Gitarre Hersteller_Blackstar
Test
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03.06.2019

Praxis

Für die folgenden Aufnahmen verbinde ich den Verstärker mit einer 2x12" Box mit Vintage 30 Speakern und verwende eine Fender Telecaster sowie eine Gibson Les Paul. Los geht es mit der Tele und dem Clean-Kanal. Ich spiele beide Voice-Optionen an.

Im ersten Beispiel kommt ein ausgesprochen unaufgeregter, sauberer Cleansound zustande, der mit einem ausgewogenen Klangbild punktet. Dabei wird die Gitarre direkt und mit Punch aus den Speaker gedrückt. Sobald der Voice-Schalter aktiviert wird, erhöht sich das Mittenbild und der Sound bekommt einen gänzlich anderen, durchsetzungsstärkeren Charakter.

Nun drehe ich den Tone-Regler von der Minimal- über die Mittel- hin zur Maximalstellung. Auch hier aktiviere ich im zweiten Beispiel den Voice-Schalter.

Es ist sehr erstaunlich, welches breite Klangbild nur mit Voice-Schalter und Tone-Regler abgerufen werden kann. Jedenfalls vermisse ich keine Klangregelung, wie sie der Overdrive-Kanal besitzt.

Weiter geht es mit dem Overdrive-Kanal. Auch hier wiederhole ich den Vorgang wie bei den Beispielen zuvor und aktiviere den Voice-Schalter im zweiten Beispiel.

Wie Blackstar es beschreibt, verändert sich der Klang in der Tat deutlich, sobald der Voice-Regler gedrückt wird und gewinnt an Aggressivität. Bei nicht aktiviertem Voice-Schalter kommt ein klassischer Overdrive zustande, der für meinen Geschmack stark britisch geprägt ist.

Was der ISF-Regler zu leisten vermag, zeigt das nächste Beispiel. Das Poti positioniere ich erst in der Minimal- dann in der Mittel- und abschließend in die Maximalposition. Wie das mit dem aktiven Voice-Schalter klingt, zeigt das Beispiel danach.

Die Kombination aus ISF-Regler und Voice-Schalter entpuppt sich als ausgesprochen effektiv. Allein mit diesen beiden Optionen lassen sich eine Vielzahl an verschiedenen Sound abrufen, was gerade im Studio ausgesprochen gern gesehen und vor allem gehört wird.

Auf den Hall bin ich gespannt, der vom Hersteller mit diversen Vorschusslorbeeren versehen wurde. Ihn spiele ich in der 9 Uhr, 12 Uhr und Maximalstellung des Reverb-Reglers an.

Und er gefällt mir tatsächlich sehr gut, er hüllt den Sound selbst bei extremen Einstellungen zwar in eine Wolke, erschlägt den Grundsound aber nicht. Sehr gut!

Um herauszufinden, wie der Verstärker mit einer Humbucker-Gitarre klingt, verwende ich für die nächsten Beispiele meine Les Paul und drehe den Gain-Regler auf 15 Uhr, anschließend aktiviere ich den Voice-Schalter.

Im ersten Beispiel kommt ein fetter Rocksound aus den Speakern, der in der Tat sehr klassisch daherkommt. Sobald ich den Voice-Schalter aktiviere, wird der Klang modernen, das Höhenbild öffnet sich und heraus kommt eine moderne Rock/Metal-Zerre.

Wie sich der Amp in Verbindung mit einer auf H gestimmten Baritongitarre verhält, zeigt das nächste Beispiel. Dazu verwende ich eine Cyan Hellcaster, deren tiefste Saite um einen Ganzton auf A heruntergestimmt ist.

Kein Wunder, dass Blackstar Amps gerade bei den Rock- und Metal-Kollegen so beliebt sind. Völlig selbstverständlich wird die tiefe Stimmung verarbeitet und heraus kommt ein authentischer Zerrsound, der mir sehr gut gefällt und dank der ISF-Schaltung im Grundcharakter verändert und den persönlichen Vorlieben angepasst werden kann.

Die letzen beiden Audio Beispiele habe ich mit meiner Telecaster eingespielt und den XLR Direct-Out verwendet.

Im ersten Beispiel ist die 1x12" Box, im zweiten dann die 4x12" Box zu hören.

Ich muss zugeben, dass mich der Klang nicht sonderlich beeindruckt. Ja, der Unterschied zwischen der 1x12" und der 4x12" Emulation ist hörbar, für meinen Geschmack hat das aber nicht besonders viel mit dem Sound zu tun, den der Amp in der Realität mit einer Box zusammen generiert. Neben den überhöhten oberen Mitten erscheint mir der Klang zudem recht leblos.

Nebenbei erwähnt war die Anwahl als Audio-Eingabegerät unter Logic X völlig unkompliziert, der Verstärker wurde ganz ohne Installation eines Treibers erkannt.

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