Gitarre Hersteller_Daddario
Test
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25.09.2021

Praxis

Der Zeitpunkt der zweiten Session am 17.08. wurde mehr oder weniger "frei" gewählt. Bei der Terminierung bin ich von der Vorstellung ausgegangen, dass herkömmliche Saiten auf meinen Gitarren schon nach drei bis vier Monaten deutlich sichtbar, spürbar und hörbar ihren Zenit überschritten haben.
Im Beobachtungszeitraum war die Taylor ca. 7 Stunden in der Woche im Einsatz, hauptsächlich im Unterricht, wo aber auch die Redeanteile abzuziehen sind. Andererseits stand im Sommer auch ein Gig an und deshalb wurden die Saiten in der Übungsphase (ca. 2 Stunden/Tag) auch temporär stärker beansprucht. In der Urlaubszeit habe ich die Gitarre dann (leider) gar nicht gesehen.

Allgemeine optische Auffälligkeiten
Im Bereich des Schalllochs, also dort, wo auch Plektren erbarmungslos zuschlagen, gibt es bei näherer Betrachtung eine leichte Dunkelfärbung zu sehen. Man muss aber schon sehr genau hinschauen, um die Farbunterschiede zu erkennen. Die Umwicklung hat jedenfalls keinen wahrnehmbaren Schaden genommen.

Spielgefühl
Die neuen Saiten fühlen sich fester an. Jedenfalls war das Spielgefühl mit den neuen Saiten noch angenehmer.

Stimmstabilität
Die alten Saiten haben nach drei Monaten ihre Stimmstabilität nicht verloren und bleiben "in tune", wie die neuen auch.

Klang
In der Regel vollzieht sich der Soundverlust schleichend. Meistens realisiert man das Ausmaß erst dann, wenn die neuen Saiten schon aufgezogen sind. Vor dem Saitenwechsel am 17.08 konnte ich allerdings noch keine Soundverluste wahrnehmen. Tatsächlich habe ich auch nach dem Saitenwechsel keinen signifikanten Soundverlust realisiert. Weitere Erkenntnisse sollten deshalb die Aufnahmen ans Tageslicht fördern.

Die Aufnahmen
Studiomikrofone hören normalerweise besser als das menschliche Ohr. Bei einem Vergleich der Aufnahmen blieb der Klang der alten Saiten erstaunlich obertonreich. Auch die beiden Diskantsaiten machen nach drei Monaten noch einen guten Job. Allerdings fällt auf, dass die neuen Saiten etwas mehr Bauch einbringen. Ich kann aber nicht ausschließen, dass die Unterschiede hier mehr oder weniger auf unterschiedliche Sitzhaltungen zurückzuführen sind, sodass Abstände und Ausrichtungen nicht ganz identisch waren und der Nahbesprechungseffekt bei den Aufnahmen mit dem Buchstaben B schon wirksam wird. Es kann sich aber nur um Zentimeter halten.

Bei allen Aufnahmen habe ich den Dreikampf in den Disziplinen Fingerstyle, Plektrum und Rhythmus geprobt. Wir hören den Natursound über zwei Mikrofone von Neumann (TLM 103). Ein Mikrofon wurde in der Halsposition (links), ein anderes in der Stegposition (rechts) aufgestellt. Die Signale wurden über ein RME Fireface UC geschickt und von einem iMac/Pro Tools aufgezeichnet. EQ und Kompressor habe ich nicht eingesetzt.

Beim Mix-Down habe ich durchgängig mit den gleichen Grundeinstellungen gearbeitet. Die A-Aufnahmen habe ich mit den gealterten Saiten gemacht, die B-Aufnahmen mit den neuen.

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