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Test
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10.07.2018

Casio CT-X3000 Test

Keyboard

Die neue X-tra-Klasse?

Das Casio CT-X3000 ist der kleine Bruder des CT-X5000 und als solches das "zweitgrößte" Modell der neuen CT-X Serie, die Casio auf der NAMM Show 2018 der Öffentlichkeit präsentierte. Welches sind die Unterschiede zum CT-X5000 und vor allem: Wie klingt das CT-X3000 und was kann es? Diese Fragen soll dieser Testbericht beantworten.

Mit den Instrumenten der CT-X Serie möchte Casio neue Akzente in der gehobenen Einsteigerklasse setzen. Alle vier Keyboards der Serie, neben dem CT-X3000 und CT-X5000 sind das die kleineren CT-X700 und CT-X800, verfügen über eine neue Klangerzeugung namens AiX, die eine deutliche klangliche Verbesserung gegenüber früheren Instrumenten des Herstellers bringen soll. In den Tests zum CT-X700 und CT-X5000 konnten wir bereits bestätigen, dass die Keyboards wesentlich besser klingen als die bisherigen CT- und WK-Serien. Wo das CT-X3000 innerhalb der Serie positioniert ist und mit welchen Funktionen es aufwartet, soll dieser Test ans Licht bringen.

Details

Äußeres

Das Casio CT-X3000 ist in ein stabiles, schwarzes Kunststoffgehäuse gekleidet, das knapp 7 kg auf die Waage bringt. Einige schräge Kanten und die roten Farbtupfer an den Umrandungen der Lautsprecher und des Datenrads lockern die Optik des Keyboards auf und verleihen ihm ein modernes, leicht verspielt-poppiges Aussehen. Bei der Tastatur setzt Casio hingegen weiter auf die klassische Klavier-Optik ohne Lücke unter den Tasten, die man bereits von den anderen Casio-Keyboards der letzten Jahre gewohnt ist. Im Lieferumfang befindet sich ein Notenpult zum Aufstecken, das eine deutliche Verbesserung gegenüber den Metallbügeln der CT-Serie darstellt. Es bietet Notenheften und losen Blättern gleichermaßen Halt. Auch ein Netzteil ist selbstverständlich dabei. Alternativ kann das CT-X3000 mit sechs Batterien der Größe D betrieben werden, die in einem Fach an der Gehäuseunterseite Platz finden.

Bedienfeld

Auf der linken Seite findet man zunächst eine knapp gehaltene Übersicht mit den Klang- und Rhythmuskategorien, die bei Auffinden der gewünschten Inhalte hilft. Sie nimmt den gleichen Bereich ein wie beim größeren CT-X5000 die Kategorientaster. Auf diese praktische Option zur schnellen Auswahl von Sounds und Rhythmen muss man beim CT-X3000 also verzichten – stattdessen gibt es hier eine gedruckte Liste. Darunter liegen der knallrote Power-Schalter und ein Drehregler für die Lautstärke.

Direkt oberhalb der Tastatur sind im linken Bereich die Taster zur Steuerung der Begleitautomatik untergebracht, die sich beim Spielen gut erreichen lassen. Hier fällt gleich auf, dass das CT-X3000 wie das CT-X5000 vier Variationen pro Rhythmus bietet. Damit kann in dieser Preisklasse nach meiner Kenntnis derzeit kein anderes Keyboard aufwarten; auch das ebenfalls neue und nahezu gleich teure Yamaha PSR-E463 bietet nur zwei Variationen pro Style. Auch der Synchro-Stop-Taster ist in dieser Klasse keine Selbstverständlichkeit.

In der Mitte befindet sich das blau beleuchtete LC-Display, das zwar eine ähnliche Größe hat, wie man sie seit vielen Jahren von den Keyboards der CT-Serie gewohnt ist, aber in Hinblick auf die angezeigten Funktionen natürlich an die Möglichkeiten des CT-X3000 angepasst wurde. Hier kann man die gewählten Sounds, Rhythmen und Songs ablesen und bekommt durch viele kleine Leuchtbalken und Symbole im Spielbetrieb eine gute Übersicht über die aktivierten Funktionen. Geht es ans detaillierte Bearbeiten von Sounds, Rhythmen oder aufgenommenen Songs, dann stößt das Display jedoch an die Grenzen und die Bedienung wird etwas umständlich, doch dazu später mehr.

