Gitarre Hersteller_Danelectro
Test
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02.09.2019

Praxis

Schon trocken angespielt zeigt die 59X12, was sie zu leisten vermag und warum Danelectros 12-Saiter bei vielen Musikern unterschiedlichster Stilistiken so beliebt sind. Die Saiten schwingen lang und gleichmäßig, aufgrund der Konstruktion wird der Ton laut an die Umgebung ausgegeben, und das mit einem ausgesprochen angenehmen, deutlich vernehmbaren Höhenbild.

Die Bespielbarkeit ist sehr komfortabel, ab Werk ist die Gitarre für meinen Geschmack perfekt eingestellt, die Saitenlage ist nicht zu niedrig, sodass die Drähte schnarrfrei bis zum Stillstand schwingen dürfen.

Für die folgenden Beispiele verbinde ich die Gitarre mit meinem Marshall JVM 410 Topteil und nehme die mit Vintage 30 Speakern ausgestattete 2x12" Box mit einem SM57 ab.
Ich starte mit dem cleanen Kanal des Marshalls und schalte durch alle drei Pickup-Positionen, beginnend mit dem Hals-Tonabnehmer.

Der P90 in der Halsposition liefert einen runden, warmen Sound mit genügend "Draht", der die Attacks sehr gut zur Geltung bringt. Die Zwischenstellung geht tendenziell in dieselbe Richtung, zeigt sich aber in den Mitten etwas ausgehöhlter. Wird der Humbucker am Steg angewählt, verändert sich das Klangbild drastisch. Hier dominieren die Mitten, was dem Sound mehr Durchsetzungskraft verleiht.

Für das nächste Beispiel aktiviere ich den Coil-Split des Humbuckers, der sich natürlich auch bei Mittelstellung des Pickup-Wahlschalters auswirkt, wenn beide Tonabnehmer gleichzeitig aktiv sind. Danach ist der Lipstick-Humbucker mit nur einer aktiven Spule zu hören.

Durch das Splitten des Doppelspulers kommen drahtigere Sounds zustande, die in den hohen Frequenzen ein völlig anderes Klangbild an den Tag legen als in den Beispielen zuvor. Mit der Coil-Split-Funktion erweitert sich das Einsatzgebiet der Danelectro deutlich, da sich die hinzugekommenen Sounds für meinen Geschmack sehr gut verwenden lassen.

Ich drücke den Tone-Regler wieder in die Ausgangsposition, beende also den Coil-Split, und spiele eine Picking Figur. Im Beispiel danach splitte ich den Humbucker allerdings wieder und spiele die Mittel- und Stegposition des Wahlschalters an. Am Verstärker habe ich nichts verändert.

Auch diese Disziplin meistert die 59X12 hervorragend und kann mit ihrem frischen, direkten Sound gefallen. Auch was die Bespielbarkeit angeht, macht die Gitarre einfach Spaß. Die Abstände zwischen den Saitenpaaren fällt für meinen Geschmack perfekt aus, sie lassen sich präzise anvisieren, ohne dass versehentlich die Saiten darüber oder darunter mit angeschlagen werden.

Weiter geht es mit dem Crunch-Kanal und wieder sind alle drei Standardsounds zu hören, beginnend mit dem P90 am Hals. Die Split-Funktion habe ich beim zweiten Beispiel aktiviert.

Auch mit dem Crunch-Kanal des Amps versteht sich die Danelectro sehr gut. Alle Töne bekommen den schönen Schimmer durch die Oktavsaiten, die für einen breiten und charismatischen Sound sorgen. Dank der deutlich vernehmbaren Attacks werden die gespielten Töne klar und akzentuiert wiedergegeben, was dem Sound Transparenz verleiht.

Wie die 59X12 mit etwas mehr Gain klingt, zeigen die nächsten Audiobeispiele. Erst spiele ich wieder alle drei Standard-Pickup-Positionen an und anschließend, wie in den Beispielen zuvor, die Split-Funktion, beginnend mit der Mittelposition des Wahlschalters.

Mit mehr Gain kommt die Gitarre auch sehr gut klar und bietet eine interessante Alternative für das Spielen breiter Akkorde. Dank des vollen, offenen Klangs entsteht ein solides Fundament auch bei deftigen Crunch-Einstellungen am Amp.

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