht man sich keine Gedanken zu machen, da bei diesem Kit die komplette Beckenfläche Sweet Spot ist. Und auch das bei vielen E-Drumsets erforderliche Umschalten zwischen Rimshot- und Sidesticksound entfällt aufgrund des separaten Sidestick-Triggers. Übersprechungen zwischen den Pads kann ich nicht feststellen, was sicher auch dem Umstand zu verdanken ist, dass die Komponenten nicht an einem Racksystem angebracht sind.

Der Touchscreen: schöne Idee, aber…

Als etwas lästig erweist sich im Laufe des Praxistests die Tatsache, dass der Touchscreen häufig erst nach zweimaligen Tippen reagiert – und das, obwohl ich ihn, wie in der Anleitung beschrieben, zuvor kalibriert habe. Da sollte der Hersteller dringend nachbessern. Ansonsten lässt sich das Modul absolut intuitiv bedienen, was auch für die Aufnahmefunktion gilt, die auf kürzestem Weg erreichbar ist, sodass spontane Ideen unmittelbar auf einem der 15 Speicherplätze festgehalten werden können.

Der Sinn der Rhythm Box Funktion will sich mir nicht ganz erschließen. Die 99 Drumgrooves, die die Sounds des jeweils aktuell eingestellten Kits nutzen, eignen sich nur bedingt zum Mitspielen, da die Hi-Hat Open/Close-Funktion beim Spielen zu den Loops nicht einwandfrei funktioniert. Als Übungsvorlage erscheinen sie mir auch etwas zu willkürlich zusammengestellt. Wenn das Modul schon keine internen Play-Along Songs hat, so wären an dieser Stelle meines Erachtens Percussion Loops, die man mit frei wählbaren Drumsounds begleiten kann, die bessere Alternative gewesen. Aber kommen wir nun zu den Sounds der internen Drumkits. 

So klingen die Presets des EFNOTE 5

Im Folgenden sind einige der 17 Preset Kits zu hören:

Noch mehr Kits gibt es im folgenden Video zu hören:

Trockene, natürliche Sounds – geringe Latenz

Hier folgt ein Klangbeispiel, in welchem ich die einzelnen Instrumente nacheinander anspiele:

Die Sounds des EFNOTE 5 klingen sehr natürlich und überwiegend relativ trocken. Wer es etwas räumlicher mag, kann einen der acht Halleffekte hinzufügen. Diese sind übrigens, abgesehen von der Intensität, nicht editierbar und beschränken sich auf konventionelle Halltypen. Sehr gut gefallen mir die Becken- und Hi-Hat-Sounds, die dynamisch auf unterschiedliche Anschlagpositionen und -stärken reagieren. Der optische Sensor der Hi-Hat erkennt insgesamt fünf Öffnungsgrade (offen, geschlossen und drei Zwischenstufen) – nicht übermäßig viel für ein immerhin recht kostspieliges Kit, aber o.k. für eine realistische Performance. Laut Hersteller werden pro Sound 127 Einzelsamples verwendet. Das wäre zu schön, um wahr zu sein. Beim Durchhören verschiedener Snaresounds kann ich über den gesamten Dynamikverlauf maximal fünf verschiedene Sounds ausmachen, und selbst wenn mit den Einzelsamples die Lautstärkeabstufungen gemeint sein sollten, scheinen mir diese – wie auch bei anderen E-Drumsets dieser Preisklasse – weit von 127 entfernt zu sein.

Die Dynamik verläuft bis zu einer mittleren Anschlagstärke ziemlich linear und erreicht das Maximum bereits bei mittellauten Anschlägen, zu sehen in der ersten der folgenden Grafiken. Die Kurve sieht damit ähnlich aus wie bei vergleichbaren E-Drumsets der Konkurrenz. Sehr erfreulich ist die mit vier Millisekunden extrem geringe Latenz zwischen Anschlag und ausgelöstem Sound, die sich beim Spielen nicht bemerkbar macht – zu sehen in der zweiten Grafik.

Ob mit oder ohne Kabel – die Anschlussmöglichkeiten sind vielfältig 

Sobald ich das EFNOTE 5 Modul über die USB-Buchse mit meinem Macbook Pro verbinde, wird es auch ohne vorherige Installation eines Treibers erkannt. Es fungiert als 2 in / 8 out-Audio-Interface, das heißt, es können zwei Kanäle per USB für Playback-Zwecke zugespielt oder aber acht Kanäle in der DAW des Rechners aufgezeichnet werden. MIDI-Daten können ebenfalls über USB oder alternativ über den MIDI-Out-Anschluss ausgegeben werden. Neben einer Bluetooth-Audio-Funktion, die das Zuspielen von Audiotracks, beispielsweise als Play-Alongs, ohne Kabelverbindung ermöglicht, ist auch die Übertragung von MIDI-Daten per Bluetooth an eine DAW möglich. Allerdings ist dies nicht so einfach zu bewerkstelligen, wie es die Anleitung suggeriert. In der Geräteliste erscheint auf meinem Rechner lediglich „Bluetooth Audio“, nach Rücksprache mit dem Vertrieb erfahre ich, dass die Bluetooth-MIDI-Funktion beim Macbook über das Utility-Programm Audio-MIDI-Setup aktiviert werden muss. Auf diesem Wege funktioniert es dann auch auf Anhieb.

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