Test
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16.11.2016

Praxis


Hightech-DA und -Clock

Der im Solaris verbaute DAC ist die fünfte Design-Generation von Crane Song. Er wird auch im aktuellen Monitor-Controller Avocet verbaut sowie im HEDD 192. Letzterer kann auch technischen Gründen aber nicht mit der neusten Clock ausgerüstet werden. 

Ein Wandler kann nur so gut sein wie seine Clock. Apropos Clock: Der musikalisch relavante Jitter-Fehler für 20 Hz bis 20 kHz liegt bei 0,044 ps. Der Crosstalk wiederum wurde bei 1 kHz mit -122dB beziffert (100dB @ 10 kHz) und die THD liegt bei verschwinden geringen 0,0005 % ( Gain = - 6dB). Beachtlich!

Test-Randbedingungen

Als Vergleich kommt mein RME UFX zum Einsatz, umgeschaltet wird zwischen beiden Quellen mit meinem Maselec MTC-1, abgehört wird auf ADAM S3X-H. Jetzt wird sicherlich der ein oder andere behaupten, RME gehöre nicht zur Crème de la Crème der DA- Wandlung und das ist auch durchaus berechtigt, allerdings habe ich immer gegen diesen Wandler A/Bded und finde auch, dass RME den wichtigste Qualitätssprung zwischen Consumer und Professionell sowie High-End darstellt. 

Das schicke ich deshalb voraus, weil dies beim Solaris ein ganz andere Fall war. Bei Wandlern von einem Unterschied wie Tag und Nacht zu sprechen ist natürlich immer etwas fragwürdig – ich lehne mich dennoch mal weit aus dem Fenster und behaupte: Der Solaris ist das Beste, was ich je gehört habe. Sicherlich auch der schicke und im Hi-Fi-Markt platzierte Bricasti M1 klang hervorragend, kostet aber auch gleich das fünffache und stand mir für einen direkten A/B leider nicht zur Verfügung.

Hörvergleich

Und nun ran an den Speck: Der Quantum-DA hat eine absolut neutrale Tendenz und klingt sehr, sehr ausgewogen. Kein Bereich des Spektrums wird hervorgehoben, der Wandler löst neutral auf. 

Im Vergleich zum meinem RME UFX klingt der Solaris vor allem aber im Bassbereich deutlich schneller und spielt damit punchiger und vor allem auch druckvoller auf. Anders gesagt: Der RME klingt zwar subtil etwas tiefer, aber in dieser untersten Oktave wirkt er auch viel schwammiger.

Die Mitten hingegen empfinde ich frequenzmäßig als überwiegend identisch. Die Höhen werden beim Solaris allerdings viel offener wiedergegeben und dies, ohne dabei schärfer zu sein. Im Gegenteil: Beispielsweise klingen Hi-Hats einfach mehr nach Metall und nicht nach „Zisch“. Vor allem aber erklingen Stimmen durch den RME verwaschener und „nuscheliger“, die Phantommitte des Solaris hingegen sitzt sowas von bombenfest, wie ich es noch nie gehört habe. 

Generell löst der Solaris in der Stereobreite und vor allem aber in der Tiefe sowas von gut auf, dass es einfach nur ein Träumchen ist! Räume klingen dadurch größer, tiefer und vor allem breiter. Allerdings niemals künstlich, sofern sie denn „echt“ aufgenommen wurden. 

Ebenfalls bemerkenswert ist der äußerst kräftige und klare Kopfhörerverstärker. Auch hier wurden keine Kompromisse gemacht.

Vorab-Fazit

Ich muss ihn haben, den Solaris – keine Frage. Allerdings stellt sich mir die Frage, mit was ich diesen dann auf Augenhöhe aufnehmen kann, wenn ich ihn als Zuspieler für mein analoges Rig nehmen sollte. Sicherlich, der HEDD ist gut, aber eben momentan nicht mehr ganz aktuell  – auch er wird zwar ein Update erhalten, allerdings ohne diese neue „ultra-präzise“ interne Clock, die beim Solaris und dem neusten Avocet Verwendung findet. 

Es wäre also ein DA-AD Wandler auf Solaris-Niveau wünschenswert, der genau das macht. Auf der anderen Seite aber wäre Dave Hill nicht Dave Hill, wenn er uns nicht bald auch für diesen Verwendungszweck mit einer adäquaten Lösung versorgen würde. Ein HEDD 2.0 sozusagen. Es bleibt spannend! Für Hi-Fi-Freaks gib es hingegen keinerlei Zweifel: Auch wenn die 19-Zoll Optik nicht unbedingt zum handgeklöppelten Vintage-Look deiner fetten Mono-Block-Anlage passt: Das hier ist aktuell DER Wandler schlechthin. Over and Out.

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