Test
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10.10.2016

Praxis

Da legt man gerne Hand an. Die Box ist durch die gut positionierten Griffe (mit Metallsteg), easy auf eine Distanzstange zu wuchten. Über einen optionalen Flugbügel lässt sich die Box problemlos fliegen, und das horizontal wie vertikal. Das ist in dieser Klasse außergewöhnlich. Die Verarbeitung des Kunststoffgehäuses überzeugt ebenfalls. Keine Spalten oder Überstände vom Gussverfahren, das Lautsprechergitter ist stabil und zudem mit blickdichtem Akustikflies hinterlegt. Optisch ein deutlicher Schritt nach vorn.

Klanglich muss man der Box ebenfalls die Volljährigkeit bescheinigen. In der Flat-Einstellung klingt die Opera 12 recht ähnlich wie meine 712DX. Bei der 712DX nervt mich allerdings eine nasale Überbetonung bei 800 Hz. Dieser Bereich ist bei der Opera 12 dagegen unproblematisch. Im direktem Vergleich klingt die Opera 12 außerdem deutlich transparenter als ihr Vorgänger. Gut möglich, dass dies auf die neuen FIR-Filter zurückzuführen ist. Die Opera 12 besitzt in der Flat-Einstellung zudem richtige Mitten! Im Gegensatz zu manch anderer Kunststoffbox, die mit einer „Bumm-Zisch-Abstimmung" vielleicht den Dorf-DJ beglückt, kann die Opera 12 Gesang und Sprache deutlich abbilden.

Damit die DJ-Fraktion nicht leer ausgeht, bietet sich das Preset Playback an. Hier wird der Mittenbereich entschärft und Konservenmusik klingt selbst bei hoher Lautstärke angenehm rund. Obwohl nur ein 12-Zoll-Tieftöner in der Opera 12 werkelt, ist die Box halbwegs Fullrange tauglich, wenn das Preset Bass Boost den Dienst antritt. Das geht zwar ein wenig zu Lasten der Gesamtlautstärke, dürfte aber in kleinerem Rahmen durchaus ohne zusätzlichen Subwoofer überzeugen.

Durch die Presets wird die Box zu einem universellen Werkzeug. Wedge Vocal ist zum Beispiel die passende Grundlage für einen durchsetzungsfähigen Monitorsound. Man hört deutlich, dass der DSP die unteren Mitten beschneidet, was zum einen die Gain before Feedback-Schwelle positiv beeinflusst, und zudem den Gesangssound ohne großes EQ-Gekurbel deutlich transparenter gestaltet, da die unvermeidbaren Klangartefakte durch die Bodenkopplung entschärft wird.

Beim Maximalpegel nimmt sich die Opera 12 im Vergleich zur 712DX nichts. Aus der Erfahrung kann ich berichten, dass zwei von den Kandidaten problemlos genügend Pegel bereitstellen, um damit 150 Zuhörer einer lauten Punk-Rock-Coverband zu versorgen. Mit Subwoofer-Unterstützung natürlich. Geeignete Kandidaten sind zum Bespiel der Sub15H oder Sub18H aus gleichem Haus.

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