Software
Test
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11.08.2017

Praxis

Bedienung

Die Bedienung des VolumeShapers ist simpel und übersichtlich gehalten. In der Mitte prangt die Hüllkurve, die reichlich Platz zum Formen bietet. Selbst bei aufwendigen Shaping-Manövern artet die Klanggestaltung nicht in Fummelarbeit aus. Die direkt darunterliegenden Presets führen im Test schnell zu Top-Ergebnissen und bieten andernfalls gute Startpunkte zum Modifizieren. 

Die Formen-Hüllkurven werden mit Points (Ankerpunkten) erstellt. Um einen Punkt zu erstellen, klickt man mit der Maus in einen freien Bereich. Die Punkte lassen sich vertikal verschieben, was die Lautstärke in dB definiert. Die horizontale Ausrichtung eines Punktes definiert den zeitlichen Verlauf der Lautstärke. Die Kurve zwischen zwei Punkten ist frei justierbar, was sehr präzise und aufwendige Formen ermöglicht. Sogenannte „Hard Points“ lassen sich mit CTRL+Klick einfügen, woraus kantige Hüllkurven entstehen, wie man sie beispielsweise von Dreieck- und Rechteckwellenformen kennt. Der kleine, aber feine Unterschied zu Wellenformen ist jedoch, dass sich unterschiedliche Formen in einem LFO-Durchlauf befinden können. Beispielsweise kann man mit einem Rechteck beginnen, das in eine gebogene Welle fließt, welche daraufhin in fünf aufeinanderfolgende Zick-Zack-Muster übergeht – der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Je nachdem, mit welchem Tempo der LFO durch die gezeichnete Hüllkurve läuft, kann das zu extrem abstrakten Lautstärkeverläufen führen, die ohne Probleme in Stutter-Effects eskalieren. Wie einfach sich die Klänge mit VolumeShaper modifizieren lassen und was man mit der Multiband-Bearbeitung anstellen kann, seht ihr im folgenden Video.

Statt dem Einzeichnen der Punkte verfügt das Plug-in über einen Active Step Draw Mode, der gleich zwei Ankerpunkte als Linie setzt. Hinzu kommt ein Randomize-Feature, das zufällige Ankerpunkte setzt, was zu interessanten Hüllkurven führen kann. Mit einer Nudgefunktion kann die gesamte Hüllkurve nach links oder rechts verschoben werden, praktisch! Hat man sich einmal im Eifer des Gefechts verklickt, hilft die Undo/Redo-Funktion. 

Klang

In den folgenden Klangbeispielen habe ich VolumeShaper in vielen Spuren eines Remixes verwendet, den ich vor Kurzem arrangiert habe. Zunächst hört ihr jeweils die originalen Spuren, darauf folgend die bearbeiteten Varianten. Das Schöne am VolumeShaper ist, dass man die Option hat, die Stärke des Effekts mit einem Mix-Regler hinzuzumischen. Standardmäßig ist VolumeShaper auf 100 Prozent eingestellt, was mir in dem Song absolut nicht zusagt. Daher habe ich den Mix-Regler auf 70 Prozent heruntergeregelt. 

Was man mit dem Tool anstellen kann, ist wirklich genial. Aus einem simplen Pad wird mit den Rhythm-Presets eine lebendig-organische Sequenz. Wenn man dann noch den Master-Mix, die LFO-Geschwindigkeit oder weitere Parameter automatisiert, entstehen ruckzuck aufwendige und leicht zu kontrollierende Stutter- und Gated-Effekte, die sich hören lassen können! Das klingt dann wie folgt.

Zu guter Letzt kommt ein Ausschnitt des gesamten Mixes. Abgesehen von Drums habe ich das Plug-in in jede Spur geladen: Der Unterschied ist gewaltig! In jeder Instanz werkelt jeweils das gleiche Preset „Ducking 5“, welches nicht modifiziert worden ist. Es funktioniert in diesem Song gleich auf Anhieb, sobald der Master-Mix der Instanzen auf 70 Prozent geregelt wird. Der extreme Pump-Effekt ist in dem Fall so gewollt und dient als Stilmittel. Wer einen weniger auffälligen Ducking-Effekt erzielen möchte, regelt einfach den Mix-Regler herunter – einfacher geht es kaum. Im Vergleich zum mühseligen Justieren eines Sidechain-Kompressors ist VolumeShaper ein absolut unkomplizierter Feel-Good-Ducking-Effekt. Plug-in laden, Preset wählen, Mix-Regler justieren, klingt!

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