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25.02.2021

Black Lion Audio B173mkII / B12AmkIII Test

Preamps in 9,5“-Gehäusen, mk2 und mk3

Es muss ja nicht immer das Original sein

Nachdem sich die in Chicago ansässige Firma Black Lion Audio einen Namen damit gemacht hat, eine Reihe von Geräten anderer Hersteller durch gezielte Modifikationen zu verbessern, lag es natürlich nahe, auch eigene Designs zu entwickeln. Das tut man dort schon seit geraumer Zeit und es ist wohl ein Zeichen der Zeit, dass man, obwohl es sich stets um eigene Entwicklungen handelt, trotzdem stets betont, welcher unsterbliche Klassiker (z.B.1176 oder Pultec) der Tontechnikgeschichte hier oder dort Pate gestanden haben soll.

Die beiden Geräte, die ich hier vorstelle, sind nun so neu nicht, aber es ist jeweils eine neue Überarbeitung einer „Hommage“ an jeweils einen Klassiker. Wer schon einmal irgendwas mit Mikrofonvorverstärkern gegoogelt hat, wird den Eindruck bekommen haben, dass es (obwohl die letzten 100 Jahre eine schier unüberschaubare Zahl teilweise extrem hochwertiger Vorverstärker hervorgebracht haben) scheinbar nur zwei davon gibt: den Neve 1073 und den API 312. Und selbstverständlich, die Bezeichnungen lassen da kein Geheimnis offen, wollen der B173mkII und der B12Amk3 auch gerne etwas von diesem Glanz abbekommen.

Details

Pegelanzeige? Fehlanzeige.

Beide Geräte kommen im etwas unpraktischen 9,5“ Rackformat, sodass man geneigt ist, sie auf dem Tisch zu platzieren. Dabei stört allerdings ein wenig, dass sie beide keine Füße haben und mit externen Netzteilen ausgestattet sind, deren Kabel eher begrenzte Längen aufweisen. Zum Glück halten die Buchsen die Steckerchen gut drin. Überhaupt fällt als erstes auf, dass die kleinen Dinger einen sehr robusten und hochwertigen Eindruck machen und recht schwer in der Hand liegen. Die Potis lassen sich sanft und mit einem sehr angenehmen Widerstand bewegen, die Schalter und Taster atmen ein bisschen DYI-Style und wirken absolut zuverlässig. Die Ausstattung ist absolut spartanisch: Alles, was nicht lebensnotwendig ist, gibt es auch einfach nicht. Zum Beispiel leider auch Pegelanzeigen.

Wir finden auf der schwarzen Frontplatte beider Geräte links das Logo von Black Lion Audio und einen kleinen Kippschalter für Power mit zugehöriger weißer LED. Der B173 bietet direkt daneben ein ziemlich großes, in 5dB-Schritten gerastertes Gain-Poti, gefolgt von einem Schalter für die Phantomspeisung mit entsprechender LED und einem Schalter für die Phasenlage. Rechts davon sitzt ein weiteres Poti für den Ausgangspegel und der hochohmige DI-Eingang für Gitarre und Bass mit einem Knopf, der ihn aktiviert. Der B12A bietet kein Poti für die Ausgangslautstärke, dementsprechend sind die Bedienelemente etwas anders angeordnet: erst Power, dann Phantomspeisung, Phase und ein Pad-Schalter. Rechts davon liegt ein handliches stufenloses Gain-Poti und der hochohmige Eingang mit Schalter.

Auf der Rückseite findet sich neben der schon erwähnten erfreulich stabilen Buchse für das externe Netzteil eine kleine Überraschung: Der Eingang ist zwar als XLR ausgeführt, der Ausgang jedoch nicht, sondern als symmetrische Kinkenbuchse. Es bleibt ein Rätsel, wieso das so ist, es wäre ja genug Platz vorhanden.

Was ist neu? Design und Cinemag-Übertrager im Ausgang

Da es sich bei beiden Geräten um jeweils neuere Revisionen handelt, ist natürlich eine der wichtigsten Fragen, die ich beantworten sollte, die nach dem Unterschied zu den jeweiligen Vorgängerversionen B173 und B12AmkII. Das lässt sich, was das Äußere betrifft, schnell und ohne Umschweife sagen: Die Gehäuse sind jetzt schwarz. Das passt ja auch besser zum Firmennamen. Aber noch mehr: In den Gehäusen steckt anders als in den Vorgängermodellen nicht nur ein Cinemag-Übertrager, sondern zwei, einmal Cinemag rein, einmal Cinemag raus. Das sollte sich, da diese Trafos einen so guten Ruf haben (immerhin stecken sie auch in Geräten von Universal Audio), im Klang bemerkbar machen. Und, last but not least, der Preis ist gesunken. Das klingt nach einen durchaus gelungen Update, oder? Ob die Preamps selbst ebenso gelungen sind, stellt sich natürlich in der Praxis heraus.

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