Unterhalb des Displays befindet sich ein praktischer Taster, mit dessen Hilfe man bei der Auswahl von Rhythmen und Sounds durch die Kategorien springen kann. Daneben liegen die Knöpfe zur Wahl von Tones (Sounds), Rhythmen und Songs sowie ein Button für den integrierten Recorder. Eine Etage tiefer sind vier programmierbare Phrase Pads untergebracht, auf denen man per Knopfdruck abrufbare MIDI-Phrasen ablegen kann. Sie werden flankiert von Freeze-, Bank- und Store-Buttons sowie einem Stop-Knopf zur Beendigung der Phrasenwiedergabe. Insgesamt lassen sich satte 100 Phrasen in 25 Bänken speichern. Direkt oberhalb der Tastatur beherbergt der mittlere Bereich schließlich noch acht Button für den Registrierungsspeicher, der in 16 Bänken bis zu 128 Benutzer-Setups aufnehmen kann – auch das ist ein ausgesprochen guter Wert für diese Preisklasse.

Auf dem Weg nach rechts streift der Blick das rot umrandete Datenrad zur Einstellung von Werten. Danach kommen wir zu einem Ziffernblock, mit dem sich Klang- und Rhythmusnummern sowie Werte direkt eingeben lassen. Hier sind auch der Funktionstaster für erweiterte Einstellungen, ein Plus/Minus-Tasterpärchen und ein Button zur Auswahl von Parts untergebracht. Oberhalb der Tastatur findet man im rechten Bereich Knöpfe für das Metronom, das Tempo (mit Tap-Funktion), Portamento und Sustain. Auch die Bedienelemente für automatische Harmonisierung, Arpeggiator, Split-Modus, Aktivierung und Auswahl von Layer- und Lower-Parts sowie Oktave und Transponierung sind hier zu finden – also alles, was mit den von Hand gespielten Keyboard-Parts zu tun hat.

Tastatur und Lautsprecher

Die Klaviatur verfügt über 61 anschlagdynamische Tasten. Sie ermöglicht eine recht feinfühlige Kontrolle über die Sounds. Allerdings empfinde ich sie als ein wenig schwammig – in Sachen Straffheit und Definition kann sie es für mein Empfinden nicht ganz mit den Tastaturen der direkten Konkurrenz aufnehmen. Das ist aber natürlich wie immer Geschmackssache. Links von der Tastatur ist ein Pitch-Bend-Rad untergebracht.

Bei den Lautsprechern tritt das CT-X3000 mit den auffälligen roten Umrandungen selbstbewusst auf. Allerdings verbirgt sich hier ein nicht unwesentlicher Unterschied zum CT-X5000: Im Gegensatz zum Topmodell mit seinen 2x 15 Watt leisten die Speaker des CT-X3000 nur 2x 6 Watt. Ganz so üppig und satt wie das Spitzenmodell klingt das CT-X3000 also nicht. Dennoch bleibt der Klang auch bei hoher Lautstärke recht ausgewogen und klar.

Anschlüsse

Rückseitig bietet das CT-X3000 einen Kopfhörerausgang, der leider zugleich der einzige Audio-Ausgang des Keyboards ist. Auf den Stereo Line Out des CT-X5000 muss man hier verzichten, was einen weiteren wichtigen Unterschied zwischen den beiden Keyboards darstellt. Ebenfalls nicht vorhanden ist der beim CT-X5000 serienmäßige Mikrofoneingang. Wer oft live spielt, das Keyboard mit einem Mischpult verbindet und ggf. seine Stimme verstärken möchte, wäre also gut beraten, eher zum besser ausgestatteten CT-X5000 zu greifen. Die übrigen Anschlüsse sind hingegen identisch: Wie der große Bruder bietet das CT-X3000 eine Stereo-Eingangsbuchse im Miniklinkenformat, Anschlüsse für Sustain- und Expressionpedale (letzteres ist in dieser Klasse eine echte Seltenheit, wenn nicht einzigartig) sowie zwei USB-Ports für MIDI und einen Speicherstick, von dem sich u.a. Audiodateien abspielen lassen.

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